SPD legt breiten Vorschlagskatalog vor, den See nachhaltig reizvoller zu gestalten

Pump-Track, Kletterpark, Kajakverleih : An Ideen für einen attraktiveren Blausteinsee herrscht kein Mangel

Von den visionären Großprojekten, die vor gut zehn Jahren in der politischen Landschaft als Heilsbringer einer glänzenden See-Zukunft gesehen wurde, ist längst keine Rede mehr. Still ruht der See. Zumindest bei oberflächlicher Betrachtung. Was nicht heißt, dass sich die Beteiligten mit dem Dornröschenschlaf zufriedengeben, in dem Eschweilers touristisches Juwel dahindämmert.

Im vergangenen Jahr hat der Stadtrat bei den Haushaltsberatungen mit breiter Mehrheit auf Antrag der CDU 30.000 Euro für die Entwicklung eines „Nutzungskonzepts Blausteinsee“ bereitgestellt. Jetzt legt die SPD eine ganze Palette von Möglichkeiten vor, wie sie sich vorstellt, den See und sein Umfeld kurzfristig und ohne Millionenaufwand attraktiver zu machen. „Ziel muss sein, den Blausteinsee und sein Umfeld als einen Ort für alle Bürger Eschweilers attraktiv weiterzuentwickeln“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzende Nadine Leonhardt.

Die Liste der Vorschläge, die die SPD in den zurückliegenden Monaten erarbeitet hat, umfasst nicht nur einen Verleih von Tretbooten, Kajaks und Stand-up-Paddling-Boards. Auch ein Minigolfplatz gehört ebenso dazu wie ein Abenteuerspielplatz. Desweiteren auf der Liste: ein Kletterpark. „Kletterparks erfreuen sich großen Zuspruchs bei Familien mit Kindern, Jugendlichen wie auch Firmen, die Kletterparks beispielsweise für Teambuilding-Maßnahmen aufsuchen“, betonen die Genossen.

Auch eine Mountainbike-Strecke sei vorstellbar, sagt die SPD, Oderein Pump-Track. Das ist eine spezielle Mountainbike-Strecke, auf der es darum geht, ohne in die Pedale zu treten durch Hochdrücken des Körpers aus der Tiefe mit dem Rad Tempo aufzubauen.

Vom Masterplan für den See aus dem Jahr 2007 ist nur ein geringer Teil verwirklicht worden: Hotel und Ferienapartments fehlen nach wie vor; vom Künstlerdorf redet kein Mensch mehr. Foto: Rudolf Müller

Weiter auf der Liste: eine Skaterbahn. Die SPD nimmt da eine Anlage im Aachener Stadtteil Burtscheid als Vorbild. Und auch die Schaffung einer Calisthenics-Trainingsstrecke (früher hieß so etwas Trimmpfad) steht auf der Wunschliste der SPD.

Ein weiterer Vorschlag betrifft die Einrichtung von Wohnmobil-Stellplätzen: Die könnten zum Beispiel auf dem derzeitigen Parkplatz am Kreisel oberhalb der direkten See-Zufahrt geschaffen werden.

Die Überlegungen der SPD beziehen sich nicht allein auf das unmittelbare See-Umfeld, sie reichen bis hin zum nahen Freibad. Das sollte modernisiert und in ein Gesamt-Nutzungskonzept integriert werden.

Wird immer beliebter: Stand-up-Paddling. Foto: AFP/JOE KLAMAR

Modernisiert werden sollte auch die ans Freibad angrenzende Jugendverkehrsschule. Hier könnten künftig nicht nur Fahrräder zum Einsatz kommen, hier könnte auch das Fahren mit Segways, E-Scootern und E -Bikes geübt werden.

Auch der bisher fast ständig verwaiste Jugendzeltplatz am Rand des Freibads soll bessere Zeiten erleben. Eine Analyse soll Hinweise geben, was für eine bessere Auslastung getan werden könnte. Die SPD denkt dabei zum Beispiel an eine Aufwertung durch eine Hütte oder ein Haus mit Schlafsaal und beruft sich dabei auf das Beispiel des Jugendzeltplatzes Ruraue in Brachelen. Überhaupt gilt für den Jugendzeltplatz wie für alle Vorschläge auf der SPD-Liste: Sie sind an vergleichbaren Standorten bereits erfolgreich umgesetzt worden.

„Uns ist klar: Das Konzept wird nur ein Teil der See- und Freibad-Umfeldentwicklung sein“, betont Nadine Leonhardt. Die Entwicklung des Blausteinsees umfasst auch Themen wie die Klärung der Belieferung des Sees mit Wasser nach 2030, wenn der Tagebau schließt und kein Grundwasser mehr in den See einspeist. Zudem gehe es auch um die Entwicklung des Hotels am see und die Entwicklung einer langfristig tragfähigen Struktur der Blausteinsee-GmbH. Leonhardt: „Hier sollte unter anderem die Einrichtung einer Stelle ‚See-Management’ geprüft werden.“

(rpm)
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