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Sozialer Wohnungsbau am Ringofen in Eschweiler

Sozialer Wohnungsbau : Mehrgenerationencampus am Ringofen

Sozialer Wohnungsbau: 24 Wohnungen, zehn Reihenhäuser und sieben Einfamilienhäuser sollen bald am Ringofen in Eschweiler entstehen.

Wer am Florianweg unterwegs ist, hat das Grundstück, das sich vor dem Spielplatz befindet, sicherlich schon einmal wahrgenommen. Hoch gewachsen ist das Gras mittlerweile. So lässt sich nur sehr schwer erkennen, welche Ausmaße die Freifläche dort eigentlich hat. Insgesamt 5244 Quadratmeter sind es. Im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus sollen dort bald 24 Wohnungen, zehn Reihenhäuser sowie sieben Einfamilienhäuser, die auf dem freifinanzierten Wohnungsmarkt angesiedelt sein werden, entstehen.

Investor und Architekt ist Franz Peter Greven, dessen Unternehmen Living Future in Hückelhoven sitzt. Greven ist in Eschweiler kein Unbekannter. Bereits 2018 investierte er in den sozialen Wohnungsbau. Nur wenige Meter vom jetzigen Grundstück entfernt, entstand ein Objekt mit 30 Wohneinheiten. Diese waren eher für den kleinen Wohnungsmarkt gedacht. Schnell waren die 21 Wohnungen für Alleinstehende und neun Wohnungen für zwei Personen vermietet. Der Preis pro Quadratmeter lag bei 5,45 Euro.

Familien im Fokus

Diesmal wolle man die Familien in den Fokus rücken und für sie bezahlbaren Wohnraum schaffen, erklärt Greven. 5,80 Euro pro Quadratmeter sollen veranschlagt werden. Die Wohnungen sollen zwischen 97 und 112 Quadratmeter groß und für vier- oder fünfköpfige Familien geeignet sein. Zusätzlich entstehen zehn Einfamilienhäuser – Vorgarten, Garten und Stellplatz inklusive. Für den freifinanzierten Wohnungsmarkt werden weitere sieben Einfamilienhäuser gebaut.

Auf diese Weise wolle man ein Quartier schaffen, dass für verschiedene soziale Schichten attraktiv sei. Keine einfache Aufgabe. Schließlich sei der Begriff sozialer Wohnungsbau nach wie vor mit etlichen Vorurteilen behaftet, so Greven. Das weiß auch Eschweilers Erster und Technischer Beigeordneter Hermann Gödde. Er ist froh, dass sich Investoren wie Franz Peter Greven des Themas annehmen.

Alistair Greven (von links), Franz Peter Greven, Dieter Kamp und Hermann Gödde stellten die Planungen für den Florianweg vor.
Alistair Greven (von links), Franz Peter Greven, Dieter Kamp und Hermann Gödde stellten die Planungen für den Florianweg vor. Foto: MHA/Sonja Essers

Projekt Hüttenstraße

Allerdings sei auch die Verwaltung selbst in der Verantwortung. Das neuste Projekt der Stadt: An der Hüttenstraße entstehen sechs neue Mehrfamilienhäuser mit 24 Wohnungen. Die Grundrisse seien auf kleinere Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen zugeschnitten und sollen einkommensschwächeren Single- und Familienhaushalten eine bezahlbare innerstädtische Wohnung bieten. Dabei betragen die Wohnungsgrößen für Ein-Zimmer-Wohnungen 32 Quadratmeter, Zwei-Zimmer-Wohnungen 44 Quadratmeter und Drei-Zimmer-Wohnungen 56 Quadratmeter.

Zudem sind die Wohnungen so konzipiert, dass durch minimale Maßnahmen je zwei Wohnungen zu Vier- oder Fünf-Zimmer-Wohnungen koppelbar sind. Ebenso wurde in die Planung mit einbezogen, dass im Erdgeschoss eine barrierefreie (rollstuhlgeeignet) und fünf barrierearme Wohnungen für Menschen mit Einschränkungen vorhanden sind, teilt die Stadtverwaltung mit.

 An der Hüttenstraße entstehen in zwei separaten Bauabschnitten sechs neue Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 24 Wohnungen.
An der Hüttenstraße entstehen in zwei separaten Bauabschnitten sechs neue Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 24 Wohnungen. Foto: Max Adams

Dieses Konzept wird auch im zweiten Bauabschnitt wieder zum Tragen kommen und zusätzlich um eine Wohnung für sensorisch eingeschränkte Personen mit Hör- und Sehschwäche erweitert. Anfang 2021 wird der erste Abschnitt mit zwölf Wohnungen bezugsfertig und mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen, welcher voraussichtlich Ende 2022 fertiggestellt wird. Doch zurück zum Standort am Florianweg.

Versorgung in der Nähe

Dieser sei von der Lage her ideal, sind sich Gödde und Greven sicher. Kita, Grundschule und Nahversorger seien fußläufig erreichbar. Am Haupt- und Talbahnhof sei man ebenfalls in wenigen Minuten. „Wir befinden uns hier zwar am Stadtrand, aber die Versorgungsmöglichkeiten sind in unmittelbarer Nähe“, so Gödde.

Die weiteren Schritte sehen folgendermaßen aus: Ab Sommer 2021 geht es laut Investor in die Vermarktung, Einzug soll dann Ende 2021 erfolgen. Die Bauzeit soll rund ein Jahr betragen, so Greven. Mit diesem Standort soll es das in Sachen sozialer Wohnungsbau allerdings nicht gewesen sein. Auch in der neu entstehenden Siedlung am Patternhof soll dieses Thema eine Rolle spielen, so Gödde.