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Eschweiler: So spannend kann Beruf sein

Eschweiler : So spannend kann Beruf sein

Für viele Jugendliche wird es immer schwieriger, nach der Schulzeit den Sprung ins Berufsleben zu schaffen. Um den Schülern Orientierungshilfen und den Unternehmen die Möglichkeit zur Präsentation zu geben, fand am Donnerstag im Rathaus die zweite Ausbildungsbörse in Eschweiler statt.

25 Firmen stellten sich und ihr Ausbildungsprogramm vor, informierten die Jugendlichen über die unterschiedlichen Berufe und beantworteten zahlreiche Fragen.

Eröffnet wurde die Ausbildungsbörse von Roland Matzdorf vom Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen. Er nannte die Situation auf dem Arbeitsmarkt „fast schizophren”. „Einerseits fehlen Ausbildungsplätze, andererseits rennen uns Firmen die Bude ein, die keine ausreichend qualifizierten Auszubildenden bekommen.”

Vor allem der Leerlauf, der bei vielen Schulabgängern zwischen Schulentlassung und Ausbildungsbeginn entstehe und oft mehr als zwei Jahre betrage, müsse bekämpft werden. „Sowohl die Schule als auch die Unternehmen müssen sich verändern. In den Schulen muss früher Wert auf Berufsorientierung gelegt werden. Die Unternehmen müssen aber auch ihre Türen den Schülern der siebten und achten Jahrgangsstufen öffnen”, forderte er. Darüber hinaus müssten Schüler in der Berufswahl flexibler werden. „Von den 350 Ausbildungsberufen befinden sich nur 10 Prozent im Visier der Jugendlichen.”

Im Vorfeld der Ausbildungsbörse waren die größeren Firmen in Eschweiler und Umgebung sowie alle weiterführenden Schulen Eschweilers und Stolberg angeschrieben worden. Die Resonanz konnte sich sehen lassen. 25 Unternehmen waren vor Ort, elf Berufsschulbildungsgänge wurden vorgestellt.

Auch die Eschweiler Schulen zeigten großes Interesse. Allein die Hauptschule Stadtmitte war mit zehn Klassen vertreten. Die Schüler verschafften sich ein Bild von so unterschiedlichen Berufen wie Dachdecker - hier durften auch einige Jugendliche selbst zum Hammer greifen - oder Rettungssanitäter beim Deutschen Roten Kreuz. Vertreter der Bundeswehr informierten über die Ausbildungsmöglichkeiten sowohl im zivilen als auch im soldatischen Bereich und auch die Stadtverwaltung, die momentan 20 Auszubildende hat und sechs weitere im kommenden Jahr einstellen wird, gab ihre Visitenkarte ab.

„Es wird immer wichtiger, sich frühzeitig um einen Ausbildungsplatz zu bemühen”, erklärte Heinz Rehahn, Organisationsamtsleiter der Stadtverwaltung. So seien die Einstellungsgespräche bei der Stadt für 2005 bereits gelaufen.

Die Ausbildungsbörse soll weiterhin im Terminkalender der Stadt Eschweiler stehen. Vielleicht aber in anderer Form. Es gibt Überlegungen, mit den Städten entlang der Euregiobahnstrecke zu kooperieren und eine „euregionale Ausbildungsbörse” zu bieten. Im vergangenen Jahr konnten während der Ausbildungsbörse im Berufskolleg zehn Jugendliche in Ausbildungsverhältnisse vermittelt werden.