Eschweiler: So schützen sich Senioren vor Trickbetrügern

Eschweiler: So schützen sich Senioren vor Trickbetrügern

„Hallo Oma, rate mal, wer dran ist?“ Diese Frage hört so manche Seniorin am Telefon. Doch am anderen Ende der Leitung spricht keinesfalls die nette Enkelin oder der ebenso „liebe“ Enkel, sondern ein Trickbetrüger, der es auf die Ersparnisse der Großmutter abgesehen hat.

Wie sich Senioren vor Straftätern an der Haustüre oder am Telefon schützen können, erklärte jetzt Christel Weser während des traditionellen Erzähl-Cafés der Evangelischen Kirchengemeinde.

Dabei betonte die Ehrenamtlerin, die ihre Vorträge im Auftrag der Polizei hält, vor zahlreichen Zuhörerinnen im gut besuchten Martin-Luther-Haus, keinesfalls grundsätzliches Misstrauen säen zu wollen, riet aber eindringlich zu Achtsamkeit. „Nennen Sie niemals Vornamen von Verwandten am Telefon und vermeiden Sie Auskünfte über vorhandenes Barvermögen im Haus oder auf dem Bankkonto“, benannte Christel Weser häufiges Fehlverhalten gutgläubiger und (zu) hilfsbereiter Menschen.

Klar müsse sein, dass man es schließlich mit skrupellosen und vor allem professionellen Straftätern zu tun habe. Deshalb der Ratschlag: „Legen sie auf und sprechen sie selbst mit den Kindern oder Enkeln“, so die ehemalige Rechtspflegerin der Staatsanwaltschaft Aachen, die ihr Amt bekleidet, weil eine Verwandte zur Leidtragenden eines Trickbetrugs wurde.

Sorgen der Polizei

Sorgen bereiteten der Polizei aber auch die Tatsache, dass sich die Betrüger immer neue „Maschen“ einfallen ließen. So werde der sogenannte „Enkeltrick“ gar nicht mehr so häufig registriert. Vielmehr gäben sich die Ganoven inzwischen am Telefon häufig selbst als Polizisten aus.

„Oft versuchen sie, ihren Gesprächspartnern einzureden, dass ihr Geld auf der Bank nicht mehr sicher oder in der Nachbarschaft eingebrochen worden sei“, so die Referentin aus Weisweiler. Das Ziel der Täter laute dabei, sich Zutritt zur Wohnung ihrer Opfer zu verschaffen.

In dieser Hinsicht seien drei Verhaltensmuster zu beobachten: „Die Täter geben vor, eine offizielle Amtsfunktion auszuüben, sich in einer vermeintlichen Notlage zu befinden oder in einer persönlichen Beziehung zur Zielperson zu stehen.“ Generell müsse die Regel lauten, niemanden unangemeldet in die eigenen vier Wände zu lassen.

Dies gelte auch, wenn jemand die Bitte äußere, die Toilette benutzen zu dürfen. „Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, dass man verpflichtet sei, einem solchen Wunsch nachzukommen“, erläuterte Christel Weser. Auch bei Dienstausweisen sei es ratsam, Vorsicht walten zu lassen. „Für professionelle Betrüger ist es kein Problem, einen Dienstausweis in hoher Qualität zu fälschen“, teilte die Referentin dazu mit.

Ausweis durch den Türspalt

Sie riet, sich den Ausweis durch den Türspalt zeigen zu lassen, die Personen zu bitten, kurz vor der Tür zu warten und sich bei der zuständigen Diensttelle per Anruf über die Richtigkeit des Anliegens der „Besucher“ zu überzeugen. „Hat alles seine Richtigkeit, dürften die Personen, die Zutritt zu ihrer Wohnung wünschen, kein Problem damit haben, wenn sie den Vorgang überprüfen. Handelt es sich um Betrüger, werden diese wohl das Weite suchen.“

Weiterhin sei es wichtig, nicht zu offenbaren, dass das Eigenheim oder die Wohnung zum Beispiel auf Grund eines Urlaubs, einer Reise oder eines Krankenhausaufenthalts vorübergehend unbewohnt sei. „Sorgen sie dafür, dass von Zeit zu Zeit die Rolladen bewegt beziehungsweise das Licht ein- und ausgeschaltet wird“, so der Tipp von Christel Weser, die ihre Zuhörer darüber hinaus darauf aufmerksam machte, dass die Polizei auch kostenlos individuelle Beratungsgespräche anbietet. Weitere Informationen dazu gibt es im Kriminalkommissariat „Prävention“ der Polizei Aachen unter der Telefonnummer 0241/957734401.

(ran)
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