Eschweiler-Weisweiler: Silbernes Weihejubiläum in besonderem Gewand

Eschweiler-Weisweiler: Silbernes Weihejubiläum in besonderem Gewand

Man soll Feste bekanntlich feiern, wie sie fallen. Gleich drei Anlässe zum Feiern hatte nun die Pfarre St. Severin Weisweiler. In einer besonderen Messe ehrte die Gemeinde ihren Pfarrpatron St. Severin, gratulierte ihrem Pfarrer Norbert Crampen zum silbernen Weihejubiläum und weihte neue Vitrinen für drei historische Gewänder der Grafen von Hatzfeldt ein.

Die Gemeinde St. Severin Weisweiler beging am Sonntag zugleich ihr Pfarrpatrozinium und auch das 25-jährige Weihejubiläum ihres Pfarrers Norbert Crampen. Als Pfarrpatron verweist der Heilige Severin auf die Anfangszeit christlicher Kultur im Rheinland und erinnert an das Fundament, auf dem die Gemeinde steht. Die Pfarre St. Severin ist eine der ältesten in Eschweiler und reicht vermutlich bis in das 12. Jahrhundert zurück. Auf dem Kirchenhügel befand sich laut Recherchen der Pfarre in vorchristlicher Zeit sogar ein keltisches Heiligtum. In der bewegten Geschichte der Pfarre St. Severin hat sich viel ereignet.

So regierten von 1509 bis 1769 die Grafen von Hatzfeldt in Weisweiler, die viel Gutes für die Pfarrkirche und die Weisweiler Bevölkerung taten. Aus der Hatzfeldter Zeit stammen auch kostbare Paramente, darunter eine sogenannte Goldbrokatkapelle. Unter einer Kapelle versteht man drei Gewänder, die bei feierlichen Gottesdiensten von einem Priester und zwei Diakonen getragen wurden. Auf ihnen befinden sich Silberstickereien, darunter auch die Wappen derer von Hatzfeldt.

Um diese wertvollen, beinahe 400 Jahre alten Gewänder ging es auch im Gottesdienst. Zu dem besonderen Anlass seines silbernen Weihejubiläums hatte Pfarrer Norbert Crampen Pfarrer Franz-Josef Wynen eingeladen, der 31 Jahre lang in Weisweiler tätig war. Gemeinsam zelebrierten sie die Messe in zwei der historischen Paramente gekleidet. Am Ende des Gottesdienstes, der musikalisch von allen drei Chören der Pfarre gestaltet wurde — dem Kinderchor, dem Jugendchor Lautstark und dem Kirchenchor — übergaben die beiden Pfarrer die Gewänder in ihren neuen Aufbewahrungsort. Nach zahlreichen Jahren der Bemühungen konnte die Pfarre nun dank Spenden drei Vitrinen anschaffen, in denen die Paramente, die vor fünf Jahren von Experten aus Krefeld restauriert wurden, von nun an aufgehoben werden.

Über die neuen Vitrinen freute sich neben dem Pfarreirat natürlich auch Pfarrer Norbert Crampen. Er ist seit 2008 als priesterlicher Mitarbeiter in St. Severin Weisweiler beschäftigt und feierte nun sein silbernes Weihejubiläum mit der Gemeinde. Crampen wurde am 10. Oktober 1989 vom damaligen Kardinal Josef Ratzinger in Saint’ Ignazio zum Priester geweiht.

Er blicke auf gute und auch auf weniger gute Zeiten in diesen 25 Jahren zurück, sagte Pfarrer Crampen in einer kurzen Ansprache. Auch wenn er einiges am Priestertum zunächst anders verstanden habe, so habe er vor allem eines gelernt: Das Gebot vor Gott und die Liebe zum Nächsten ist jedem möglich, es ist das Priestertum aller Gläubigen — egal ob Christen, Muslime, Buddhisten oder Angehörige anderer Religionen. „Es ist mir ein Herzensanliegen, dass wir hier in Weisweiler noch mehr eine Gemeinde werden“, betonte Pfarrer Norbert Crampen. Er bedankte sich bei den Messdienern, den Chören und allen Helfern, die sich in der Pfarre engagieren, besonders aber bei Norbert Hoersch, der seit 20 Jahren als Küster, Organist und Chorleiter in St. Severin arbeitet.

Im Gegenzug sprachen Pfarrer Franz-Josef Wynen, Hubert Reinartz als Vertreter des Kirchenvorstands und Manfred Schepp Pfarrer Norbert Crampen ihren Dank für seine Arbeit aus und gratulierten zu seinem Weihejubiläum. So hat Crampen unter anderem ein Asylantenfrühstück eingerichtet und bemüht sich ansonsten auch um alle Belange der Gemeinde. Manfred Schepp bedankte sich bei der Gemeinde für ihre Verbundenheit mit der Pfarre und dafür, dass es mit Hilfe der Spenden nun möglich war, die Vitrinen für die Hatzfeldt-Paramente anzuschaffen.

Die Paramente und Pfarrer Norbert Crampen waren dann die Hauptgesprächsthemen beim Imbiss im Jugendheim, zu dem der Pfarreirat und Crampen im Anschluss an die Messe eingeladen hatten. Hier zeigte sich, wie beliebt der priesterliche Mitarbeiter in den sechs Jahren seines Wirkens in Weisweiler und Hücheln geworden ist — viele Weisweiler waren gekommen, um mit ihm zu feiern und ihm persönlich zu gratulieren.

(zsa)
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