1. Lokales
  2. Eschweiler

Eschweiler: Sie bringen Licht in ein dunkles Kapitel

Eschweiler : Sie bringen Licht in ein dunkles Kapitel

Eindringlich warb Professor Dr. Wladimir Serhijtschuk aus Kiev am Dienstag in der Gaststätte „Uferlos” um Interesse für ein dunkles Kapitel deutscher und ukrainischer Geschichte: die Zwangsarbeit während und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.

„Die Tatsache der gegenseitigen Ausbeutung der Arbeitskraft von Millionen Menschen ist eine Wunde innerhalb unserer Beziehungen. Wir müssen diese Ereignisse aufarbeiten, damit sie sich nicht wiederholen”, sagte er.

Mit der Historikerin Dr. Tanja Penter beleuchtete der Direktor des Zentrums für Ukrainistik der Taras-Schewtschenko-Universität Kiew im Rahmen des Europaforums des Europavereins „Gesellschaftspolitische Bildungsgemeinschaft” (GPB) unter der Überschrift „Geteilte Erfahrung - Ukrainische und deutsche Zwangsarbeiter(innen) im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit” neueste wissenschaftliche Forschungsergebnisse.

„Von den rund zehn Millionen Zwangsarbeitern in Deutschland kamen etwa zwei Millionen aus der Ukraine”, eröffnete Historiker Dr. Dmytro Myeshkov von der Philosophischen Fakultät der Universität Düsseldorf, der als Moderator und Übersetzer fungierte, den Abend mit einer historischen Tatsache.

Dr. Tanja Penter verwies auf ein Thema, das bisher noch wenig erforscht wurde: Die Zwangsarbeit in den von Deutschland besetzten Gebieten. Besonders tragisch ist die Tatsache, dass viele der Zwangsarbeiter nach der Rückkehr in ihre Heimat des Vaterlandsverrats verdächtigt wurden und teilweise ein zweites Mal Zwangsarbeit, diesmal für die Sowjetunion, verrichten mussten.