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Eschweiler: Show im Talbahnhof: Die Premiere wollen sich viele Zuschauer nicht entgehen lassen

Eschweiler : Show im Talbahnhof: Die Premiere wollen sich viele Zuschauer nicht entgehen lassen

Eine andere Art der Unterhaltung gastierte nun mit „Kumuco“ im Talbahnhof. Die Show ist eine gekonnte Kombination aus Kleinkunst, Musik und Comedy. Die Premiere der Veranstaltung wollte sich wohl keiner entgehen lassen, denn der Saal des Talbahnhofs war vollkommen ausverkauft. Für drei Nachzügler wurden weitere Stühle bereit gestellt, so dass sie sich noch dazu setzen konnten.

Dieser Andrang freute die Künstler und den Veranstalter Peter Jumpertz: „Wir wollen unserem Publikum ein ganz besonderes Event präsentieren. Da wir uns hier in dieser Kultlocation befinden, kann es nur gut werden!“ Und damit hatte Jumpertz recht. „Kumuco“ lieferte ein abwechslungsreiches Programm und nahm sowohl die Lachmuskeln, als auch die Seele mit auf Reisen.

Möglichkeit für junge Künstler

Die Veranstaltungsreihe wurde 2017 das erste Mal auf die Beine gestellt. Zu diesem Zeitpunkt fanden die Auftritte in Aachen statt und das ganze vier Mal. Da das Konzept dermaßen gut ankam, gibt es für dieses Jahr eine Neuauflage. Denn bei „Kumuco“ wird laut Jumpertz der Nachwuchs gefördert. Die Veranstaltung bietet neuen Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, sich einem größeren Publikum zu präsentieren.

Dabei sind die einzelnen Auftritte jeweils um die zehn bis 15 Minuten lang und die perfekte Gelegenheit, die ersten Schritte auf einer Bühne zu machen. Durch das Programm führte Komiker und Moderator Udo Wolff. Er entwickelte gemeinsam mit Peter Jumpertz die Idee zur Show.

Um das Publikum auf Betriebstemperatur zu bringen, forderte Udo Wolff zum Klatschen auf und die Gäste taten dies bereitwillig. Wolff war überrascht: „Ich sage ‚klatscht mal‘ und ihr klatscht? Wenn ich zu Hause ‚mach mal‘ sage, macht niemand was. Ich liebe meine Familie, aber ich hasse sie auch. Immerhin bin ich seit 25 Jahren verheiratet und habe drei Teenager-Töchter!“

Da konnte das Publikum mitfühlen und wollte auch nicht mit ihm tauschen. Doch Wolff interessierte, ob unter den Gästen Paare sind, die länger als 25 Jahre verheiratet sind — und die gab es. Darunter ein Ehepaar, das seit 60 Jahren verheiratet ist. Wolff wollte wissen, ob die beiden denn noch glücklich seien und der Mann antwortete: „Ja, man soll es nicht für möglich halten.“

Nach dieser geballten Portion Romantik betrat der Musiker Jan Kalter mit seiner Akustikgitarre die Bühne. Der Kölner erzählte, wie seine Mutter beim letzten Weihnachtsfest den Verwandten seinen Musikstil erklären wollte. Sie bezeichnete sie als „Musik zum runter holen“, woraufhin seine Oma ganz schnell wieder seine CD weglegte und meinte „Ne, so etwas wollen wir nicht!“ Nach dieser kleinen Einführung präsentierte der Musiker gefühlvollen Akustikklang in Kombination mit seiner einzigartigen Stimme. Kalter brachte die Seelen zum Baumeln. Dabei besang er sowohl seine betrunkene Mutter, als auch die angespannte politische Lage.

Ein weiterer musikalischer Programmpunkt war Fred Timm. Der Liedermacher kommt aus Hamburg und ist Mitglied der „Monsters of Liedermaching.“ Auch er hatte seine Akustikgitarre mit dabei und unterhielt das Publikum mit ehrlichen und kraftvollen Tönen.

Als nächstes gab es etwas für die Lachmuskeln. Der Stand-up-Künstler Samed Warug sang ein Loblied auf Frauen: „Ich respektiere Frauen so sehr! Denn sie können sich in hässliche Männer verlieben. Anders herum habe ich das noch nie gehört. Doch Frauen schaffen das.“ Zwar wollte er einen Publikumstest machen, ob es vielleicht auch anders herum möglich sei, doch — zum Glück — meldete sich niemand.

Sonst hätte der Haussegen schief gehangen. Für Warug ist die Partnerwahl generell ein Mysterium. Für viele Frauen scheint das Sternzeichen wichtig zu sein. Zwar glaubt der Komiker nicht an Astrologie, doch er erklärte: „Das Risiko ist einfach zu groß, falls es doch stimmt!“

„Hey, Jesus!“

Ein weiterer Komiker des Abends war David Kebe. Über sich selbst sagte er, dass er zwar seit acht Jahren Stand-up macht, ihn aber keiner kennt. Letztens dachte er, er würde endlich erkannt werden, doch ein Jugendlicher rief nur „Hey, Jesus!“ Kebe trägt einen Bart und lange Haare, doch er erklärte: „Als Mann ist es nicht schwer, wie Jesus auszusehen. Du musst nur warten.“

Generell fragt er sich, ob die Geschichte um Jesus so richtig ist: „Also Jesus hatte lange Haare, Bart. Moses hatte lange Haare, Bart. Josef hatte lange Haare, Bart. Es sahen alle gleich aus. Als es hieß, sie sollen Jesus ans Kreuz hängen, wer weiß, ob sie den richtigen genommen haben. Vielleicht schnappten sie sich nur irgendwen. Dann ist es auch kein Wunder, dass drei Tage nach seinem Tod Jesus — lange Haare, Bart — wieder rum gelaufen ist.“

Insgesamt war es eine gelungene Premiere, die für jeden etwas zu bieten hatte. Das Konzept hat Schwung, bringt Unterhaltung und entwickelt eine einzigartige Atmosphäre. Ein toller Auftakt, der dem Publikum die Nachwuchskünstler näher brachte.

(cca)