Eschweiler: Seniorenwohnungen im Stadttor?

Eschweiler: Seniorenwohnungen im Stadttor?

Investoren planen, neben dem Arbeitsamt einen Gebäudekomplex mit Wohnungen, Arztpraxen, Parkhaus und Gastrononie zu errichten. Dafür müssten der Bushof-Parkplatz und ein Teil der Grünfläche zwischen Arbeitsamt und Steinstraße geopfert werden.

Die Mehrheit der Eschweiler Kommunalpolitiker stehen dem Projekt positiv gegenüber. Nur die FDP und die Grünen stimmten am Donnerstag im Planungsausschuss gegen die Aufstellung einer Bebauungsplan-Änderung.

„Mehrere Investoren”, so berichtete Baudezernent Hermann Gödde, hätten in den vergangenen Monaten ihr Interesse bekundet, auf dem städtischen Grundstück ein größeres Bauprojekt zu entwickeln. Im Rathaus findet man die Idee prinzipiell gut. Durch die neue Bebauung, so steht es in der schriftlichen Beratungsvorlage, kann man „die mindergenutzten Flächen westlich des Arbeitsamtes neu strukturieren und einer höherwertigen Nutzung zuführen”. Ein drei- bis viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus, oder auch mehrere solcher Häuser, könnten „den Stadteingang zur Eschweiler Innenstadt neu definieren”. Der größte Teil der Grünfläche Richtung Steinstraße mit der Skateranlage soll bestehen bleiben. Erhalten bleiben soll auch der Götz-Briefs-Weg entlang der Inde. Beschlossen ist aber noch nichts von alledem. Die Aufstellung eines Bebauungsplans oder einer Bebauungsplan-Änderung kennzeichnet nur den Beginn der offiziellen Planung im Rathaus.

Die Investoren und die Stadtverwaltung denken an einen Gebäudekomplex mit den Funktionen „betreutes Wohnen/Mehrgenerationen-Wohnen” und allem, was thematisch dazu passt: Arztpraxen, gesundheitsbezogene Dienstleistungen, medizinische Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen und Gastronomie. Auch Parkplätze seien dabei. Hermann Gödde erinnert zudem daran, dass der seit 16 Jahren gültige Bebauungsplan für dieses Gelände ein Parkhaus vorsieht, genau an der Stelle, an der jetzt der Parkplatz ist.

Das mit dem „definierten Stadteingang” sieht SPD-Fraktionsvorsitzender Leo Gehlen ähnlich, er hat noch die „Stadttor-Philosophie” des Gödde-Vorgängers im Kopf, ahnt aber auch die Kritik aus der Bevölkerung am Verlust von Parkplätzen und Grünflächen. Deshalb stellt Gehlen drei Bedingungen: Das Parken muss bleiben, eine Frischluftschneise für die Innenstadt muss bleiben, ein ortsnaher Grünausgleich ist notwendig. Zugleich macht Gehlen aber auch deutlich: „Wir werden das so beschließen!”

Das mit dem „ortsnahen Grünausgleich”, das werde aber schwierig, gibt Dietmar Widell von den Grünen zu bedenken. Wo solle diese Grünfläche denn hin? Und das mit dem „Stadttor” sei einfach nur ein Schlagwort ohne Inhalt. Auch eine schön gestaltete Grünfläche rechts und links der Indestraße sei „ein toller Eingangsbereich für die Stadt”.

Ulrich Göbbels von der FDP kritisiert den Verlust des großen Parkplatzes neben dem Arbeitsamt. Dort sei bisher bis zu zwei Stunden lang kostenloses Parken möglich. Auch wenn bei der jetzt angepeilten großen Bebauung ein Parkhaus mit dabei sein sollte, werde das doch sicher nicht kostenlos für die Bevölkerung sein.

Gerade das kostenlose Parken aber sei an dieser Stelle ein Pluspunkt für Eschweiler. Auf dem Parkplatz neben dem Arbeitsamt parken Kunden der Geschäfte in der Innenstadt, Besucher des Arbeitsamtes und Leute, die Patienten im nahen Krankenhaus besuchen. Ulrich Göbbels: „Da verlieren wir Attraktivität für Auswärtige!”