Itertal-Seniorenzentrum: Senioreneinrichtung erhält den Segen

Itertal-Seniorenzentrum : Senioreneinrichtung erhält den Segen

Nun ist es soweit, die Neue Mitte in Weisweiler ist eingeweiht. Ein jahre-, gar jahrzehntelanger Prozess findet nun seinen Ausgang mit dem Itertalklinik-Seniorenzentrum. Bereits im April hat die Einrichtung den Betrieb mit 80 vollstationären Pflegeplätzen und 54 betreuten Wohneinheiten aufgenommen, jetzt folgte die offizielle Einweihung – mit dem Segen des Stadtoberhauptes und der Kirchen.

 Die Frau der Stunde ist Sabine Schieren, die auch nach fast drei Monaten Optimismus ausstrahlt und sich über die Herausforderung freut, ein ganzes Haus zu führen. Als Einrichtungsleiterin des Itertalklinik Seniorenzentrums Weisweiler ist eine Frau an Bord, die sich näher der Indestadt verbunden fühlt, obwohl sie aus Gressenich kommt. Jedenfalls erreicht sie ihren Arbeitsplatz mit dem Fahrrad, so kurz ist der tägliche Pendelweg und das sieht bei dem übrigen Personal ähnlich aus.

 Denn Wert legte man mit der Neuen Mitte Weisweiler darauf, dass ein zentraler Punkt im Stadtteil entsteht, von dem alle profitieren – nicht nur die Betreiber des Seniorenzentrums, sondern auch die Bevölkerung. Bereits in den 1990er-Jahren prognostizierte eine Untersuchung einer Fachhochschule vor dem Hintergrund des demografischen Wandels den erhöhten Bedarf der Seniorenversorgung. Die Planungen wurden konkreter, als das Feuerwehr-Gerätehaus in der Lindenallee keine Verwendung mehr hatte und die Weisweiler Schützen vor der Frage standen, wie sie ihr altes Schützenheim finanziell würden halten können.

 Die Bevölkerung des Stadtteils wurde bei den Planungen beteiligt, fest stand schließlich, dass ein neues Zentrum für und nicht nur in Weisweiler entstehen soll. Sabine Schieren ist sicher, dass das geschehen ist: „Wenn Senioren nicht mehr in ihren eigenen vier Wänden wohnen können oder wollen, dann besteht doch der Wunsch, nicht aus dem eigenen Stadtteil herausgerissen zu werden.“ So bietet das Seniorenzentrum die Möglichkeit, in Weisweiler zu bleiben, andererseits wurden vor allem für Pflegepersonal neue Arbeitsplätze geschaffen, die ebenfalls von Ortsansässigen besetzt werden können.

 Als offenes Haus versteht nicht nur Schieren die Einrichtung, sondern auch Dr. med. Christoph Kösters, der 1997 mit der ersten Einrichtung ein Unternehmen gründete, zu dem mittlerweile acht Seniorenzentren in der Region und 500 Mitarbeiter gehören. Die Philosophie gilt an allen Standorten gleichermaßen. „Unsere Arbeit ist Hilfe zur Selbsthilfe – getreu dem Motto ‚so viel Selbständigkeit wie möglich, so viel Hilfe wie erbeten.“, erklärt Kösters das Prinzip. Offen ist die Einrichtung in Weisweiler deswegen, da nicht nur die Bewohner des Seniorenzentrums herzlich willkommen sind. Angebote wie der Mittagstisch oder das bald einziehende Café können von allen Interessenten in Anspruch genommen werden.

Die vier Köpfe des Itertalklinik Seniorenzentrums in Weisweiler: Dr. Christoph Kösters, Geschäftsführer, Doris Radermacher, Leitung Betreutes Wohnen, Sabine Schieren, Einrichtungsleitung und Eva Kaiser, Leitung Sozialdienst (v.l.n.r.). Foto: Manuel Hauck

 Die Entwicklungen der letzten Jahre und Monate scheint das Unternehmen souverän zu meistern. Fachkräftemangel? Eine der drängenden Fragen nach gut ausgebildetem Pflegepersonal, so die Auskunft, konnte im Vorfeld der Eröffnung zufriedenstellend geklärt werden. Bei dem sogenannten „Bewerber-Brunch“ fanden sich ausreichend qualifizierte Interessenten ein, die die Basis bildeten für den Einzug der Bewohner in den Pflegebereich. Nach drei Monaten Betrieb – inklusive Notrufsystem und sozialer Betreuung – ist das Haus zu rund 50 Prozent ausgelastet, was keine Selbstverständlichkeit ist. So sind drei der fünf Stockwerke mit insgesamt 80 vollstationären Pflegeplätzen, 54 Apartments im betreuten Wohnen und 15 Plätzen in der Tagespflege mittlerweile mit Leben gefüllt. Auf jeder Etage gibt es zwei Aufenthalts- und Essräume, der eine etwas größer und der zweite als Rückzugsort etwas kleiner und intimer.

 Bei den offenen Rundgängen zur Einweihung freute sich Sabine Schieren über die bisherige Resonanz: „Unsere Bewohner haben uns bisher positives Feedback gegeben, dass das Seniorenzentrum sehr hell und warm gestaltet ist, fast wie ein Hotel. Und das ist unser Ziel: Die Senioren sollen sich trotz der vielleicht abnehmenden Gesundheit wohl bei uns fühlen. Dazu zählt auch, dass alle Wohnformen des Alters abgedeckt werden und der Wechsel, beispielsweise vom betreuten Wohnen in die vollstationäre Pflege leichter fällt, weil man sich bereits ein soziales Umfeld im Seniorenzentrum aufgebaut hat. Zusätzlich dazu bieten wir ein Freizeitprogramm, beispielsweise Lesestunden und Ausflüge, natürlich ist das nach den ersten Monaten noch in der Entwicklung.“ Damit begegnet man der selbstbewussten Generation an Senioren, die etwas geboten bekommen wollen.

 Zur Einweihung kamen schließlich hohe Gäste, um dem Seniorenzentrum den obligatorischen Segen zu geben. Für die Katholische Kirche sprach Pfarrer Hannokarl Weishaupt, während Wolfang Theiler als Pfarrer die Evangelische Kirche vertrat. Nach Gottes Segen und Weihwasser fand auch Bürgermeister Rudi Bertram die Zeit, einzukehren und verschiedenen Akteuren zu danken: „Ohne die Weisweiler Schützen, die das mehrere tausend Quadratmeter große Grundstück veräußerten, wäre das Projekt gar nicht möglich gewesen.“, so Bertram. Ein Wermutstropfen trübte bei dem Eindruck, den das Seniorenzentrum vermittelte, dann doch. Die Schützen konnten noch nicht wie geplant ihr neues Schützenheim, das in dem Gebäudekomplex integriert ist, beziehen. Der Schallschutz muss überraschenderweise ein zweites Mal begutachtet werden. Während die Schützen also erwartungsvoll auf die Fertigstellung ihres neuen Vereinsheimes warten, hat Weisweiler eine, seine Neue Mitte, vor allem, aber nicht nur für Senioren.

(mah)