1. Lokales
  2. Eschweiler

Eschweiler: Selbst B.B. King lobt Joe in höchsten Tönen

Eschweiler : Selbst B.B. King lobt Joe in höchsten Tönen

Schlechte Nachricht für alle Musikfreunde, die am Dienstagabend nicht im Talbahnhof waren: Sie haben das ausgezeichnete Konzert von Joe Bonamassa und seiner Band verpasst.

Der gerade 27 Jahre zählende, aus New York stammende Bonamassa entbrannte gemeinsam mit Eric Czar am Bass und Kenny Kramme am Schlagzeug ein zweistündiges Bluesrock-Feuerwerk.

Die rund 100 Gäste des Konzerts stammten diesmal zum überwiegenden Teil nicht aus der Indestadt. Fans aus Frankfurt und München, aus Norddeutschland und aus den Niederlanden nahmen zum Teil gewaltige Anfahrten in Kauf, um den Gitarristen zu sehen, dem Blueslegende B.B. King schon vor Jahren attestierte, „seiner Zeit weit voraus zu sein”.

Traumhaft sicher

Bereits mit dem Startstück „If six was nine” von Jimi Hendrix zeigte Joe Bonamassa, das er jeden Quadratzentimeter seines Instrumentes traumhaft sicher beherrscht. Gleichzeitig links Akkorde und Melodielinien greifen und mit der Rechten am Potentiometer einen fast geigenartigen Klang aus der Gitarre zu zaubern ist bei hoher Spielgeschwindigkeit schon ein Kunststück für sich.

Dennoch hält Joe Bonamassa nichts von der dummen Bezeichnung „handgemachte Musik”, wie er nach dem Konzert verriet. Musik komme aus dem Herzen und nicht aus der Hand.

Und davon gab es am Dienstag abend reichlich zu sehen und zu hören. Faszinierend dabei immer wieder das perfekte Zusammenspiel zwischen Joe und seinem Bassisten Eric Czar. Den Spaß ließ sich das Trio auf der Bühne nicht nehmen. Zwischen allem ernsthaften Blues und Rock war auch schon mal Platz für ein paar Takte aus der Filmmelodie des „Paten” oder eine Reminiszenz an Peter Frampton´s legendäres „Do You Feel Like We Do”.

Akustische Energie

Fast schon eine Tradition bei „Blues meets Rock” im Talbahnhof ist der Beginn des zweiten Konzertteiles mit der akustischen Gitarre. Dort bewies Joe Bonamassa, wie viel elektrisierende Energie sich in einem Holzinstrument verbergen kann. Auch mit dem Bottleneck auf der eigens für ihn angefertigten Chandler-Gitarre kann sich der junge New Yorker jederzeit mit weitaus erfahreneren Musikern messen.

Ob in rockigen, druckvollen Rhythmuspassagen oder abwechslungsreichen Melodien: Bonamassa kämpft nicht mit seinem Instrument, sondern nutzt es wie eine zweite Stimme. Das Publikum quittierte derart überzeugendes Spiel mit viel Applaus.