Goldhochzeit : Seit 50 Jahren vereint

Wie bindend der Karneval sein kann, zeigen Magdalena und Fred Braun: der Tanz vereinte sie. 1966, als die KG Lustige Reserve das Prinzengespann stellte, liefen sich Magdalena und Fred in einer der ersten Tanzgruppen über dem Weg und feiern nun Goldhochzeit.

Kein Zufall war es, dass sie das Tanzbein schwangen. Für die Hebefiguren wurde Magdalena zu Fred gestellt. „Ich war damals besonders zierlich.“, gesteht sie, Fred lacht: „Heute würde ich sie nicht mehr gehoben bekommen.“ Im Alter von 72 und 69 Jahren sind sie aber immer noch stolz, dass sie als eine der ersten die Hebefigur „Flieger“ vollführten.

Neben der Ausbildung durch eine Ballett-Lehrerin lernten sie sich so näher kennen. Magdalena hatte einen Lebensplan, der wurde nun über Bord geworfen. Eigentlich wollte sie Nonne werden, besuchte die Liebfrauenschule, damals noch ein reines Mädchengymnasium, und blickt heute mit gemischten Gefühlen darauf zurück: „Als ich damals mit Fred anbandelte, holte er mich eines Tages an der Schule ab. Wir wurden beobachtet und in den nächsten Wochen rutschte ich in jedem Fach um eine Note ab. Meine Mutter wurde zur Schule zitiert.“, schildert Magdalena die damalige Situation.

Doch beide ließen sich nicht beirren, gingen ihre beruflichen und privaten Wege. 1968 verlobten sie sich, am 5. September 1969 gaben sie sich standesamtlich das Ja-Wort, als sie bereits schwanger war. „Dadurch durften wir nicht in der St. Peter und Paul-Kirche heiraten.“, erinnern sich die beiden zurück und wichen auf den Stadtteil Röthgen aus, wo sie sowieso karnevalistisch beheimatet waren.

Bis heute: Nach etlichen Jahren sind sie der Lustigen Reserve immer noch treu. „Wir standen beide als Büttenredner auf der Bühne. Fred gab Lustiges von sich, während ich mit den Herrenreden das männliche Geschlecht durch den Kakao zog.“, so Magdalena. Fred war zudem 25 Jahre Kassierer des Vereins, während Magdalena sehr lange in der Kostümgruppe aktiv war. Das jecke Brauchtum liegt in der Familie, schon die vorherigen Generationen waren waschechte Karnevalisten.

Die größte Leidenschaft wurde aber die eigene Familie. Ihr Sohn Jörg und die drei Enkelkinder sind das Lebenselixier für Magdalena und Braun. „Wir lieben unsere Nachkommen, da ist immer Leben in der Bude“, sind sich beide einig.

Genauso schätzen sie aber ihre engen Freunde, die dem Ehepaar schon das ein oder andere Mal durch schwere Phasen geholfen haben. Bei all den freudigen und teils traurigen Erinnerungen blicken die Brauns nach vorne. Die Enkelkinder, Zwillinge, wurden vergangene Woche eingeschult, schon heißt es, neue Sprachen zu lernen. „Du wirst noch Fremdsprachenkorrespondentin“, scherzte Fred, als seine Frau der Enkeltochter beim Englisch-Pauken hilft.

Mehr von Aachener Zeitung