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Eschweiler: Seit 200 Jahren nach Heimbach

Eschweiler : Seit 200 Jahren nach Heimbach

Die Heimbacher Bruderschaft Hastenrath/Nothberg feiert dieses Jahr ihr 200. Jubiläum.

Am Samstag versammelten sich rund 150 Mitglieder und Freunde der Bruderschaft am Pfarrheim Hastenrath - die Festmesse fand im Pfarrgarten statt.

Zu diesem festlichen Anlass sangen gleich drei Chöre - der Kirchenchor der Pfarre Hastenrath, der „Junge Chor” aus Nothberg und die Sangesgemeinschaft des MGV Cäcilia, der Nothberger Burgsänger und des Liederkranzes Bohl-Volkenrath.

Nach der Messe war gemütliches Beisammensein im Pfarrheim. Josef Röllicke, der seit vielen Jahren für die Bruderschaft aktiv ist und Diavorträge über Heimbach hält, hatte ein Geschenk für die Bruderschaft. Er hatte einen solchen Vortrag vorbereitet, stellte Heimbach und die nähere Umgebung vor.

36 Kilometer lange Strecke

Der jährliche Höhepunkt für die Pilger steht am ersten Juliwochenende an. Schon seit 200 Jahren pilgern die Mitglieder an diesem Wochenende zur schmerzhaften Mutter nach Heimbach. Etwa 100 werden auch in diesem Jahr die 36 Kilometer lange Strecke auf sich nehmen, 40 von ihnen sogar den Rückweg zu Fuß machen.

Los geht es am 3. Juli traditionell mit einer Morgenmesse um 5 Uhr. Um 5.30 Uhr beginnt die Prozession. Mit Pausen wird Heimbach gegen 15 Uhr erreicht sein. Zurück geht es dann am nächsten Morgen. Pilger, die den Weg zu Fuß nicht mehr bewältigen können, kommen mit dem Bus nach Heimbach. Im Jubiläumsjahr sollen Musiker an strategischen Punkten die Prozession begleiten. „Faszinierend ist, dass diese Prozession über all die Jahre nicht eingeschlafen ist”, hieß es beim Jubiläum der Bruderschaft.

Gnadenbild-Geschichte

Aber warum pilgern die Bruderschaften nach Heimbach? Dort steht das Gnadenbild der schmerzhaften Mutter. Es kam im späten Mittelalter nach Heimbach. Ein Strohdecker namens Fluitter hatte es erstmals in Köln gesehen. Er kaufte es mit geliehenem Geld, brachte es nach Heimbach. Dort baute er dem Bild ein Kapellchen und für sich selber eine winzige Hütte daneben.

Pilgerschar wuchs stetig

Die Schar der Pilger wurde mit der Zeit immer größer. Als Fluitter starb, kümmerten sich Zisterziensermönche um das Bild. Sie errichteten auch eine Wallfahrtskirche. Beginn des Baus war 1480, die Fertigstellung konnte am 4. April 1486 gefeiert werden. Abgesehen von wenigen Unterbrechungen, wie der französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts, wird seitdem nach Heimbach gepilgert. Seit über 200 Jahren ist das Gnadenbild in der Heimbacher Pfarrkirche, wo es bis zum heutigen Tage verehrt wird.