Eschweiler: See-Investor muss sich bis zum Wochenende erklären

Eschweiler: See-Investor muss sich bis zum Wochenende erklären

Der Countdown für den Investor am Blausteinsee läuft. Bis zum Wochenende. Denn noch in dieser Woche soll sich die Fondsgesellschaft mit Sitz in Luxemburg erklären. „Stand jetzt ist, dass der Vertrag nicht unterschrieben ist”, bestätigt der Geschäftsführer der Blausteinsee-GmbH, Hermann Gödde.

Man habe aber noch einen letzten Aufschub gewährt, dann werde man sich nach Alternativen umsehen. Wie diese aussehen könnten, will Gödde noch nicht verkünden. Zunächst wolle man sich mit den anderen Miteignern der Blausteinsee-GmbH und den Parteien im Stadtrat abstimmen. Neben der Stadt Eschweiler sitzen auch noch Würselen, Stolberg, Aldenhoven und Alsdorf mit im Boot. Diese Kommunen müssen in die Breche springen, wenn die Blausteinsee rote Zahlen schreibt. Und genau dieses Szenario droht in diesem Jahr: Bisher storniert die RWE Power AG die Pumpkosten für den Blausteinsee, der nach wie vor tagtäglich viel Wasser verliert. Allerdings ist die Bezahlung bald fällig.

Jährlich bis zu 150.000 Euro

Für die Folgejahre deutet sich zunächst keine Besserung an. Es müssen also jährlich bis zu 150.000 Euro in den See gepumpt werden, damit der Wasserpegel nicht sinkt. Ein Gutachter wurde jüngst damit beauftragt zu prüfen, ab wann die Pumpen nicht mehr benötigt werden. „Ohne das konkrete Ergebnis zu kennen - wir werden sicher noch bis zum Jahr 2050 Wasser in den See pumpen müssen”, so Gödde. Er geht allerdings davon aus, dass die Wassermenge, die man hinzufrügen muss, abnehmen werde.

So oder so ist die Blausteinsee-GmbH für die Kommunen ein Minusgeschäft, so lange sie ihre Kosten nicht selbst tragen kann. Die Einnahmen durch Taucher und Segler sowie durch die Verpachtung an einen Gastronomen reichen aktuell bei weitem nicht aus, die jährlichen Kosten von fast 300.000 Euro zu schultern. Lediglich ein Investor, der sofort ein großes Areal am Seezentrum kauft, kann die Gesellschaft mit einem Schlag aller finanzieller Sorgen entledigen.

Doch die Suche nach einem Investor droht nach vielen Jahren zu scheitern. Ursprünglich sollte schon im Januar der Vertrag unterschrieben werden, das Papier war ausverhandelt. Doch auf die Signatur wartet die GmbH bis heute. Vor wenigen Wochen platzte dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Leo Gehlen der Kragen, als er in der Ratssitzung ein Ultimatum setzte. Bis Mitte April müsse etwas geschehen, sonst schaue man sich nach Alternativen um, hat der Sozialdemokrat verkündet. Diese Frist setzt Gödde jetzt um.

Dabei waren es die Sozialdemokraten, die sich von Anfang an für die Pläne des Eschweiler Planerbüros Krause/Bohne stark gemacht haben. Dessen Resort-Pläne mit Hotel, Restaurant, Appartmenthäusern und Künstlerdorf will auch die Fondsgesellschaft aus Luxemburg umsetzen. Bis zum Wochenende hat sie dazu noch Gelegenheit. Dann beginnt man am See wieder bei Null. Gödde schränkt ein: „Sollte eine neue Lösung gesucht werden müssen, werden wir sie schneller realisieren.”