1. Lokales
  2. Eschweiler

Eschweiler: Schwermetall in der Sportplatz-Asche?

Eschweiler : Schwermetall in der Sportplatz-Asche?

Dieses Schreiben schlug wie eine Bombe im Eschweiler Rathaus ein: Die Eheleute Ute und Hubert Feucht übersandten der Stadt ein Gutachten, wonach der Aschenbelag des Sportplatzes Bergrath erhöhte Schwermetallwerte aufweist.

Ein Sohn der Familie hatte sich bei einem Fußballspiel verletzt. Da die Wunde nicht heilen wollte, gab Feucht die Untersuchung des Bodens in Auftrag.

Im Rathaus entwickelte sich ein deftiger Parteienstreit, obwohl Bürgermeister Rudi Bertram deutlich machte, dass man diesem Hinweis selbstverständlich nachgehen werde. Auslöser des Disputs war jedoch die Verstrickung von Gutachter und Auftraggeber. Hubert Feucht als Mitgründer der UWG hat seinen Parteifreund Dettmar von Wachtendonk als Sachverständiger des Chemisches- und Lebensmitteluntersuchungsamts eingeschaltet.

Diese Behörde untersteht der Stadt Aachen. Deshalb nahm am Donnerstag auch Bürgermeister Bertram Kontakt zu seinem Aachener Amtskollegen Dr. Jürgen Linden auf. Die Stadt hätte man nämlich nach Auffassung Bertrams informieren müssen, schließlich gehöre ihr das Grundstück.

Während Dr. von Wachtendonk jede Stellungnahme ablehnt, betont Hubert Feucht, dass er dieses Schreiben als Privatmann aufgesetzt habe: „Ich wollte das gar nicht politisch benutzen.” Zeitgleich mit dem Gutachten habe er auch mündlich der Stadt mitgeteilt, dass die Werte auf den Sportplätzen zu hoch seien.

Davon ist jedoch in der Verwaltung nichts bekannt. Das Gutachten datiert vom 26. September 2003, der Brief der Eheleute Feucht an die Stadt trägt das Datum des 9. Januars 2004. Diese Spanne begründet Feucht damit, dass er auf eine Reaktion der Stadt gewartet habe.

Von einer akuten Gesundheitsgefährdung geht kein der Fachmann aus. Dennoch will die Stadt nun sämtliche Sportplätze in der Stadt unter die Lupe nehmen. Untersuchungen mit Kosten von bis zu 5000 Euro sind geplant. Der Sportplatz in Bergrath war ebenso wie der Belag in Nothberg vor fünf Jahren erneuert worden.

„Dabei setzen wir stets Material aus Rothe Erde ein”, betont der Technische Beigeordnete Wilfried Schulze. Eine Zertifizierung, die regelmäßig erneuert werden muss, weist diese Stoffe als unbedenklich aus.

Damit will sich Feucht nicht zufrieden geben. „Wenn ich drei Kopfschmerztabletten in ein Glas Gift schütte, bleibt es giftig.” Er behauptet, dass man lediglich das alte kontaminierte Material mit dem neuen vermenge.

Seine Partei ging in der Ratssitzung auf Distanz zu Feucht. „Wir haben nichts davon gewusst, sonst hätten wir das selbstverständlich weitergeleitet”, betont Erich Spies. In einem Schreiben der UWG für die Ratssitzung steht jedoch zu lesen: „Nach unseren Informationen hat die Untersuchung der Aschensportplätze eine Kontaminierung mit Altlasten in einigen Fällen ergeben.”