Eschweiler: Schnitzeljagd mit amerikanischer Kriegstechnologie

Eschweiler: Schnitzeljagd mit amerikanischer Kriegstechnologie

Das sogenannte Geocaching ist weltweit beliebt. Am letzten Samstag hat das Trio aus Sergen Aktas, Manuel Rausch und Marvin Engelen Geocaching in Eschweiler neu definiert.

Geocaching ist die moderne Form einer Schatzsuche. Die Geocacher sind dafür mit einem Global-Positioning-System-Empfänger (GPS-Empfänger) und den Koordinaten für den Fundort eines „Schatzes“ ausgerüstet. Die Koordinaten zu den Schätzen, die überall auf der Welt hinterlegt sind, findet man im Internet.

Versteckt werden an den Koordinaten unter anderem Dosen oder Kästen mit vielen kleinen Dingen, wie einem Notizblock oder einem Log-Buch, in welche man seinen Namen eintragen kann.

Es steckt aber noch einiges mehr hinter dem Geocaching. Beispielsweise gibt es die unterschiedlichsten Cache-Arten: vom einfachen Cache, bei dem man praktisch fast mit dem Auto vorfahren kann, bis hin zu Caches, die nur mit speziellem Equipment, wie mit Bergsteiger- oder Tauchausrüstung, erreichbar sind. Zudem gibt es auch noch Rätsel-Caches, die vor Ort oder sogar schon im Vorfeld Recherche und Knobelei erfordern. Versteckt sind die Schätze an den verschiedensten Orten: Es gibt welche an Autobahnen, aber auch im Meer oder auf Inseln.

Amerikanische Technologie

Geocaching basiert auf der Satellitennavigation: Eine Technologie, die von den USA eigentlich für Kriegszwecke entwickelt wurde. Das GPS wurde vom US-amerikanischen Verteidigungsministerium mit dem Ziel entwickelt, dieses Satelliten-Navigations-System militärisch zu nutzen. Die Satellitensignale wurden durch das Hinzufügen von künstlichen Fehlern verändert, so dass die Genauigkeit für die zivile Nutzung auf etwa 100 Meter beschränkt wurde. Im Mai 2000 wurde diese Funktion dann abgeschaltet. So waren nun auch Zivilisten in der Lage, eine Genauigkeit in der Größenordnung von etwa zehn Metern zu nutzen. Noch im gleichen Jahr kam die Idee zu dem Geocaching, was wir heute kennen.

Bei Portland/Oregon versteckte jemand eine Kiste mit Kleinigkeiten in den Wäldern und veröffentlichte die Position des Versteckes in einem Posting. Das Versteck wurde schon am ersten Tag gefunden und bald darauf wurden die nächsten Schätze versteckt. Bald wurde eine Webseite zum Sammeln der Koordinaten erstellt und damit begann das weltweite Phänomen.

Am Samstag änderten Manuel, Marvin und Sergen das Geocaching in „Büchercaching“ um. „Ich habe Sergen beim Sommerleseclub kennengelernt, wo er mir auch von seinem Hobby erzählt hat“, sagt Michaele Schmülling-Kosel, Leiterin der Stadtbücherei. „Wir haben dann verabredet, dass er heute mit seinen Freunden das Geocaching vorstellt und dann mit den Besuchern selbst eine kleine Tour macht.“ Die Besucher waren Kinder und Jugendliche von der sechsten bis zur achten Klasse.

Die drei Realschüler Marvin, Manuel und Sergen nennen sich beim Geocaching „Tour S und M“. Sie erzählten den Kindern und Jugendlichen in der Bücherei zuerst etwas über die Geschichte ihres Hobbys und bildeten dann drei Gruppen. Das Trio hatte vor der Veranstaltung überall in Eschweiler sowie auch in der Stadtbücherei ihre Schätze versteckt, damit die Gruppen diese finden und so selbst eine kleine Version des Geo-, beziehungsweise Büchercachings, erleben konnten. Die Schätze waren in diesem Fall Hinweise auf Zetteln, die die eifrigen Sucher zum nächsten Schatz brachten. Die drei Gruppen spielten gegeneinander: Wer zuerst alle Hinweise und Fragen gelöst hatte, bekam als Preis ein Buch. Alle Teilnehmer bekamen für ihre Teilnahme einen Kompass und Gummibärchen. Die Orte der Schätze waren unter anderem eine Apotheke, das Librodrom und andere Buchhandlungen. Die Schüler und Schülerinnen hatten viel Spaß bei der Suche und würden das Büchercaching gerne wiederholen.

Spiele des Jahres

Am Nachmittag fand in der Stadtbücherei noch der Spielenachmittag statt, bei der die Spiele des Jahres 2014 vorgestellt wurden. „Man hat festgestellt, dass Kinder beim Spielen schneller lesen und rechnen lernen“, so die Leiterin der Bücherei. Unter den Spielen waren Lese- und Lernspiele wie „Aufgepasst und zugefasst“, Rechenspiele wie „Der Rechenkönig“ oder auch Spiele von der GamesCom, wie „WhackyRoll“. Spiel des Jahres wurde „Camel up“, Kinderspiel des Jahres wurde „Geister, Geister, Schatzsuchmeister!“ und das Kennerspiel des Jahres 2014 ist „Istanbul“.

(scl)
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