Eschweiler: Schluss mit dem Crossfahren im Schutzgebiet

Eschweiler: Schluss mit dem Crossfahren im Schutzgebiet

Die untere Landschaftsbehörde der Städteregion Aachen hat jetzt mit dem Arbeitskreis Naturschutz Stolberg Maßnahmen zur „Beruhigung” und Renaturierung des Naturschutzgebiets „Im Korkus” umgesetzt.

Schon seit geraumer Zeit haben Naturschützer in der Nähe von Eschweiler-Volkenrath eine zunehmende Zerstörung der Bodenvegetation festgestellt. Waren es zu Beginn in erster Linie Mountainbiker, so sind seit 2010 auch motorisierte Crossfahrer für die erheblichen Schäden verantwortlich zu machen.

Das Naturschutzgebiet „Im Korkus” wird im Landschaftsplan III „Eschweiler-Stolberg” als „Kleinteiliges Kalksteinbruchgelände mit umgebendem Wald, der aus Niederwald hervorgegangen ist”, beschrieben. Schutzwürdig sind die sehr reichhaltige Krautschicht (z.B. Sanikel, Aronstab und Salomonsiegel) und die derzeitigen Geländeformen. Mountainbiker und Crossfahrer haben zuletzt erhebliche Bodenbewegungen verursacht, um Sprungschanzen, Wellenstrecken, Steilkurven und Podeste anzulegen. Zudem wurden zahlreiche Bäume beschädigt und Müll ins Gebiet gebracht. Die Crossstrecken nahmen Anfang 2011 über die Hälfte des Gebietes ein und führten zur Vernichtung des krautigen Bewuchses. Abgesehen von achtlos weggeworfenen Fahrradschläuchen wurden sogar Rahmenteile von Rädern und Crossfahrzeugen gefunden.

Schon seit Jahren kümmert sich der Arbeitskreis Naturschutz Stolberg um den Erhalt dieses Naturschutzgebietes. Wegen der drastisch zunehmenden illegalen Freizeitaktivitäten baten die Naturschützer die untere Landschaftsbehörde um Hilfe.

Inzwischen wurden Schutzgebietsschilder aufgestellt, Müll gesammelt und Barrieren errichtet. Eine Ausnahme bildet hierbei der markierte Wanderweg des Eifelvereins, der das Gebiet diagonal von der Bebauung im Nordosten zur Brunnenanlage im Südwesten durchzieht und die Besichtigung der Ruinen des dort ehemals existierenden Erzbergwerkes ermöglicht. Bauliche Anlagen der Crossfahrer wurden renaturiert, Barrieren wieder aufgestellt und Zusatzschilder angebracht, die auf das Wegegebot verweisen. Die Fällung einiger Bäume erfolgte nach dem Prinzip der nachhaltigen Forstwirtschaft in der Stammhöhe von circa einem Meter, damit ein Stockaustrieb erfolgen kann.

Als positiver Nebeneffekt wurden durch die Pflege- und Entwicklungsmaßnahme kleinflächig wieder besonnte Bereiche geschaffen, auf denen die Krautvegetation bessere Entwicklungschancen hat. Die untere Landschaftsbehörde weist darauf hin, dass in allen Naturschutzgebieten ein Wegegebot gilt. Wer also außerhalb des gekennzeichneten Wanderweges im Gebiet unterwegs ist, riskiert ein entsprechendes Bußgeld. Auch der Freizeitsport „Geocaching” darf nur auf oder unmittelbar an den offiziellen Wegen ausgeübt werden.

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