Eschweiler: Schlecker-Filiale schließt: Mitarbeiterinnen trifft es wie ein Schlag

Eschweiler: Schlecker-Filiale schließt: Mitarbeiterinnen trifft es wie ein Schlag

Die Nachricht hat die Mitarbeiterinnen in der Vorweihnachtszeit wie ein Schlag getroffen. Durch Dritte haben sie vergangene Woche erfahren, dass die Schlecker-Filiale in Dürwiß am 18. Januar geschlossen werden soll.

Zuerst konnten sie gar nicht fassen, was sie hörten, aber die Bezirksleitung des Drogerie-Konzerns bestätigte schließlich auf Nachfrage der Mitarbeiterinnen das Gerücht. Die Filiale der Kette, die mit dem eigenwilligen Slogan „For you vor Ort” wirbt, wird geschlossen.

Während sich in der Dürwißer Filiale schon langsam die Regale leeren - einige Artikel würden bereits seit Wochen nicht mehr nachgeliefert, sagen die Mitarbeiterinnen - wissen die Beschäftigten nicht, wie es weitergehen soll. Niemand hat Ihnen gesagt, wie ihre Zukunft aussehen wird. Sie wissen nicht, ob sie demnächst arbeitslos sind, oder weite Wege zu anderen Filialen des Unternehmens in Kauf nehmen müssen. Auch die Gründe für die geplante Schließung sind den Mitarbeiterinnen nicht bekannt.

„Die Gründe für die Schließung sind schlicht und einfach Rote Zahlen”, sagt ein Sprecher des Unternehmens auf Nachfrage dieser Zeitung. Bereits im Frühjahr habe man begonnen, „etliche Filialen, die auf der Kippe standen, zu beobachten” und gleichzeitig die Werbung verstärkt. Das Resultat sei die Schließung aller Filialen, deren Betrieb nicht rentabel sei. „Auch ein großer Laden wie Schlecker „ könne sich keine Roten Zahlen erlauben, sagt der Sprecher und betont, dass sich die Kette nicht aus der Fläche zurückziehen wolle.

Im Zuge der deutschlandweiten Restrukturierung habe es außerdem bislang nahezu keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben. Das Ziel sei es, die Stammbelegschaft zu erhalten. Den Mitarbeitern werde eine Weiterbeschäftigung in einer anderen Filiale angeboten. Offenbar sei die Kommunikation mit den Mitarbeitern in Dürwiß nicht so gelaufen, wie es soll, bedauert der Sprecher. Diese Vorgehensweise sei nicht üblich. In der Regel würden die Mitarbeiter von der Bezirksleitung in persönlichen Gesprächen informiert. Man bedauere den Vorfall und werde sich bei den betroffenen Mitarbeiterinnen entschuldigen, erklärte der Schlecker- Sprecher.

Derweil formiert sich in Dürwiß Widerstand gegen die Pläne. An dessen Spitze hat sich Manuela Gelbke gestellt und eine Unterschriftensammlung organisiert. Mehr als 220 Personen haben mit ihrer Unterschrift bereits gegen die Schließung der Filiale protestiert. Ob es etwas nutzen wird, weiß Gelbke nicht, aber die 41-Jährige will es zumindest versuchen.

„Sonst haben wir in Dürwiß bald gar nichts mehr”, sagt sie. Es gebe zwar noch einen Netto und einen Edeka räumt Gelbke ein, aber eben keinen Drogeriemarkt mehr, der für viele Ältere ohne Auto oder für Alleinerziehende, die mal eben einen Babybrei brauchen, gut zu erreichen ist. Auch an den Roten Zahlen hat sie ihre Zweifel: „Hier ist doch täglich eine Menge Betrieb.”

Eine Schließung der beiden Schlecker-Filialen im Eschweiler City-Center und am Langwahn steht nach Angaben des Unternehmens-Sprecher zurzeit nicht zur Diskussion.

Mehr von Aachener Zeitung