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Eschweiler: Schlechte Karten mit einer Fünf in Mathe

Eschweiler : Schlechte Karten mit einer Fünf in Mathe

Der Kreishandwerksmeister Hans Winnen sieht sowohl die Licht- als auch die Schattenseite der durchweg guten konjunkturellen Lage. Für den Ausbildungsmarkt in Eschweiler bedeutet dies: Es gibt Lehrstellen, allerdings müssen die Bewerber auch ausreichende Qualifikationen vorweisen können.

Gerade in den Kernfächern Mathe und Deutsch gibt es aber bei den Schulabgängern teilweise erhebliche Defizite.

Bei RWE Power sind alle Plätze für das nun beginnende Ausbildungsjahr vergeben. „Wir bekommen 57 neue Auszubildende hinzu”, erzählt Ferdinand Sommer, Leiter des Ausbildungszentrums in Weisweiler. Dieses Jahr gab es auf die 57 Plätze 750 Bewerber.

Das heißt, es musste bereits im Vorfeld kräftig aussortiert werden. „Wer eine Fünf in Mathe hat, wird bei uns nicht zum Eignungstest eingeladen”, nennt Sommer die Mindestqualifikation.

Welchen Tipp er Leuten geben könne, die noch auf der Suche nach einem Lehrstellenplatz sind? „Sich eigenständig zu informieren ist eminent wichtig!” antwortet der Ausbildungsleiter promt. Hans Winnen bemängelt, dass Schulabgänger häufig viel zu sehr auf ein spezielles Berufsfeld fixiert sind.

Wenn es dann nicht der Kfz-Mechaniker oder Elektriker sein kann, wartet man halt. Oft vergeblich. 80 Prozent aller arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren haben keine abgeschlossene Ausbildung. „Die müssen dringend aus den Füßen kommen”, warnt Winnen.

Wer sich flexibel zeigt, hat immer auch eine Chance auf einen Lehrstellenvertrag. Zum Beispiel als Bäcker, Konditor, Fleischer oder Fleischereifachverkäuferin. 1544 Lehrverträge im Kammerbezirk Aachen wurden bisher abgeschlossen. Im letzten Jahr verdoppelte sich diese Zahl bis zum 31. Dezember noch auf 3058. Wer also mit viel persönlichem Einsatz eine Ausbildungsstelle sucht, der kann auch fündig werden.