Eschweiler: Schlägerei vor Diskothek: Hintergründe nach wie vor unklar

Eschweiler: Schlägerei vor Diskothek: Hintergründe nach wie vor unklar

Auch einen Tag nach den Vorfällen in der Schnellengasse tappt die Polizei im Dunkeln. „Über die Hintergründe und die genauen Abläufe können wir noch nichts sagen“, teilt Polizeisprecher Paul Kemen mit. Die vier vorläufig festgenommenen Männer sollen zunächst verhört werden. Am Montagmorgen hatten sie widersprüchliche Aussagen zu den Ereignissen gemacht.

Zahlreiche Anrufe gingen am Montagmorgen gegen 7.30 Uhr bei der Polizei ein. Von einer großen Schlägerei war die Rede und von Schwerverletzten. Die komplett zerstörte Frontscheibe einer Diskothek in der Schnellengasse und zahlreiche Blutspuren ließen Schlimmes vermuten. Mancher Anrufer will Schüsse gehört haben. In sozialen Netzwerken brodelte anschließend die Gerüchteküche.

Bestätigt haben sich die Befürchtungen nicht. Noch am Montag teilte die Polizei mit, dass es keinerlei Anzeichen dafür gibt, dass das Rockermilieu beteiligt sei. Auch Schussspuren oder eine Schusswaffe fanden sich nicht. Die Ermittler stellten letztlich ein blutiges Handtuch, eine Eisenstange und ein Klappmesser sicher.

Bei den vier vorläufig Festgenommenen handelt es sich um Männer im Alter zwischen 20 und 45 Jahren mit unterschiedlichen Nationalitäten: aus Deutschland, dem Kongo, Serbien und aus der Elfenbeinküste. Einer der Verdächtigen widersetzte sich derart seiner Festnahme, dass ein Polizeihund zupackte. Insgesamt neun Streifenwagen waren an dem Einsatz beteiligt, auch Beamte der Bundes- und Autobahnpolizei gehörten dazu.

Nach aktuellem Ermittlungsstand ist es auch fraglich, ob der Mann, der sich mit Schnittverletzungen am Arm im Krankenhaus gemeldet hat, überhaupt beteiligt war. Nach Angaben von Zeugen begann die Auseinandersetzung am Montag zunächst vor der bereits geschlossenen Gaststätte.

Laut Polizei seien im weiteren Verlauf die Glaseingangstüre und weitere Glasscheiben zur Diskothek eingeschlagen worden. Die Auseinandersetzung sei anschließend im Treppenhaus und vor der Theke fortgesetzt worden. Inmitten des Tumults habe auch die noch einzige anwesende Bedienung auf nicht bekannte Art und Weise eine blutende Wunde im Rücken erhalten, heißt es im Polizeibericht.

(pan)
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