Eschweiler: Schick und praktisch: Die neue Ardennenstraße

Eschweiler: Schick und praktisch: Die neue Ardennenstraße

Noch gleicht die Ardennenstraße in Bergrath eher einem besseren Wirtschaftsweg denn einer Straße. Auf den Ausbau der Verbindung zwischen Heibachstraße und Herrenfeldchen warten viele Anwohner seit Jahren schon sehnlichst. So zumindest formulierte es der Leiter des Planungsamtes, Dr. Bernd Hartlich, am Mittwochabend.

Bei einer Versammlung im Zuge der Bürgerbeteiligung erfuhren die vielen Bergrather, die gekommen waren, wie die Straße einmal aussehen wird, welche Arbeiten notwendig sind und was grob geschätzt an Kosten auf sie zukommt.

Die Schäden an der Fahrbahndecke des Hauptarms der Ardennenstraße und der beiden östlichen Stichwege fallen ins Auge. Doch Untersuchungen mit der Kanalkamera haben gezeigt, dass es unter der Erde nicht besser aussieht: Ablagerungen, Risse, eingedrungene Wurzeln und Rohre, die sich gegeneinander verschoben haben und deswegen nicht mehr dicht sind, machen eine umfangreiche Sanierung erforderlich.

Baudezernent Hermann Gödde, der die Bürgerversammlung im Ratssaal moderierte,ngen umgehen.” Zunächst erläuterte Dr. Bernd Hartlich, unterstützt von Projektleiter Ralf Mommer, den Ausbau der Straße. Allein die Gestaltung der so genannten Mischverkehrsfläche ohne eigentliche Fahrbahn und Bürgersteige, auf der alle - vom Autofahrer bis zum Fußgänger - gleichberechtigt sind, soll klar signalisieren: Hier ist ein verkehrsberuhigter Bereich.

Die (als Ausweichfläche ebenfalls befahrbaren) Seitenbereiche links und rechts sowie die beiden Stichwege werden ebenso in grauem Betonsteinpflaster gestaltet wie der „Wurmfortsatz” (Hartlich), jener kurze und relativ enge Abschnitt zwischen Heibachstraße und Friedhof. Entlang der Mauer und gegenüber des Friedhofs entstehen insgesamt 18 Parkplätze.

Der Bereich zwischen dem Eingang und dem schmalen Fußweg Richtung Kirche erhält eine rötliche Pflasterung, die sich an den Klinkern der Mauer und der Kapelle orientiert. Dieser „rote Platz”, der die Schwarzdecke unterbricht, ist als Signal an Autofahrer gedacht, besonders aufmerksam zu sein, zumal sich in unmittelbarer Nähe der Kinderspielplatz befindet.

Eine Pflasterung aus Betonsteinen mit ähnlicher Signalwirkung wünschte sich ein Anwohner am Mittwoch auch für die beiden Abschnitte, in denen die Stichwege auf die Ardennenstraße treffen. Diese „gute Anregung” notierten sich die Herren der Stadtverwaltung ebenso wie einige weitere, etwa den Wunsch nach markierten Bereichen für Mülltonnen: Da die Stichstraßen zu schmal für Müllwagen sind, stellen die Anwohner hier schon heute ihre Tonnen zum Entleeren an die Ardennenstraße.

Die Erneuerung des Kanals, die Heiko Schmelzer vom gleichnamigen Planungsbüro erläuterte, bringt an einigen Stellen erhebliche Probleme mit sich, da ein Teil des Abwassers bisher über alte Systeme und über Privatgrund abgeleitet wurde und das Gefälle an einigen Stellen nicht ausreicht.

Dieter Nießen von den Wirtschaftsbetrieben Eschweiler (WBE) versprach am Mittwoch ausführliche Beratung und Unterstützung gerade für jene Haushalte in den Stichwegen, wo die Entwässerung aufgrund des Geländes problematisch werden könnte.

Gegen Ende der Versammlung, an der sich die Anwohner sehr rege beteiligten, erläuterten der Leiter der Bauverwaltung, Helmut Gühsgen, und Abteilungsleiter Karl-Heinz Schlösser, mit welchen Beiträgen die Anwohner rechnen müssen. So können sich jene, die am Hauptarm der Ardennenstraße wohnen, der erstmals erschlossen wird, auf eine Beteiligung an den tatsächlichen Kosten in Höhe von 90 Prozent einrichten.

Helmut Gühsgen nannte hier einen grob geschätzten Betrag von 17 bis 19 Euro pro Quadratmeter beitragsfähiger Fläche. In den Seitenwegen, die in den 60ern bereits erschlossen wurden, werden nur so genannte Anliegerbeiträge fällig. Überschlägig bedeutet dies 2 bis 4 Euro pro Quadratmeter für den nördlichen Stichweg und 6 bis 8 Euro für den südlichen.

Im Mai sollen die Arbeiten beginnen; im Frühjahr/Sommer 2012, so schätzt die Verwaltung, ist Schluss.

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