Eschweiler: Schandfleck an der Dürener Straße mitten in der City

Eschweiler: Schandfleck an der Dürener Straße mitten in der City

Es ist ein wahrer Schandfleck mitten in der Eschweiler Altstadt: Zwischen den Hausnummern 11 und 15 auf der Dürener Straße, also dort, wo eigentlich Haus Nummer 13 stehen sollte, ist seit Jahren vor allem eines: Nichts. Zwischen den beiden Wohnhäusern klafft ein Loch, das den Blick bis zur Peter-Paul-Straße freigibt.

Die Hauswände der beiden angrenzenden Wohnhäuser sind nur notdürftig abgedeckt, aus der linken Hauswand ragt noch ein Stück Holzbalken hervor, letzte Reste zerfledderter Tapete hängen von der Wand. Der Bauzaun, der das brachliegende Grundstück unzugänglich machen soll, ist demoliert.

Rechts bietet ein gut ein Meter breiter Spalt Einlass. Was hinter dem Zaun liegt, erinnert mehr an Müllhalde als an Wohngrundstück: Der Rasen wuchert unkontrolliert, überall liegen verrottete Möbelreste, leere Pfanddosen und Plastikmüll. Es ist ein Trauerspiel.

Immer wieder haben die Anwohner der Dürener Straße sich in der Vergangenheit beschwert. Passiert ist bis jetzt jedoch nichts. Die Stadt Eschweiler habe in diesem Fall schlichtweg keine Handhabe, erklärt Pressesprecher René Costantini. „Das ist natürlich immer schwer zu verstehen, auch für mich”, sagt er.

Dennoch dürfe die Stadt in solchen Fällen lediglich dann einschreiten, wenn von dem Grundstück eine Gefahr ausgehe — sonst sei sie auf den Eigentümer angewiesen. „Wenn der Eigentümer sagt ‚Ich lasse das so’ und von dem Grundstück geht keine Gefahr aus, dann können wir also nichts unternehmen”, sagt Costantini.

Im Dezember 2008 hätte die Stadt zuletzt eingreifen können. Damals hatte sie das Gebäude eindrücken lassen, das Teile des Gebäudes drohten, auf die Straße zu stürzen. Erst im Oktober 2011 hatte der Eigentümer das Grundstück dann geräumt. Seitdem liegt es brach.

Auch um das Beseitigen des Mülls auf dem Grundstück kann die Stadt Eschweiler sich nicht kümmern. „Auch in diesem Fall können wir nur eingreifen, wenn es gefährlich wird”, sagt Costantini. Müll zum Beispiel könne die Stadt nur dann (in Vorkasse) entsorgen lassen, wenn er beispielsweise Ratten oder anderes Ungeziefer anziehen würde. Schutt oder alte Holzmöbel dürfe die Stadt daher nicht von dem Grundstück entfernen.

„Wir haben einige dieser Fälle in Eschweiler, aber dieser ist natürlich besonders ärgerlich, da das Grundstück mitten in der Altstadt liegt”, sagt Costantini. „Es ist einfach ein richtiger Schandfleck.”

(nile)
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