Eschweiler: Schadstoffmobil macht bald seltener Station in Eschweiler

Eschweiler: Schadstoffmobil macht bald seltener Station in Eschweiler

Wer sich von Schadstoffen wie Batterien, Lacke, Öl und Farben trennen wollte, hatte bisher immer an sechs Terminen im Jahr Gelegenheit. Dann machte das Schadstoffmobil Station an 15 verschiedenen Orten in Eschweiler. Damit könnte bald Schluss sein. Zumindest will die AWA (Abfallwirtschaft Stadt und Kreis Aachen) die Abfuhr von Schadstoffen neu organisieren.

Die derzeitigen Pläne sehen vor, dass das Schadstoffmobil nur noch zwei Mal im Jahr auf Rundreise in der Stadt ist. Im Gegenzug werden die Stoffe an der ehemaligen Mülldeponie in Warden nicht nur wie bisher an Frei- und Samstagen, sondern auch einem weiteren Tag angenommen. Dies macht sich auch finanziell bemerkbar, wenn auch gering: Die Stadt würde dann statt bisher 30.200 Euro lediglich 24.600 Euro im Jahr für die Schadstoffentsorgung bezahlen.

Im kommenden Jahr in Kraft

Die neue Regelung soll im kommenden Jahr in Kraft treten. Die AWA reagiert damit auch auf das Verhalten der Bürger: In den vergangenen Jahren brachten immer weniger Menschen ihre Schadstoffe zum Schadstoffmobil. Zudem handelte es sich beim abgegeben Abfall häufig auch nicht um Schadstoffe.

Einen Großteil machen die Dispersionsfarben aus, die über die graue Tonne entsorgt werden können. Im vergangenen Jahr brachten Indestädter insgesamt 22.630 Kilogramm Dispersionsfarbe zum Schadstoffmobil. Dort nahm man die Eimer zwar in Empfang, aber sie wurden letztlich in der Müllverbrennungsanlage Weisweiler verbrannt.

2520 Kilogramm in 2017

Mit 2520 Kilogramm war der Anteil der Schadstoffe im Gegensatz zu den Dispersionsfarben gering. Die Indestädter brachten zudem 121 Kilogramm Elektroschrott zur mobilen Annahmestelle. Hinzu kamen noch 620 Kilogramm Altöl, die am Schadstoffmobil abgegeben wurden. In den Augen der AWA rechtfertigen diese Zahlen nicht den hohen personellen Aufwand, der mit dem Betrieb des Schadstoffmobils verbunden ist.

Auch dazu legt das Entsorgungsunternehmen Zahlen vor: Lediglich 58 Prozent der 782 Stunden, in denen das Schadstoffmobil in der Städteregion genutzt wurde, machte die eigentliche Sammelzeit aus. Die übrigen 42 Prozent waren nötig, um das Fahrzeug herzurichten und zum nächsten Sammelpunkt zu fahren.

Die AWA führt weitere Argumente ins Feld, das Angebot zu verändern. Die Zahl schadstoffhaltiger Substanzen in Produkten hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter verringert. Das Schadstoffmobil nimmt zudem zu „arbeitnehmerunfreundlichen“ Zeiten den Abfall an. Auch dies führte dazu, dass die Resonanz der Menschen immer weiter sank und an den Annahmestellen wie in Warden kontinuierlich zunahm.

Das neue Konzept sieht also vor, dass alle Standorte bestehen bleiben, allerdings nur noch zwei Mal im Jahr angefahren werden. Lediglich Kommunen, die weiter als zehn Kilometer von einem Entsorgungszentrum entfernt liegen, werden zusätzlich vier Mal im Jahr angefahren, wo man die Schadstoffe an einem zentralen Standort in Empfang nimmt. Am Schadstoffmobil soll auch keine Dispersionsfarbe mehr angenommen werden. Die Entsorgung kann dann über die Zentren wie in Warden erfolgen, allerdings ist die Menge auf einen halben Kubikmeter begrenzt.

54 Cent pro Einwohner

Derzeit erhält die AWA für die mobile Schadstoffentsorgung 54 Cent pro Einwohner. Stimmt der Rat dem Konzept zu, wird dieser Betrag um zehn Cent pro Einwohner sinken. Eine große Wahl haben die Kommunalpolitiker nicht. Die AWA macht unmissverständlich deutlich, dass bei einer Nichtumsetzung des Konzeptes die Kosten deutlich steigern werden. Auch die Stadtverwaltung schlägt darum vor, unter „Beachtung der Trends und Probleme bei der mobilen Schadstofferfassung“ dem Konzept des Entsorgungsunternehmens zu folgen.

Schadstoffe können derzeit nicht nur am Mobil, sondern auch im Entsorgungszentrum Warden abgegeben werden. Die Annahmestelle ist freitags von 8 bis 17 Uhr sowie samstags von 8 bis 12 Uhr und von 12.30 bis 16 Uhr geöffnet. Sonstige Abfälle können montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr und samstags von 8 bis 16 Uhr angeliefert werden.

Mehr von Aachener Zeitung