Eschweiler: Sanierung des Rathauses: Der „Alufraß“ lässt Kosten leicht steigen

Eschweiler: Sanierung des Rathauses: Der „Alufraß“ lässt Kosten leicht steigen

Derzeit kreischt und hämmert es im Foyer des Eschweiler Rathauses. Holzplatten und Folien verdecken die beiden Ausgänge Richtung Parkhaus. Dies hängt nicht etwa mit dem Abriss des City-Centers und des ehemaligen Hertie-Gebäudes zusammen, vielmehr werden zum Abschluss der Fassadensanierung sämtliche Türen und Fenster mit Rahmen im Untergeschoss ausgetauscht.

Anfang des kommenden Jahres will man dann endlich einen Strich unter der Baumaßnahme ziehen, die im September 2012 gestartet war. Insgesamt 6,2 Millionen Euro kostet die Sanierung.

Die neuen Rahmen und Türen stehen am Rathaus bereits bereit. Der Austausch wurde erforderlich, weil die Aluminiumprofile Löcher aufweisen (Foto links unten). Damit der Betrieb im Rathaus weitergehen kann, ist die Baustelle mit Folie und Holzbrettern vom Foyer getrennt. Foto: Patrick Nowicki

Löcher im Metallrahmen

Damit der Betrieb im Rathaus weitergehen kann, ist die Baustelle mit Folie und Holzbrettern vom Foyer getrennt. Foto: Patrick Nowicki

Der Komplettaustausch im Erdgeschoss war ursprünglich nicht geplant, die Rahmen sollten erhalten bleiben. Bei Untersuchungen stießen die Arbeiter allerdings auf starke Beschädigungen. „Wir trafen auf Aluminiumfraß“, berichtet Brigitte Höne vom Technischen Gebäudemanagement der Stadt.

Die Profile weisen an bestimmten Stellen Löcher auf, weil das Metall chemisch angegriffen wurde. Gutachter stellten fest, dass spätestens in fünf Jahren der komplette Ausbau der Rahmen erfolgen muss. „Aus diesem Grund werden nicht nur die Fenster ersetzt, auch die Rahmenkonstruktion wird erneuert“, sagt Brigitte Höhne.

Auch in der Tiefgarage sind noch Arbeiten zu erledigen. Eine Wand muss mit Mineralfaserplatten gedämmt werden. Die Teilsanierung des Tiefgaragendachs ist ebenfalls vorgesehen. Dann ist die energetische Sanierung abgeschlossen. Messbar ist die Investition derzeit nur im städtischen Haushalt.

Die Gasverbräuche der Stadt Eschweiler sind zwar in den vergangenen Jahren stetig gesunken, allerdings bestehen noch keine haltbaren Zahlen für das Rathaus. Der Grund liegt auf der Hand: Da die Sanierung im laufenden Rathausbetrieb erledigt wurde, gingen die Arbeiter in Bauabschnitten vor. Während also eine Seite bereits fertig war, lag auf der anderen Seite der Beton blank. „Wir spüren in den Büros jedoch schon, dass Hitze und Kälte besser abgehalten werden“, betont Verwaltungssprecher René Costantini. Haltbare Zahlen erwartet man im kommenden Jahr.

Die Belastung für die Mitarbeiter im Rathaus war hoch. Bis zu zehn Tage lang machte die Baustelle Station in einem der Büros. Von einer Folienwand getrennt wurden auf der einen Seite Anträge und Formulare beschieden, während auf der anderen Seite die Fenster ausgetauscht wurden. Auch nachdem die Bauarbeiter in den nächsten Raum gezogen waren, schallte der unvermeidbare Lärm noch durch die Flure. Insgesamt 233 Büroräume mit 410 Mitarbeitern wurden so Schritt für Schritt saniert.

Brigitte Höne ist froh, dass alles im Zeitplan blieb. Das erste Gerüst wurde im September 2012 an der Ostseite des Rathausgebäudes aufgestellt. Von dort aus wurde zunächst die gesamte Vorderseite und schließlich im Jahr 2016 die Rückseite des Rathauskomplexes saniert. Das Rathaus war zeitweise verhüllt wie das Reichstagsgebäude vor 22 Jahren. Beteiligt waren vorrangig Firmen aus Eschweiler — lediglich den Fensteraustausch übernahm eine Firma aus dem Saarland.

Beschluss im Jahr 2009

Der Stadtrat hat die Sanierung in seiner Sitzung am 10. Dezember 2009 beschlossen, die Arbeiten starteten jedoch erst zweieinhalb Jahre später. Dass die Kosten letztlich höher liegen als die im Jahr 2009 kalkulierten 5,55 Millionen Euro, liegt auch an dem erforderlichen Austausch der Türen im Erdgeschoss. Nach dem Umbau kann man von Süden aus nach wie vor durch eine Schleuse mit Glasschiebetüren ins Rathausfoyer gelangen. Vom Norden aus wird eine Schleuse durch eine Schwingtür ersetzt, die sich per Knopfdruck öffnen lässt. Dieser Zugang soll vollständig barrierefrei sein.

Das Rathaus wird nach Abschluss der Arbeiten als „KfW-Effizienzhaus 100“ gelten — mit einem geringeren Energieverbrauch.

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