Eschweiler: Samba-Fußball in Hehlrath: Wer die meisten Tore schießt, ist egal

Eschweiler: Samba-Fußball in Hehlrath: Wer die meisten Tore schießt, ist egal

„O jogo bonito” („Das schöne Spiel”) nennt es Pelé, und nach einer Woche schnörkellosen, geradlinigen und zum Teil kampfbetonten Fußballs der Stadtmeisterschaft gab es zum 90-jährigen Bestehen der Sportfreunde Hehlrath am Samstag brasilianischen Fußballzauber auf dem Rasen am Maxweiher zu bewundern.

Hehlraths Vorsitzender Guido Esser und sein Team hatten alle Hände voll zu tun, um für diesen einen Tag den sonst in den Vereinsfarben blau-gelb gehaltenen Sportplatz ganz in grün-gelb zu kleiden. Schließlich sollten sich die Gäste des 1. KFC Diadema Sao Paulo bei ihrem mittlerweile dritten Besuch in Hehlrath wohl fühlen.

Flaggen, Fähnchen, Plakate mit brasilianischem Wappen, sogar die brasilianische Hymne klang aus den Lautsprechern der Sportanlage, als die Sambakicker zum Einlagespiel gegen die Mannschaft der Sportfreunde Hehlrath aufliefen. Und auch die Temperaturen glichen sich am Samstag dem Klima der Fußballzauberer aus Südamerika an, so dass sie bestens gelaunt das runde Leder passten, dribbelten, regelrecht streichelten, während die Hehlrather doch mächtig ins Schwitzen gerieten.

Mit 6:2 fiel das Ergebnis dann entsprechend klar für die Gäste aus Sao Paulo aus, was jedoch nur eine Randnotiz war, schließlich wurde für den guten Zweck gespielt.

Frühstück für Straßenkinder

So überreichte Guido Esser von den Sportfreunden Hehlrath dem Organisator der Deutschlandtour des 1. KFC Sao Paulo, dem evangelischen Pfarrer Markus Lienhardt, einen Autogrammball mit den Unterschriften der Fußball-Weltmeisterinnen 2007 sowie ein Trikot von Bayer 04 Leverkusen zur Versteigerung.

Die Einnahmen sind für das Projekt „ALEM Brasil” (Amigos Levando o Evangelho ao Mundo”, zu deutsch: „Freunde tragen das Evangelium in die Welt”) gedacht, das etwa 1000 brasilianische Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren in Fußball- und Sprachschulen einbindet und mit seinem Frühstücksprogramm dafür sorgt, dass viele Straßenkinder zumindest einmal am Tag eine feste Mahlzeit erhalten.

„Eschweiler hat keinen Platz für Rassismus”, das Motto der Indestadt war für Kulturmanager Max Krieger Grund genug, diese Aktion der Hehlrather zu unterstützen und mit Freundschaftspokal sowie der brasilianischen Sambatänzerin Christina Ferreira aus Köln am Samstag zum Sportplatz zu kommen. Gemeinsam mit Paula Katzenstein von der deutsch-brasilianischen Gesellschaft überreichte er den Pokal, für den sich der 1. KFC Sao Paulo mit einer Capoeira-Einlage bedankte, bevor die Sambanacht mit DJ Daniel Pijl so richtig Fahrt aufnahm.

Nach verschiedenen Besuchen in Aachen in dieser Woche verbreiten die Spieler aus Sao Paulo ihren Ballzauber am Wochenende übrigens wieder in Eschweiler, zum einen am Freitag in einem Freundschaftsspiel gegen Germania Dürwiß auf der Großsportanlage und dann gemeinsam mit den Spielern der Sportfreunde Hehlrath am Sonntag gegen die Nationalmannschaft aus Kuba auf dem Sportplatz in Hehlrath.

Mehr von Aachener Zeitung