Inden: RWE wirbelt in den Tagebauen wieder Staub auf

Inden: RWE wirbelt in den Tagebauen wieder Staub auf

Die Staubbelastung der Anwohner durch die Tagebaue der RWE Power AG erreicht immer größere Ausmaße. Dies erklärt der Landtagsabgeodnete Josef Wirtz aus Inden-Schophoven in einem Schreiben an den Bergbaubetreiber.

Einige Bürger seien schon regelrecht verzweifelt. Es sei jetzt an der Zeit, dass RWE Power Entschädigungen leiste, fordert Wirtz.

Wind und Wetter

Die erhebliche Zunahme der Staubentwicklung in den letzten Wochen ausschließlich auf Wind und Wetter zurückzuführen, sei sicherlich nicht angemessen. Wirtz: „Jeder, der Löcher in die Erde gräbt muss wissen, dass es staubt. Der „Staubfingertest” führe den Anrainern täglich vor Augen, wie viel Staub sie aushalten müssten.

Sie müssen aber nicht nur auf weiße Gartenmöbel verzichten, sie fürchteten auch um ihre Gesundheit, schreibt der Politiker aus Inden-Schophoven. „Mittlerweile geht das an die Substanz vieler betroffener Anwohner.” Es werde jedenfalls „zukünftig nicht mehr ausreichen, die Betroffenen mit Spenden aus der Portokasse oder Freibier bei Laune zu halten. Wenn die Gesundheit gefährdet ist, hört bei vielen Anwohnern der Spaß auf. Mittlerweile gibt es sogar Stimmen, die eine Umsiedlung fordern, um dem Tagebau zu entkommen. Dies veranschaulicht die Verzweiflung der Menschen rund um die rheinischen Tagebaue.”

Im Novemer 2010 habe das Unternehmen in einer Sitzung des Unterausschusses für Bergbausicherheit zahlreiche Maßnahmen zur Reduzierung der Staubbelastung am Tagebau Inden aufgezählt. Einige davon wie beispielsweise der „Feinstaubkleber” (Magnesiumchlorid-Lauge) würden noch getestet, habe es damals geheißen.

Zusätzlich sollte die Beregnung im Tagebau intensiviert werden. Aufgrund der Ereignisse der letzten Wochen dränge sich, so Wirtz, allerdings die Frage auf, ob die angekündigten Maßnahmen überhaupt umgesetzt worden seien.

Die Menschen, die täglich mit den Belastungen der Tagebaue leben, erwarteten zwei wichtige Signale von dem Unternehmen.

Erstens müsste dargelegt werden durch welche technischen Vorkehrungen die gesundheitlichen Risiken weiter minimiert werden können. Zweitens müssten die direkten Tagebauanrainer für die zu ertragenden Belastungen (zusätzlicher Reinigungsaufwand usw.) angemessen entschädigt werden.

Es werde erwartet, dass RWE Power „nicht einfach nur die Beschwerdeführer mit einem Blumenstrauß entschädige, sondern allen Betroffenen einen Ausgleich leistet. In Frage käme beispielsweise eine Reduzierung des Strompreises”, schreibt der Landtagsabgeordnete.

Hiermit könnte RWE Power verloren gegangenes Vertrauen wieder zurückgewinnen und den Menschen im rheinischen Revier verdeutlichen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine gelassen werden, schließt der Landtagsabgeordnete sein Schreiben an das Bergbauunternehmen.

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