Eschweiler: Rue de Wattrelos: Bringen Betonringe jetzt die Lösung?

Eschweiler: Rue de Wattrelos: Bringen Betonringe jetzt die Lösung?

Bei den Geschäftsleuten an der Rue de Wattrelos rumort es schon länger. Der Grund: Parkende Lkw und deren Fahrer, die für Unruhe und Unrat sorgen. Doch nun sind Lösungen in Sicht.

„Wir sind froh, dass wir jetzt in einem vernünftigen Dialog mit der Stadt sind”, sagt Frank Lenzig von der CDU, der auch über das Euregio-Hundezentrum in das Problem involviert ist. Das hat jedoch eine Weile gedauert.

Der Reihe nach: Bis Mitte 2011 war auf der dem Real-Markt zugewandten Straßenseite Parkverbot für Lkw. Allerdings entdeckten die schweren Gefährte die andere Straßenseite für sich und standen somit direkt vor den Geschäften. Für die war das natürlich ein Ärgernis. Aber es besteht durchaus Verständnis für die Situation der Lkw-Fahrer. Zu Recht.

Denn die müssen nun mal ihre Standzeiten einhalten. Und wenn nicht genügend Platz auf den Autobahnen ist, müssen sie eben in die Stadt. Dennoch wurde vor rund einem Jahr die Beschilderung an der Rue de Wattrelos geändert. Auf der Seite der Geschäfte durfte fortan nicht geparkt werden, auf der anderen war bis diese Woche Parkgebot für Lkw. Die Stadt hat die Schilder jetzt in Parkgebot nur für Pkw geändert. Noch bleibt der Erfolg aus.

Vor allem am Wochenende sei die gesamte Straße voll. Auch der Wendehammer am Ende der Straße, also dort, wo früher die Polizei war, ist oft zugeparkt.

Die Geschäftsleute monieren, dass die Lkw-Fahrer rund um die Gebäude etwa alles hinterlassen, was von ihrem Essen übrig bleibt - auch die Verpackungen. „Jeden Morgen räumen wir hier auf”, sagt Frank Lenzig. Herumliegende Flaschen sind da noch harmlos. Kondome liegen ebenso oft herum wie Haschtütchen. Ob das alles ausschließlich von Lkw-Fahrern stammt, ist natürlich nicht bewiesen, dass sie jedoch ihren Teil dazu beitragen, ist wohl unstrittig.

Das ist aber längst nicht alles. Frank Lenzig erzählt viele Geschichten rund um die Lkw und die Hinterlassenschaften. Etwa von einer Spaziergängerin, die gerade noch ausweichen konnte, als sich ein Fahrer direkt aus seinem Wagen heraus erleichterte. Laternen seien umgefahren worden, die Feuerwehr habe oft ausrücken müssen, weil Öl oder Chemikalien ausgelaufen waren.

Geschäftsschädigend

Geschäftsschädigend sei das „wilde Parken” zudem. Wolfgang Nowak, Leiter des dort ansässigen Fitnessstudios Fitnessking, erklärt: „Die Kunden sehen unsere Werbung gar nicht. Es haben sich auch schon Leute beschwert, die das Studio gar nicht gefunden haben, weil sie das Logo nicht sehen konnten.”

Friedrich Gier von der Firma Slabbinck sagt, dass die Drainage vor seinem Firmengelände defekt sei, weil die schweren Lkw darübergerollt seien. Und die Firma Knuppertz hat öfters Schwierigkeiten bei An- und Ablieferung gehabt, weil Lkw schlecht oder nicht rangieren konnten.

Mit den Lkw-Fahrern reden könne man nicht, sagt Frank Lenzig. Auch unserer Zeitung gegenüber zeigten sie sich wortkarg bis unhöflich.

Ordnungsamtsleiter Edmund Müller räumt ein, dass einige Mitarbeiter bei einer gemeinsamen Kontrollaktion mit der Polizei beschimpft wurden.

Und jetzt? In der vorigen Woche besprachen Stadt und Geschäftsleute eine mögliche Lösung: Es sollen Betonringe versetzt auf die Rue de Wattrelos gestellt werden, die das Parken dort verhindern. Ganz einig ist man sich jedoch noch nicht.

Die Stadt favorisierte Abstände von 19 Metern zwischen den Ringen. „Das bringt nichts”, sagt Lenzig und erklärt auch warum. Mit weiteren Geschäftsleuten habe er testweise Pkw geparkt. Selbst als diese 17 Meter auseinanderstanden, habe es ein Lkw geschafft, in der Lücke einzuparken. Daher die Forderung: Die Ringe sollen höchstens 16 Meter auseinanderstehen.

„Diese Anregungen haben wir aufgenommen”, sagt Edmund Müller. Jetzt geht es um die Finanzierung. Rund 9000 Euro müsste die Stadt nach einer ersten Berechnung berappen. Nur muss sie als HSK-Kommune jeden Cent zweimal umdrehen. Zudem besteht die Gefahr, dass das Problem dadurch nur verlagert und nicht gelöst wird. Für die Geschäftsleute der Rue de Wattrelos spielt das freilich eine untergeordnete Rolle.

Ebenfalls ein Teil der Lösung könnte der Umbau des Rastplatzes Aachener Land-Nord sein. Derzeit gibt es dort 30 Lkw-Stellplätze. Bis voraussichtlich Spätsommer 2013 wird dort gebaut, unter anderem sind es nach Abschluss der Arbeiten 95 Stellplätze für Lkw. 5,8 Millionen Euro kostet die Maßnahme, bei der 43 000 Quadratmeter Land angekauft wurden. Ob das hilft, bleibt abzuwarten.

Aber so lange wollen die Geschäftsleute an der Rue de Wattrelos natürlich ohnehin nicht warten.

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