Eschweiler: Ritter des Mittelalters erobern Röthgener Burg

Eschweiler: Ritter des Mittelalters erobern Röthgener Burg

„Tretet ein, holde Ritter und Edeldamen! Tauchet ein in die Welt der Ritter!“ So begrüßt ein junger Mann im dunkelblauen Gewand die interessierten Gäste, die es am Sonntag zur Röthgener Burg verschlagen hat.

Ein wenig irritiert gehen die Besucher weiter. Nachdem sie an den beiden „Wachmännern“ vorbeigekommen sind, finden sie sich plötzlich in einer völlig anderen Welt wieder. Ein Ritter reitet mit seinem schwarzen Pferd an ihnen vorbei, ein paar Meter weiter bieten ihnen zwei hübsche „Maiden“ selbstgemachten Met und Fruchtwein an. „Wo sind wir hier?“, fragt ein kleiner Junge seine Mutter. „Na, im Mittelalter!“, lacht die junge Frau.

Historisches Handwerk: In der Zeltstadt ließen sich die Arbeiter beim Mittelalterspektakel auf die Finger schauen.

Und sie hatte nicht ganz unrecht: Das Wochenende auf der Röthgener Burg stand ganz im Zeichen der Epoche zwischen Antike und Neuzeit. Zum ersten Mal fand dort an beiden Tagen ein spektakuläres Ritterturnier statt, bei dem neben dem legendären Lanzenkampf auch Speerwurf, Ringlein­stechen und viele weitere Geschicklichkeitsspiele auf dem Programm standen. Begleitet wurde das Turnier von einem Mittelalter-Markt, bei dem wirklich an alles gedacht wurde. Zahlreiche Künstler und Handwerker, wie zum Beispiel Truhen- und Möbelbauer, Schmiede und Weber, zeigten am Wegesrand ihr Können. Selbstgemachte Öle, duftende Seifen und bunte Gewänder wurden zum Verkauf angeboten.

Unterhaltung pur

Natürlich durften auf dem Mittelaltermarkt auch die Unterhaltungskünstler und Gaukler nicht fehlen. Musikanten von Cepa Saporem, die Glückshexe Aurora, Gaukler Marbun sowie Feuerspucker hielten die Gäste des Ritterspektakels in Atem.

Auch für die kleinen Mittelalter-Fans gab es jede Menge zu entdecken. Neben einem lustigen Kinder-Ritterturnier mit Holzschwertern konnten sich die kleinen Ritter und Burgfräuleins im Bogenschießen und Axtwerfen üben. Wer es kreativer mochte, konnte sein eigenes Wappen malen. In den „Ritterlagern“ standen die Hobby-Ritter Rede und Antwort und informierten über die „dunkle Zeit“, bevor sie in die „Feldschlacht“ vor der Röthgener Burg zogen und hunderte Besucher begeisterten.

Organisiert wurde das mittelalterliche Spektakel von Carolan Lieb vom Verein „Lorraine Médiévale — Darstellung mittelalterlichen Lebens“. Der Mann im altrosanen Gewand zeigt sich trotz toller Organisation jedoch etwas enttäuscht: „Ich hätte wirklich mehr Besucher erwartet. Heute ist es etwas besser, aber am Samstag war leider so gut wie garnichts los.“ Ob das spannende Ritterturnier im nächsten Jahr noch einmal stattfinden wird, steht also noch in den Sternen — es wäre schade, wenn nicht.

Mehr von Aachener Zeitung