Reptilien- und Insektenschau in der Festhalle Weisweiler

Reptilienschau : Auch Schlange Uschi ist mit dabei

Abschreckend für manch einen, was sich in der Festhalle Weisweiler tummelte – die Reptilien- und Insektenschau bot die etwas andere vorweihnachtliche Abwechslung.

Familie Liebe präsentierte ihre Leidenschaft zu den überwiegend eher kleineren Tieren, doch auch größere Wesen ließen sich in den Terrarien bestaunen. 500 Exponate, darunter über 100 Lebendige zogen so einen Tag lang interessierte und neugierige Beobachter in den indestädtischen Osten.

Und es bleibt alles irgendwie in der Familie: Der Clan mit dem herzlichen Namen Liebe hat sich vor geraumer Zeit eine Schildkröte als Tier angeschafft. Was mit einem weniger furchteinflößendem Lebewesen begann, hat sich mit der Zeit stetig weiterentwickelt. Die Leidenschaft für Reptilien und Insekten kennt kaum Grenzen und so wurden es mehr und mehr Tiere, darunter auch Spinnen, Schlangen und Chamäleons. Heute zählt die Familie rund 180 Tiere, nicht alle sind bei der Ausstellung zu sehen, manche halten schon Winterschlaf. Irgendwann traten Freunde und Angehörige an sie heran und meinten mit einem Augenzwinkern: „Ihr habt so viele Tiere, wieso stellt ihr sie nicht einmal aus?“

So war die Idee geboren, mit ihren unzähligen Haustieren Ausstellungen anzubieten. Drei Generationen, aus dem Bonner Raum kommend, reisen so durch die nähere Region. Etwa eine Stunde Anreise ist derzeit das Maximum, was sie den Tieren zumuten wollen und so lag die Indestadt noch im Einzugsbereich. Zudem kommt bevorzugt die kältere Jahreshälfte für Ausstellungen in Frage, denn es ist immer einfacher, zu heizen als zu kühlen. Sommerliche Höchsttemperaturen, wie in diesem Jahr erlebt, sind für die Tiere nicht optimal, erklärt Dennis Liebe. Er vertritt die mittlere der drei Generationen seiner Familie, die sich den Reptilien und den Insekten verschrieben hat. Der Jüngste ist elf Jahre und weiß mit Fachwissen ebenso zu glänzen wie die Erwachsenen.

Eines der größten Exemplare der Ausstellung war eine Boa Constrictor Imperator oder auch „Uschi“. Die rund zwei Meter lange Schlange war aber weder giftig noch gefährlich. Dennis Liebe holte sie dennoch vorsichtig aus ihrem Terrarium, da auch unbedrohliche Tiere wie sie nicht gezwungen werden sollten. Und auch bei den zahlreichen Spinnenarten sollte behutsam, aber nicht übervorsichtig gehandelt werden. Lediglich für Allergiker bestand eine Gefahr vergleichbar wie bei Wespenstichen, denn lebensbedrohliche Arten sind zu Ausstellungen allgemein nicht erlaubt. Doch überwiegend wurden die Tieren aller Art in der Festhalle Weisweiler nur vereinzelt aus ihren Terrarien von den Veranstaltern geholt. So konnten die Besucher die Tiere berühren, streicheln oder auf die Hand nehmen, dies auch mit dem Ziel, Phobien zu lösen.

Insgesamt war die Festhalle in Weisweiler an diesem Tag ein Ausstellungsort mit einer Mischung aus Museum und Zoo. Verschiedenste und exotische Tierarten – Vogelspinnen, Stabheuschrecken, Chamäleons, Frösche und Schlangen – waren zu sehen. Auch die zahlreichen nichtlebendigen Objekte lockten die neugierigen Blicke auf sich. Darüber hinaus zeigte die Familie Liebe einen Lehrfilm und wem das noch nicht reichte oder wer ablenkende Nervennahrung brauchte, der konnte sich mit Zuckerwatte den Rundgang versüßen.

(mah)
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