Eschweiler: Reiner Trimborn beerbt Hans Krahe als Vorsitzender der Rhenania

Eschweiler : Reiner Trimborn beerbt Hans Krahe als Vorsitzender der Rhenania

Mehr als vier Jahrzehnte lang trug er das Trikot des FC Rhenania Lohn. Im Jahr 2011 machte der ehemalige Torjäger mit 48 Jahren sein letztes Spiel für „seinen“ Verein, dessen 1. Mannschaft er unzählige Male als Kapitän auf den Platz führte. Seit Freitag, 20.15 Uhr, steht Reiner Trimborn als 1. Vorsitzender am Ruder des Clubs, der zuletzt vor allem in sportlicher Hinsicht in eine gewisse Schieflage geraten ist.

Während der gut besuchten Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Rinkens wurde das Lohner Urgestein einstimmig in das Amt gewählt. Ihm zur Seite stehen in den kommenden beiden Jahren der 2. Vorsitzende Manfred Dolfen, der 1. Geschäftsführer David Arenz, der 2. Geschäftsführer Jens Baumann, der 1. Kassierer Pascal Lenzig sowie der 2. Kassierer Dieter Schieren.

Als Beisitzer komplettieren Philipp Müller, Wolfgang Schwarzer, Konrad Jungbluth, Hans-Josef Naeven, Heinz-Josef Krahe und Sven Baumann den Vorstand. Aus diesem wurde Willi Jansen, der 18 Jahre lang das Amt des 2. Vorsitzenden bekleidete, verabschiedet. Gleiches gilt für Marco Flock, der das Amt des 1. Geschäftsführers nach zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen niederlegte. Enthusiastischen Applaus spendeten die Vereinsmitglieder ihrem ehemaligen Vorsitzenden Hans Krahe, der zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.

Zuvor hatten jedoch die eher nachdenklichen Töne überwogen: Eine sehr stark vom Abstieg in die Kreisliga B Düren bedrohte 1. Mannschaft, die zum fünften Mal in Folge mit einem neuen Trainer in die Saison startete, in den zurückliegenden Jahren von einer starken Spielerfluktuation betroffen war und sich in der laufenden Spielzeit zu häufig undiszipliniert zeigt, wie Jens Baumann während seines Geschäftsberichts betonte, bereitet Sorgen. Den traurigen Höhepunkt markierte der Donnerstagabend der vorigen Woche, als ein Spieler der Rhenania während des Nachholspiels bei der SG Türkischer SV Düren den Schiedsrichter körperlich attackierte und damit den Abbruch der Partie herbeiführte (wir berichteten).

Ein in der inzwischen 96-jährigen Geschichte der Rhenania einmaliger Vorgang! „Eine solche Szene darf und wird sich nicht wiederholen“, unterstrich Jens Baumann, der bemängelte, dass eine emotionale Bindung zum Verein seitens der Neuzugänge der 1. Mannschaft in den vergangenen drei Jahren nicht stattgefunden habe. „Trainingseinheiten mit lediglich fünf Spielern sprechen Bände“, so der alte und neue 2. Geschäftsführer, der den gesundheitsbedingten Rücktritt Hans Krahes vom Amt des Vorsitzenden im März 2015 sowie die auf Anfrage von Germania Dürwiß gestarteten und von den Verantwortlichen der Rhenania abgebrochenen Gespräche hinsichtlich einer Fusion beider Vereine als weitere einschneidende Ereignisse der beiden zurückliegenden Jahre nannte.

Der Zusammenhalt innerhalb der in der Kreisliga C aktiven 2. Mannschaft sei dagegen nach wie vor vorbildlich, allerdings näherten sich zahlreiche Aktive der Reserve dem „Fußball-Rentenalter“. Doch es gebe auch positive Entwicklungen in Richtung Zukunft: „Es ist uns gelungen, junge Menschen für die Vorstandsarbeit zu gewinnen. Und im Jugendbereich schreitet der Aufbau einer Bambinimannschaft voran. Darüber hinaus ist und bleibt der Blausteinseecup dank des Engagements zahlreicher Rhenanen eines der herausragenden Fußballturniere der Region“, schloss Jens Baumann seine Ausführungen.

Vor der einstimmigen Entlastung des Vorstands sprach auch Versammlungsleiter Peter Baumann grundsätzliche Dinge an: Der Rücktritt von Hans Krahe, der 57 Jahre lang als Spieler, Obmann und Vorsitzender der Rhenania Großartiges geleistet habe, sei quasi für alle Vereinsmitglieder ein Schock gewesen. Doch diese Schockstarre scheine nun überwunden zu sein. „Es ist Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Viele Gespräche wurden geführt, neue Vorstandsstrukturen geschaffen. Ein harter Fall kann auch heilsam sein, denn nun ist es nicht mehr möglich, alle Verantwortung auf eine Person abzuschieben“, so Peter Baumann, der einen Appell an die Mitglieder richtete. „Wachst zusammen, der Verein war immer erfolgreich, wenn er familiär war!“

Nach seiner einstimmigen Wahl zeigte sich Reiner Trimborn emotional, aber auch der schwierigen Lage des Vereins bewusst: „Für mich ist dies ein bewegender Moment. Ich weiß, dass es eine schwierige Aufgabe werden wird, den Verein am Leben zu erhalten. Negativbeispiele gibt es zuhauf und auch wir befinden uns nicht sehr weit vom Abgrund entfernt. Wir müssen hart arbeiten. Doch für mich gilt: einmal Rhenania, immer Rhenania“, so der neue 1. Vorsitzende unter lautstarkem Applaus. In der Schlussphase der rund zweieinhalbstündigen Versammlung beschlossen die Mitglieder mit Mehrheit die Anpassung der Jahresbeiträge: In Zukunft zahlen die aktiven Spieler und die Vorstandsmitglieder 60 Euro, die inaktiven Mitglieder 42 Euro sowie die zukünftigen Ehrenmitglieder 24 Euro. Abschließend standen Ehrungen und Ernennungen (siehe Box) auf der Tagesordnung.

Dann schloss Reiner Trimborn eine richtungsweisende Jahreshauptversammlung des FC Rhenania Lohn.

(ran)
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