Hautnah, rockig, gefühlvoll und viel mehr: Regionale Bands präsentieren sich bei der traditionellen Kneipenralley

Hautnah, rockig, gefühlvoll und viel mehr : Regionale Bands präsentieren sich bei der traditionellen Kneipenralley

Was wäre das Eschweiler Music Festival (EMF) ohne die traditionelle Kneipenrallye? Ganz klar – nur halb so schön. Nach den Hauptkonzerten auf der Marktbühne präsentierten sich regionale Bands in den umliegenden Kneipen und Restaurants. Gefeiert und getanzt wurde bis in die Nacht.

Zupackenden, schnörkellosen Rhythm‘n‘Blues, fein gewürzt mit Rock‘n‘Roll, Rockabilly, Ska, Country hatten die „frittierten fische“ im Gepäck. Ob „Natural Ball“, „Come home“, „Folsom Prison“ oder eigene Kompositionen à la „Me and the devil“ – die Band „Saturday Night Fish Fry“ um Frontmann und Gitarrist Wolfgang „Wahwah“ Wynands hatte bei ihrem Konzert im Rahmen der EMF-Kneipenrallye richtig Spaß.

Ihr Publikum im übrigen auch, denn wirklich jeder, der aus der Schnellengasse in Richtung Marktplatz bog, blieb beim Griechen hängen und wippte und tanzte mit. Wolfgang Wynands (Gesang und Gitarre), Boris Ciszewski (Harp), Andreas Steinbeck (Keyboard), Hans-Josef Schmitz (Bass) und Michael Steinbusch (Schlagzeug) setzten den indestädtischen Blues-Express eindrucksvoll unter Dampf. Die Fans dankten es ihnen mit ganz viel Applaus.

Immer ein Garant für Musik, die in die Beine geht: die Eschweiler Formation „Saturday Night Fish Fry“. Foto: Irmgard Röhseler

Die Formation „Sally and the Dodgers“ füllte im Restaurant „Cuma“ die Tanzfläche mit klassischem Rock. Das Quintett mit Sally Kaltenbach (Gitarre), Tobias „Tobs“ Lehmkühler (Gitarre und Gesang), Heinz Ganser (Bass), Sonja Brauckmann (Gesang) sowie Schlagzeuger Boris Wenseler hatte unter anderem Stücke wie „I shot the Sheriff““ von Eric Clapton, „Another Brick in the Wall“ (Pink Floyd) und „Hotel California“ von den Eagles im Repertoire. Auch nach dem Konzert luden einige Musiker der Formation die Gäste zum Mitsingen ein.

„Sally and the Dodgers“ begeisterten ihre Fans mit klassischem Rock im Restaurant „Cuma“. Foto: Irmgard Röhseler

Pure Lebensfreude versprühte die Band „Jamaram“ im „Rio“. Nach anfänglichen technischen Problemen gingen die Musiker zwar erst später an den Start, aber sie sorgten bereits nach den ersten Klängen für ein volles Haus. Bewegung war das Stichwort, und das „Rio“ bebte, und die Fans tanzten ausgelassen. Die Formation lieferte Reggae vom Feinsten, aber auch Hip-Hop und Dancehall.

Schlager satt gab es im Chaplin. Zur EMF-Kneipenrallye sorgten „Peter und Kevin Andree & friends“ für ausgelassene Stimmung. Das musikalische Vater-Sohn-Duo glänzte dabei nicht nur mit Liedern aus seinem Album „Hauptgewinn“, sondern gewann sein Publikum auch mit viel Humor auf der Bühne. Mit Schlagern wie „Verdammte Sehnsucht“, „Absolut startklar“, „Denn ich brauch´ dich nicht“ und „Tra noi e finita“ animierten sie zum Mitklatschen und -tanzen. Nicht nur Peter und Kevin Andree brachten das Chaplin zum Beben: Auch Bobby Jung, Erwin P., Ella Leon und Monika Bongartz, Peter De, Marc Maree, Angelo Venucci, Rico Werner und Michael Reinecke zeigten viel Gefühl am Mikrofon und begeisterten die Gäste.

Kevin und Peter Andree sangen Schlager im „Chaplin“. Foto: Timo Müller

Richtig was auf die Ohren gab es im „Schneckes“. Die fünfköpfige deutsch-niederländische Band „No Funk Shun“ spielte lauten Garagen-Rock und begeisterte ihr Publikum in der Traditionskneipe. Dabei heizten Dennis Pluijmaekers (Gesang), Nils Wieden (Gitarre), Tom Keulers (Gitarre), Thomas Scholl (Bass) und Marcel Bermes (Schlagzeug) ihren Gästen ordentlich mit eigenen Titeln wie „Freedom State of Mind“, „Euphoria“, „X“ und „Nofunkshun“ ein. Auch Coverlieder wie „Bulls on Parade“ von „Rage against the Machine“ standen auf dem Repertoire der Aachener Rocker“. Zugleich stellten die fünf Musiker ihre neue EP „Black Moon“ vor, die bei den laut mitfeiernden Gästen bestens ankam.

Die Aachener Rock-Band „No Funk Shun“ ließ das „Schneckes" erzittern. Foto: Timo Müller

Reichlich Gelegenheit zum Mitsingen und -tanzen gab es am Freitagabend im „Pflaumenbaum“, der nach langer Zeit noch einmal seine Pforten geöffnet hatte. Nach kurzer Zeit war die alte Party-Location proppenvoll, denn Carlos Cachafeiro hatte sich angekündigt. Der sympathische Spanier aus Stolberg begeisterte seine zahlreichen Gäste mit fetzigen Pop-Covern und langsamen Balladen. Neben „Wish you were here“ von Pink Floyd, „Nothing else matters“ von Metallica und „Sweet home Alabama“ von Lynyrd Skynyrd durfte natürlich auch der Klassiker „Hotel California“ von den Eagles nicht fehlen. Das gut gelaunte Publikum dankte es Cachafeiro mit einem donnernden Applaus.

Carlos Cachafeiro, der den „Pflaumenbaum“ mit tollen Cover-Hits zum Beben brachte. Foto: Timo Müller

Kaum war der letzte Ton des Kölschen Abends am Samstag auf dem Marktplatz verklungen, kamen die Besucher der traditionellen Kneipenrallye im „Rio“ in den Genuss von Welthits am laufenden Band. „The U2 Tribute“ wandelte auf den Spuren von Bono, The Edge & Co. und bescherte den Zuhörern mit unter anderem „Desire“ die Erfüllung so mancher Sehnsucht. Zu Beginn des Konzerts musste „Bono“ die Fans allerdings erst einmal auffordern, den räumlichen Abstand zur Bühne etwas zu verringern. Als dies nicht augenblicklich geschah, drehten die Musiker kurzerhand den Spieß um und mischten sich unter das Publikum, das spätestens bei Klassikern wie „With or without you“ und „Where the streets have no name“ in anderen Sphären schwebte.

Im „Rio“ wandelte „The U2 Tribute“ mit zahlreichen Welthits auf den Spuren von Bono und Co. Foto: Andreas Röchter

Auf im wahrsten Sinne des Wortes engstem Raum im tatsächlich „Kleinen Gürzenich“ brillierten Gitarrist Tobias Janssen, Bassist Lars Greuel und Schlagzeuger Andre Hasselmann als Trio „Free Barbie – kill Ken“. Die drei Powerrocker aus Grefrath überzeugten ihre Zuhörer mit geradlinigem Spiel und ließen sich dem Genre „Rockschlagerfunkreggaeundvielspaß“ punktgenau zuordnen. Nach einer langen Nacht stand schließlich das Fazit aller Beteiligten fest: „Wir kommen wieder!“

Im „Kleinen Gürzenich“ brillierten Gitarrist Tobias Janssen, Bassist Lars Greuel und Schlagzeuger Andre Hasselmann als „Free Barbie - Kill Ken“. Foto: Andreas Röchter

In der klassischen „Rolling-Stones“-Besetzung brillierte das Quintett „Charlie“ am Samstagabend im „Cuma“. Tobias Lehmkühler (Gesang), Sally Kaltenbach (Gitarre), Tobias Breitenstein (Bass), Patrick Gier (Gitarre) und Boris Wenseler (Schlagzeug) drückten kräftig auf´s Tempo, schlüpften in die Rollen der legendären Vorbilder Mick Jagger, Ron Wood, Mick Taylor, Bill Wyman oder auch natürlich Keith Richards und bereiteten den Fans der Kneipenrallye, die weder an Applaus noch weiteren Beifallsbekundungen sparten, bis in den Sonntagmorgen hinein wunderbare Momente.

„Charlie“ mit Tobias Lehmkühler, Sally Kaltenbach, Tobias Breitenstein, Patrick Gier und Boris Wensler verwandelte das „Cuma“ in eine Konzerthalle der „Rolling Stones“. Foto: Andreas Röchter

157 Zentimeter voller Power erlebten die Besucher vor dem „Pfantissimo“, wo „Rosita, die kölsche Nachtigall“ unter freiem Himmel ihre Bühnenerfahrung in die Waagschale warf. Schlager, Partyhits und auch der ein oder andere Fastelovends-Evergreen erklang, wobei es der Domstädterin gelang, jedem Song ihre persönliche Note zu verleihen.

Einen Solo-Auftritt vor dem „Pfantissimo“ legte Rosita Koritzki hin. Foto: Andreas Röchter