Eschweiler - Rangelei im Eschweiler Festzelt: Reizgasangriff fordert 14 Verletzte

Rangelei im Eschweiler Festzelt: Reizgasangriff fordert 14 Verletzte

Von: red
Letzte Aktualisierung:
Eschweiler Rosenmontag Pfefferspray
Die Feuerwehr lüftete das Festzelt, danach ging die Feier weiter.
Eschweiler Festzelt Rosenmontag
14 Personen mussten mit leichten Verletzungen behandelt werden.

Eschweiler. Am frühen Abend, nach dem friedlichen und unfallfreien Rosenmontagszug, hatte Wehrchef Axel Johnen noch „vorsichtigen Optimismus“ geäußert, dass es so ruhig bleiben werde. Er hatte kaum ausgesprochen, da brach auf dem Marktplatz eine Schlägerei aus, bei der zwei Polizisten verletzt wurden. Damit nicht genug: Kurz nach 22 Uhr wiederholte sich offenbar die Pfefferspray-Attacke im Festzelt vom vorigen Jahr.

Der Alarm erreichte die Wehr um 22.12 Uhr. Beim Eintreffen der ersten Kräfte des Rettungsdienstes, der Wache sowie der Löschzüge Stadtmitte und Dürwiß hatten Security und Veranstalter bereits mit der Räumung des Zeltes begonnen, da dort vermutlich Pfefferspray versprüht worden war. Mehrere Personen mussten auf der Straße vor dem Zelt von drei Notärzten sowie Rettungsdienstpersonal aus der gesamten Städteregion untersucht und behandelt werden.

Die Feuerwehr löste einen „MANV-Alarm“ (Massenanfall von Verletzten) aus, so dass schließlich zehn Rettungswagen, drei Notärzte und drei Löschzüge vor Ort waren. Insgesamt wurden 14 Personen verletzt, wovon elf mit Augen- und Atemwegsreizungen in die Krankenhäuser Eschweiler, Stolberg und Würselen transportiert werden mussten. Die Veranstaltung im Festzelt wurde abgebrochen. Die Polizei hat die Ermittlungen zu den Verursachern aufgenommen.

Insgesamt wurden während der 24 Stunden 80 Rettungsdiensteinsätze (Vorjahr 78), darunter 49 „Karnevalseinsätze“ (Vorjahr 40), von den Einsatzkräften bewältigt, was erneut einen Anstieg der Einsatzzahlen bedeutet.

Bei den sanitätsdienstlichen Hilfeleistungen – ohne Transport ins Krankenhaus – war ebenfalls ein leichter Anstieg auf 39 Einsätzen (Vorjahr 35) zu verzeichnen, hierunter fielen z.B. auch Anfragen nach Aspirin aufgrund von Kopfschmerzen, Blasenpflaster aufgrund wund gelaufener Füße oder kleinere Verletzungen, die nur ambulant behandelt werden mussten.

Ganztägige Unfallhilfsstelle

Neben insgesamt rund 55 Feuerwehreinsatzkräften der Hauptwache sowie der Löschzüge Bohl, Weisweiler, Stadtmitte und Röhe, standen rund 100 Einsatzkräfte der Eschweiler Hilfsorganisationen (DRK, MHD und JUH) mit fast 20 zusätzlichen Rettungsfahrzeugen ständig zur Verfügung, um bei Einsätzen rund um den Zug aber auch beim „normalen Alltagsgeschäft“ – welches natürlich auch noch bewältigt werden musste – sofort einzugreifen.

Erneut wurde neben dem operativen Einsatzstab, der das gesamte Einsatzgeschehen von Feuerwehr und Hilfsorganisationen im und am Rosenmontagszug koordiniert, ein Einsatzstab „Rosenmontag“ im Rathaus eingerichtet, der die Arbeit von Sicherheitsdiensten, Reinigungskräften sowie Karnevalskomitee und Karnevalsgesellschaften unterstützte. Beide Institutionen waren vom frühen Morgen bis gegen 21.30 Uhr tätig.

Zum dritten Mal wurde auch am Rosenmontag eine Einsatzleitung der Feuerwehr auf dem Markt gestellt, die die Arbeit der dort eingesetzten Hilfsdienste bis in die Nacht koordinierte; hierunter fiel auch eine ganztägige Unfallhilfsstelle für den Markt an Rosenmontag. Hier versorgten die eingesetzten Kräfte insgesamt 20 (Vorjahr 18) Patienten.

Nach dem Zugende standen zusätzlich noch bis zu sechs Rettungswagen und ein Notarzt der Eschweiler Hilfsorganisationen bis etwa 2 Uhr zur Verfügung und führten im Bereich Markt/Dürener Straße/Schnellengasse bzw. im Stadtgebiet noch diverse Einsätze durch.

Feuerwehrtechnische Einsätze fielen fast nur nach Ende des Rosenmontagszuges an, allerdings forderten sie die Einsatzkräfte – insbesondere am Markt – sehr.

Um 9.32 Uhr rückte ein Löschfahrzeug zu einer medizinischen Erstversorgung eines Patienten an der Dürener Straße aus, da kein Rettungsmittel in Eschweiler zur Verfügung stand.

Schwerer Unfall auf der A4

Ebenfalls in der Dürener Straße forderte um 17.53 Uhr die Polizei die Unterstützung der Feuerwehr an, so dass die Hauptwache mit den Löschzügen Stadtmitte dorthin ausrückte. 15 Kräfte befanden sich bis 19 Uhr dort im Einsatz.

Nachdem bis zum späten Nachmittag keine Verletzten nach Schlägereien zu verzeichnen wa-ren, änderte sich danach die Stimmung und es kam zu Auseinandersetzungen im Bereich des Marktes.

Gegen 0.40 Uhr forderte die Polizei die Unterstützung der Wehr in der Odilienstraße an, wo man eine hilflose Person hinter verschlossener Tür vermutete. Die Kameraden der Feuer- und Rettungswache konnten jedoch vor Ort keine Feststellung machen, so dass man den Einsatz abbrach.

Um 1.59 Uhr wurde ein schwerer Verkehrsunfall auf der BAB 4, zwischen den Anschlussstellen Eschweiler Ost und West, in Fahrtrichtung Aachen gemeldet, zu dem zwei Rettungswagen, ein Notarzt sowie die Hauptwache und der Löschzug Weisweiler, mit insgesamt 25 Kräften ausrückten. Dort war ein Pkw auf einen Lkw aufgefahren, wobei dessen Fahrer den Unfall anscheinend nicht bemerkt hatte und weiterfuhr. In dem total beschädigten Pkw wurde eine Person schwer und eine weitere leicht verletzt; beide mussten vom Rettungsdienst und Notarzt behandelt werden. Die weiteren Kräfte sicherten die Unfallstelle ab, leuchteten sie aus und streuten ausgelaufene Betriebsstoffe ab. Bis 4 Uhr waren die Einsatzkräfte mit dem Unfall beschäftigt, ehe sie zu ihren Standorten zurückkehren konnten. Ab 4 Uhr beruhigte sich langsam das Einsatzgeschehen.

Fazit der Feuerwehr

Im Vergleich zum letzten Jahr stiegen die Einsatzzahlen leicht an, was hauptsächlich auf den Reizgaseinsatz am Markt zurückzuführen ist. Am Nachmittag sah es noch nach einem Rückgang der Einsatzzahlen aus, allerdings stieg das Einsatzaufkommen am Abend dann doch noch deutlich an.

Eine markante Beruhigung des Einsatzgeschehens trat erst gegen 4 Uhr am frühen Morgen ein.

„Positiv ist zu erwähnen“, so Wehrleiter Axel Johnen, „dass – analog zu Weiberfastnacht – keine Einsatzkräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen verletzt oder angegriffen wurden und es keine Unfälle von Zugteilnehmern gab. Allerdings ist es uns unverständlich, dass, während die Verletzten der Reizgasattacke vor dem Festzelt rettungsdienstlich versorgt wurden, trotz Absperrungen der Polizei die Arbeiten durch andere Besucher auf dem Handy ,festgehalten‘ wurden.“

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