Eschweiler: Ralph Turnheim führt Besucher in Ära des Stummfilms

Eschweiler: Ralph Turnheim führt Besucher in Ära des Stummfilms

Ein besonderes Wiedersehen mit Stan Laurel und Oliver Hardy gab es für rund 60 Zuschauer in der Stadtbücherei Eschweiler. Der gebürtige Wiener Schauspieler Ralph Turnheim brachte nicht nur einen alten Filmprojektor und Filmspulen mit, sondern auch selbstgebackene Wiener Sachertorten.

Zu sehen gab es in alter Kinoatmosphäre mit wienerischem Esprit und knatterndem Projektor: „Die besten drei der besten zwei.“ Ein besonderes Erlebnis bot „Leave ‘em laughing“ (1927): Der zehn Minuten lange Lachanfall von Laurel & Hardy während und nach einer Zahnbehandlung. Auch „Liberty“ (1928) brennt sich in jedes Zuschauergedächtnis: Stan und Ollie balancieren zwischen Leben und Tod auf einem Baugerüst. Der zehnminütige Akt macht atemlos vor Spannung und Lachen.

„Big Business“ (1928) gereicht nicht nur Stan Laurel und Oliver Hardy zur Ehre: Die dramaturgisch exakt choreographierte Zerstörungs- und Racheorgie im Vorstadtgarten zählt zu den Höhepunkten des komischen Filmschaffens.

Können Dick und Doof noch lustiger sein als sie es eh schon sind? Ja, sie können. Der Leinwand-Lyriker sprach seine Texte nicht nur, er erweckte sie zum Leben. Ralph Turnheim hat eine Gabe, die nicht viele besitzen. Der Schauspieler und Lyriker versteht es, seine Leidenschaft und Begeisterung für die Ära des Stummfilms und dessen große Komiker unmittelbar aufs Publikum zu übertragen.

Mit viel Körpereinsatz und Esprit trägt er seine Verse am Bühnenrand vor, imitiert lautmalerisch Autounfälle und Fahrstuhlabstürze oder simuliert einen minutenlangen Lachanfall — und das zweistimmig, dass man nur ins Staunen geraten kann. Sein Timing ist perfekt, die Pointen sitzen. Nach der eigentlichen Vorführung stand Turnheim noch für Fragen rund um die Stummfilmära und das Komikerduo zur Verfügung.

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