Raiffeisencup des FC Germania Dürwiß

Hallenfußball : Falken scheitern erst im Endspiel

Es war ein langer Weg, den die Fußballer des SV Falke Bergrath am letzten Wochenende des Jahres 2018 während des 25. Hallencups der Raiffeisen-Bank Eschweiler und des FC Germania Dürwiß zurücklegten: Am Samstagnachmittag eröffneten die C-Ligakicker mit der Partie gegen den Eschweiler FV (1:3) die Vorrunde der Jubiläumsausgabe des Traditonsturniers.

Rund 28 Stunden später stand der Vizeherbstmeister dem Bezirksligisten FSV Columbia Donnerberg im Finale gegenüber, das der Favorit trotz starker Gegenwehr des Qualifikanten mit 2:1 für sich entschied und somit seine vierte Endspielteilnahme in Folge mit dem dritten Turniersieg nach 2015 und 2016 krönte. Zwischen der Auftakt- und der Endspielniederlage verzeichneten die Falken zwei Vorrunden- und zwei Endrundenerfolge, ein Remis gegen den späteren Turniersieger sowie den 2:0-Halbfinalsieg über den Titelverteidiger Fortuna Weisweiler, der sich Dank eines 4:1 im kleinen Finale über den Eschweiler FV, der zweiten positiven Überraschung des Turniers, Rang drei sicherte.

Acht Mannschaften aus den Kreisligen A bis C kämpften am Samstagnachmittag um vier Endrundenplätze. Nach der 1:3-Niederlage gegen den EFV im Eröffnungsspiel des Turniers stand der SV Falke Bergrath bereits früh unter Zugzwang. Doch die Mannschaft von Trainer Daniel Hoven löste das „Problem“ souverän. Gegen den Ligarivalen Rhenania Eschweiler (4:0) und den Dürener A-Ligisten BC Oberzier (3:0) wurden deutliche Siege erspielt und das Ticket für die Endrunde am Sonntag gelöst. Der Eschweiler FV begnügte sich gegen Oberzier mit einem 1:1-Remis, machte dann aber gegen die Eschweiler Rhenania (4:1) in Sachen Vorrundengruppensieg alles klar.

Eng ging es in der Vorrundengruppe B zu: Der SCB Laurenzberg leistete sich mit der 1:2-Niederlage gegen den VfL Übach-Boscheln einen Fehlstart, hielt sich dann aber gegen den SC Berger Preuß (1:0) und Gastgeber Germania Dürwiß (2:0) schadlos. Doch sollten sechs Punkte und ein Torverhältnis von 4:2 für die Endrundenteilnahme reichen? Die Gäste aus dem Kreis Heinsberg deklassierten die Germanen mit 7:0, konnten nach zwei Spielen auf ein sehr gutes Torverhältnis bauen und ließen es im letzten Vorrundenspiel gegen den SC Berger Preuß, der seine erste Partie gegen Dürwiß mit 5:1 gewonnen hatte, etwas ruhiger angehen. Ganz anders die Berger Preußen, die 4:1 siegten, damit nicht nur an Laurenzberg, sondern auch an Übach-Boscheln vorbeizogen und die Qualifikation auf Platz eins der Gruppe B abschlossen. Der SCB musste als Dritter auf Grund des schwächsten Torverhältnisses im Vergleich zum SC Berger Preuß und Übach-Boscheln trotz sechs Punkten auf der Habenseite die Segel streichen.

Am Sonntag warteten dann mit Bezirksligist FSV Columbia Donnerberg und den drei indestädtischen A-Ligisten Fortuna Weisweiler, SV St. Jöris und Rhenania Lohn die Gesetzten auf die Qualifikanten, die jedoch wenig Respekt vor den „Großen“ zeigten. Allen voran der SV Falke Bergrath, der gleich in seinem ersten Endrundenspiel dem Turnierfavoriten Donnerberg ein 2:2 abtrotzte und somit gleich ein Ausrufezeichen setzte. In der Partie gegen den SC Berger Preuß, der sich zum Auftakt gegen die insgesamt enttäuschend agierende Lohner Rhenania mit 3:1 durchgesetzt hatte, schossen Yanik Wiese (2x), Michael Cardel-Müller und Sascha Schoenen einen 4:1-Sieg heraus. Der zweite 4:1-Sieg des Tages, diesmal gegen den zu diesem Zeitpunkt bereits ausgeschiedenen FC Rhenania Lohn, besiegelte Platz eins in der Endrundengruppe B und den Einzug in das Halbfinale.

Nicht souverän, aber letztlich erfolgreich agierte Columbia Donnerberg: Dem Remis gegen Bergrath ließen die Stolberger ein 2:1 über Lohn folgen. Im entscheidenden Spiel um den Einzug in die Runde der letzten Vier gegen die Berger Preußen brachte Marvin Meurer den Bezirksligisten mit 1:0 in Führung. Doch ein Doppelschlag von Michael Kleemann ließ die Preußen und die Eschweiler Zuschauer auf den vollbesetzten Rängen der Sporthalle des Berufskollegs von vier indestädtischen Mannschaften in der Vorschlussrunde träumen. Dieser Traum endete erst 45 Sekunden vor dem Schlusssignal, als Fitim Kaciku per Fallrückzieher (!) mit dem spektakulärsten und wohl auch schönsten Treffer des Turniers den Ausgleich markierte und das Aus des SC Berger Preuß besiegelte.

Die Endrundengruppe B stand im Zeichen eines Eschweiler Dreikampfs zwischen Fortuna Weisweiler, dem SV St. Jöris und dem Eschweiler FV. Nicht mithalten konnte der VfL Übach-Boscheln, der allerdings bei seinem ersten Auftritt am Sonntagnachmittag dem SV St. Jöris ein 1:1 abtrotzte und der Mannschaft aus dem Nordwesten der Indestadt ziemlich wehtat. In der Partie gegen die Weisweiler Fortuna, die zuvor den Eschweiler FV mit 2:1 (nach 0:1-Rückstand) bezwungen hatte, zeigte die Lisowski-Wetzelaer-Truppe ihr wahres Gesicht und siegte nach Toren von Thomas Kugel und Burak Koraman (2x), bei einem Gegentreffer von Hassan Koubaa, mit 3:1.

Dennoch musste im abschließenden Gruppenspiel gegen den Eschweiler FV, der Übach-Boscheln nicht zuletzt dreier Tore von Marco Jumpertz mit 4:1 distanziert hatte, mindestens ein Unentschieden für den SV St. Jöris her. Doch die Mannschaft vom Wetterschacht hatte andere Pläne, ging nach schöner Kombination durch den Abschluss von Tim Johnen mit 1:0 in Führung, baute den Vorsprung durch Pascal Cremer auf 2:0 aus und ließ sich auch nicht von dem von Kevin Gulba markierten Anschlusstreffer für St. Jöris aus dem Konzept bringen. Marco Jumpertz entschied die Partie in der vorletzten Spielminute mit dem Tor zum 3:1 für den EFV, der als Gruppensieger in das Semifinale einzog. Kurz zuvor hatte Fortuna Weisweiler trotz einiger Unkonzentriertheiten in der Defensive das Weiterkommen mit einem 6:4 über Übach-Boscheln unter Dach und Fach gebracht.

In der Vorschlussrunde kam es somit zu Duellen zwischen den Vorjahresfinalisten Weisweiler und Donnerberg auf der einen und den Qualifikanten Bergrath und Eschweiler FV auf der anderen Seite. Zunächst forderte B-Ligist EFV den Favoriten aus Stolberg, den Fitim Kaciku in der 3. Spielminute in Führung brachte. Doch zwei Minuten später war Tim Johnen nach einem Abpraller zur Stelle, um für die Elf vom Wetterschacht auszugleichen. Auch in der Folgezeit machte der Außenseiter dem Favoriten das Leben schwer. So bedurfte es eines „Gewaltschusses“ von Tolga Baycan aus der Distanz, um Donnerberg wieder auf Kurs zu bringen. Ilias Latiris entschied in der Schlussminute das erste Halbfinale mit dem Tor zum 3:1 zu Gunsten Donnerbergs.

Anschließend lieferten die Bergrather Falken ein Musterbeispiel an Effizienz. Der C-Ligist überließ Fortuna Weisweiler die Initiative, brachte im entscheidenden Moment aber immer einen Fuß zwischen Ball und eigenem Tor und nutzte auf der anderen Seite die eigenen Chancen absolut konsequent. So schloss Michael Cardel-Müller in der 3. Spielminute den ersten Falken-Vorstoß gleich mit dem Schuss zur 1:0-Führung ab. Vier Minuten später erhöhte Sascha Schoenen auf 2:0, als er am Ende eines schnellen Konters den Ball am gegnerischen Torhüter vorbeispitzelte. Die Fortunen liefen in der Schlussphase weiter an, doch nicht zuletzt Falke-Keeper Pierre Schmidt, der sich im Turnierverlauf mit Fabian Wiemers abwechselte und letztlich zum besten Schlussmann des Turniers gewählt wurde, zeigte sich bestens auf der Höhe und hielt den 2:0-Sieg der Falken fest.

Im kleinen Finale war beim EFV nach zuvor starken Auftritten die Luft etwas heraus, so dass sich Weisweiler mit 4:1 durchsetzte und das Turnier auf Rang drei beendete. Die Falken mobilisierten dagegen im Endspiel über 2x10 Minuten, ihrem achten Auftritt während des Turniers, noch einmal alle Kräfte und versuchten es der Birkesdorfer Viktoria, die sich im Jahr 2001 als bisher einziger Qualifikant in die Siegerliste des Hallencups eintragen konnte, gleichzutun. Doch spätestens seit dem 2:2 im direkten Duell während der Gruppenphase der Endrunde war der FSV Columbia Donnerberg gewarnt und unterschätzte den C-Ligisten keinesfalls.

Dieser kam in der Anfangsphase durchaus zu Chancen, nutzte diese aber im Gegensatz zum Halbfinale nicht. Stattdessen brachte Marvin Meurer den FSV Columbia Donnerberg kurz vor der Halbzeit mit 1:0 nach vorne. Als dann zwei Minuten nach dem Seitenwechsel Fitim Kaciku auf 2:0 erhöhte, schien der Turniersieger bereits festzustehen. Doch für die Falken war Aufgabe keine Option. Und als Sascha Schoenen in der 18. Spielminute einen Fehlpass der Stolberger aufnahm und auf 1:2 verkürzte, schnupperte Bergrath noch einmal Morgenluft. Der Favorit spielte jedoch in den Schlussminuten seine Routine aus, hielt den Ball in den eigenen Reihen und die Falken fern vom eigenen Tor. So blieb es bis zum Schlusssignal beim 2:1 für Donnerberg.

Wenig später sahen die Zuschauer viele zufriedene Gesichter bei der Siegerehrung. Viele Tore, keine Rote Karte, wenige Zeitstrafen, nahezu ausschließlich disziplinierte Spieler und eine einwandfreie Organisation seitens des Ausrichters Germania Dürwiß standen nach drei Fußballtagen im Zeichen des Fuchs- und des Hallencups zu Buche. So überreichten Sven Rehfisch, Vorstandsmitglied der Raiffeisen-Bank Eschweiler, Schirmherr Paulo Mendes und der Germania-Vorsitzende Frank Dickmeis Siegerpokal und individuelle Auszeichnungen. Über Präsente durften sich Torhüter Pierre Schmidt und Torschützenkönig Fitim Kaciku freuen.

(ran)
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