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Eschweiler: Radioaktive Ladung im Wrack

Eschweiler : Radioaktive Ladung im Wrack

Großeinsatz für Eschweilers Feuerwehr - und Chaos auf den Umgehungsstraßen: Mehr als fünf Stunden lang waren 51 Kräfte der Hauptwache der Löschzüge Dürwiß und Kinzweiler sowie des Messzugs am Mittwoch im Einsatz.

Grund für die Sonderschichten bei Schmuddelwetter: Auf der unfallträchtigen Kreuzung Rue de Wattrelos/Alsdorfer Straße war ein Lieferwagen mit einem Kleintransporter zusammengeprallt.

Ein 27-jähriger Stolberger hatte, von Alsdorf kommend, mit dem Lieferwagen nach links in richtung Dürwiß abbiegen gewollt, als sein Wagen sich mit dem entgegenkommenden Kleintransporter verkeilte. Dabei wurden dessen 35-jähriger Fahrer und sein 43-jähriger Beifahrer eingeklemmt.

Drei Schwerverletzte

Beide wurden nach notärztlicher Erstversorgung von der Feuerwehr schwer verletzt aus dem Wrack geborgen. Schwere Verletzungen erlitt auch der Lkw-Fahrer. Die drei Unfallopfer wurden in Krankenhäuser nach Eschweiler, Stolberg und Würselen gebracht.

Zuvor allerdings wies der 27-Jährige die Männer der Wehr darauf hin, dass er in seinem - nicht entsprechend gekennzeichneten - Wagen radioaktives Material transportierte.

Großräumige Absperrung

Einsatzleiter Axel Johnen ließ den Unfallbereich daraufhin sofort großräumig absperren und informierte den Messzug. Der nahm noch im Unfall-Lkw erste Messungen vor - Ergebnis: negativ.

Die 60 Kilogramm schwere, massive Holzkiste, die mit Stahlbändern auf einer Palette verzurrt war und einen Bleicontainer barg, hatte den Unfall unbeschadet überstanden. Inhalt des Behälters: ein als schwach radioaktiv klassifizierter Messstrahler, wie er zur Überprüfung von Füllständen und Schweißnähten verwendet wird.

Die für ein Eschweiler Unternehmen bestimmte Kiste wurde später in ein - gekennzeichnetes - Ersatzfahrzeug umgeladen.

Von 9.16 bis 14.30 Uhr

Um 9.16 Uhr hatte der Alarm die Wehr erreicht, erst um 14.30 Uhr konnten die Männer abrücken. Aus den beiden Fahrzeugwracks auslaufende Betriebsstoffe, die sich bei dem regnerischen wetter schnell auf der gesamten Kreuzung verteilten, forderten Gegenmaßnahmen der Wehr: Mit 120 Säcken Bundemittel versuchten die Wehrleute zu verhindern, dass Öl und Kraftstoff ins Erdreich gelangten.

Mit mäßigem Erfolg: Noch am Nachmittag musste der zuständige Landschaftsverband eine Baufirma hinzuziehen, die die verseuchten Straßenbankette an der Rue de Wattrelos wie auch an der Straße Auf dem Feld in Richtung Hehlrath abbaggerte. Bis in den Abend musste die Kreuzung großräumig komplett gesperrt bleiben.