Nutrias bewohnen ausgehöhlte Böschungen: Putziges Pelztier genießt erfrischendes Bad in der Inde

Nutrias bewohnen ausgehöhlte Böschungen : Putziges Pelztier genießt erfrischendes Bad in der Inde

Über neue Nachbarn freuen sich naturinteressiette Anwohner der Uferstraße seit einigen Tagen: Dort tummelt sich eine Nutriafamilie im Indewasser.

Die Höhlungen in den gemauerten Uferböschungen bieten den fast-vegetarischen Nagern, die sich auch gerne auf den grasbewachsenen Ufern sonnen und Grünzeug knabbern, optimale Unterkünfte

Nutrias, auch Biberratte oder Sumpfbiber genannt, stammen ursprünglich aus Südamerika, sind aber längst in Mitteleuropa eingebürgert. Die bis zu 65 Zentimeter großen Tiere mit ihrem bis zu 45 Zentimter langen runden, kaum behaarten Schwanz sind seit Ende des 19. Jahrhunderts in Europa heimisch, wo sie als Pelzlieferanten gehalten wurden,. Die heutigen Wildpopulationen gehen auf Tiere zurück, die aus Pelztierfarmen entkommen sind. Noch zu DDR-Zeiten galt Nutria-Fleisch als Delikatesse. Ein Fachbuch für Pelztierzüchter der DDR aus dem Jahr 1953 beschreibt die Verarbeitung des Fleischs zu Rouladen, Mettwurst und Landjägern. Auch in den Gefängnissen der DDR gab es Nutria mit Pellkartoffeln.Ein Nutria-Züchter in Thüringen erhielt noch 2015 für ein Kilo Nutriafleisch 24 Euro – das Fell nur einen Euro.

In der Bundesrepublik hat sich der Nutriabestand von 2006 bis 2016 fast verdoppelt.

Probleme bereiten die riesigen Höhlensysteme, die die Tiere anlegen. Die dadurch entstehenden Einstürze im Erdreich können auch den Autoverkehr gefährden.

(rpm)
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