Deutschlands Kultgruppe beim Music Festival: Pur bringt den Eschweiler Markt wieder zum Kochen

Deutschlands Kultgruppe beim Music Festival : Pur bringt den Eschweiler Markt wieder zum Kochen

Abenteuerland Altstadt? Für die 5000 Pur-Fans, die am Sonntag aus Nah und Fern ins Herz der Indestadt geströmt waren, war der Marktplatz eher ein Paradies als ein Ort des Unerwarteten.

Sie erlebten Hartmut Engler und seine Mitstreiter so, wie sie sie erwartet hatten: in Bestform, voller Energie und in Noten gepackter Lebensfreude.

Es war nicht das erste Mal, dass die Band, die sonst Stadien mit 60.0000 Zuschauern begeistert (die „Pur & Friends“-Konzerte in der Gelsenkirchener Veltins-Arena sind legendär), Eschweiler die Ehre gab: Schon im August 2019 gaben Engler & Co. hier ein unvergessenes Gastspiel. Einiges von dem, mit dem sie damals den Markt zum Kochen brachten, schallte auch am Sonntagabend wieder aus den Lautsprechern.

„Zwischen den Welten“ ist der Titel des neuen Albums und der Tour, bei der Pur auf der im Vergleich zu 2010 deutlich größeren Festivalbühne das Beste aus 30 Jahren ebenso wie aktuelle Songs präsentieren. Und „zwischen den Welten“ bewegt die Band sich in der Tat – zwischen Massenkonzerten in riesigen Stadien auf der einen und „Wohnzimmerkonzerten“ wie dem im idyllischen Ambiente des Eschweilers Marktplatzes auf der anderen Seite. Die Fans in Eschweiler braucht man sicher nicht zu fragen, was ihnen besser gefällt.

Bestens gelaunter Publikumsliebling: Hartmut Engler. Foto: Rudolf Müller

Schon Stunden vor Konzertbeginn gab es an den Zugängen zum Marktplatz lange Schlangen. Nur schubweise ließen die Ordnungskräfte die 4999 Besucher – das ist das maximale Fassungsvermögen des Marktes – auf den bald proppevollen Platz.

Dort brachten sich die Besucher mit  Cocktails, Bier und aklkoholfreien Kaltgetränken in Stimmung – und spendeten dabei das Pfand der Mehrwertbecher zuhauf den Kindern von „Plant for the Planet“, die damit zur Wiederaufforstung des Regenwalds rund um Eschweilers brasilianische Partnerstadt Alta Floresta beitragen und weitere Kinder in Sachen Kampf fürs Klima ausbilden wollen. Denn das macht nicht an Stadt- und Landesgrenzen Halt.

Zeigte eindrucksvoll, was sie kann. Sängerin und Songwriterin Peppa aus Berlin. Foto: Rudolf Müller

Eine Idee, die die „Plant for the Planet“-Kids noch einmal gemeinsam mit Moderator Robert Esser den Festivalbesuchern vorstellten und die auf breite Resonanz stieß: Im kommenden Jahr soll auf der EMF-Bühne ein Film darüber gezeigt werden, wie das Becherpfandgeld in den nächsten Monaten konkret in Alta Floresta eingesetzt wird.

Ehe Hartmurt Enbgler und seine Jungs (“Wir sind ja eigentlich eine Schülerband, nur halt  etwas älter geworden“) ein wahres Feuerwerk ihrer Hits und der Songs, die das noch werden wollen, abbrannten, mussten sich die Fans allerdings noch etwas gedulden: Zuerst gehörte die Bühne der Berliner Sängerin und Songwrtiterin Peppa, die schon mehrfach mit Pur zusammengearbeitet hat und hier nun eigene Songs wie Coverversionen bekannter Hits in neuem Gewand (“Gib mir mein Herz zurück“) präsentierte, Das Publikum dankte es ihr mit lang anhaltendem Applaus,.

Lieferten am Abend auf dem Marktplatz eine beeindruckende Show: die Jungs von Pur. Foto: Rudolf Müller

Der steigerte sich fast bis zur Orkanstärke, als schließlich Pur die Bühne eroberten. Besonders umjubelt: Sänger Hartmut Engler, der den Abend sichtlich genoss, wie seinen kurzen Unterhaltungen mit dem Publikum anzumerken war. Ein lauer Abend wie ein schöner Sommertraum.

Genau das  Richtige für einen Romantiker wie Hartmurt Engler. „Herrlich hier! Gestern Abend hat es ununterbrochen geschüttet. Also, wo wir gespielt haben...“ Das war übrigens in Bocholt. Mit dem, sommerlichen Eschweiler nicht zu vergleichen.

Begeisterte Fans feierten ihre Idole auf dem proppenvollen Markt. Foto: Rudolf Müller