Eschweiler: Prysmian-Kabelwerks: Brachfläche gehört der Vergangenheit an

Eschweiler: Prysmian-Kabelwerks: Brachfläche gehört der Vergangenheit an

An der Dürener Straße in Richtung Weisweiler tut sich in diesen Tagen einiges: Wer einen Blick hinter die Fassade des ehemaligen Prysmian-Kabelwerks werfen möchte, kann dies tun. Außer Bauschutt und zerbrochene Fensterscheiben gibt es allerdings nicht viel zu sehen.

Das einstige Lynenwerk gehört bald der Vergangenheit an. Dort, wo 126 Jahre lang riesige Kabelrollen lagerten, können die Indestädter demnächst Baumarktartikel erwerben.

Bauschutt und zerbrochene Fensterscheiben sieht man derzeit in Richtung Weisweiler: Vom ehemaligen Prysmian-Kabelwerk an der Dürener Straße ist nicht mehr allzu viel übrig. Das zeigt auch ein Blick hinter die Fassade. Dort, wo einst riesige Kabelrollen lagerten, können die Indestädter demnächst Baumarktartikel erwerben. Foto: Sonja Essers

Bereits im Dezember des vergangenen Jahres hatte Hermann Gödde, Technischer Beigeordneter der Stadt Eschweiler, bestätigt, dass sich ein Baumarkt auf dem Areal ansiedeln würde, ein Betreiber stand damals allerdings noch nicht fest. Das hat sich mittlerweile geändert. Zwar nennt Gödde keine Namen, jedoch betreibt der neue Mieter derzeit bereits eine Filiale an der Dürener Straße. Momentan stehen jedoch weder Einzugstermin noch Baubeginn auf dem Gelände des ehemaligen Lynenwerks fest. Auch ein Bauantrag liegt der Eschweiler Verwaltung derzeit noch nicht vor, wie Gödde mitteilt. „Ich denke, dass der Bau Mitte nächsten Jahres beginnen wird. Eine offizielle Stellungnahme vom Eigentümer liegt allerdings noch nicht vor“, macht Gödde deutlich.

Übrig ist vom ehemaligen Lynenwerk (oberes Bild), das Ende 2012 geschlossen wurde, nicht mehr allzu viel. Derzeit bestimmen Bagger (Foto links) und Bauarbeiter (Foto rechts) das Bild an der Dürener Straße. Foto: Sonja Essers

Erst im März wurde die Abrissgenehmigung erteilt. Dem war eine Änderung des Regionalplans voraus gegangen. Schließlich darf ein Baumarkt nur in einem Sondergebiet errichtet werden, im Regionalplan war das Areal jedoch zunächst noch als Industriefläche ausgewiesen. Nachdem die Änderung durch die Bezirksregierung Anfang des Jahres erfolgte und auch die Abrissgenehmigung vorlag, konnten im Mai die Bagger anrollen.

Übrig ist vom ehemaligen Lynenwerk (oberes Bild), das Ende 2012 geschlossen wurde, nicht mehr allzu viel. Derzeit bestimmen Bagger (Foto links) und Bauarbeiter (Foto rechts) das Bild an der Dürener Straße. Foto: Sonja Essers

Vermarktung läuft „positiv“

Bauschutt und zerbrochene Fensterscheiben sieht man derzeit in Richtung Weisweiler: Vom ehemaligen Prysmian-Kabelwerk an der Dürener Straße ist nicht mehr allzu viel übrig. Das zeigt auch ein Blick hinter die Fassade. Dort, wo einst riesige Kabelrollen lagerten, können die Indestädter demnächst Baumarktartikel erwerben. Foto: Sonja Essers

Diese hatten mit ihren Arbeiten im hinteren Bereich des Geländes begonnen. Auf der so genannten Bestandsfläche wurden einige Gebäude komplett abgerissen, es fanden jedoch auch Umbauarbeiten statt. Rund 60 Prozent dieser Fläche seien bisher vermarktet, meint Gödde. In der alten Kantine des Kabelwerks hat eine Autolackiererei eine neue Heimat gefunden, auch ein Online-Teppich-Handel sowie ein Schweiß-Technik-Unternehmen sind dort zu Hause. Auch im ehemaligen Verwaltungsgebäude seien Mieter untergebracht. Dort sind vor allem Dienstleister zu finden, so Gödde. „Die Vermarktung läuft sehr positiv“, zitiert er den Eigentümer.

Das Trierer Immobilienunternehmen Triwo ist nicht nur Eigentümer, sondern zugleich Investor des 160.000 Quadratmeter großen Areals. Im Dezember 2013 hatte das Unternehmen, das auf eine über 40-jährige Erfahrung zurückblicken kann, das Gelände an der Dürener Straße gekauft. Auch der Techno-Park in Aachen gehört zu den Besitzen der Firma.

Der Baumarkt samt Gartencenter und Lagerflächen soll künftig auf einer Grundstücksfläche von rund 27.000 Quadratmetern entstehen. Er wird, im Gegensatz zur jetzigen Aufteilung, nur noch einen Eingang besitzen. Dieser ist an der Dürener Straße, gegenüber des Fußballplatzes, angedacht. Der Zugang wird allerdings über die bereits vorhandene Zufahrt, ebenfalls an der Dürener Straße, erfolgen. Eine weitere Zufahrt ist nicht geplant. Schließlich konnte der Verkehr auch zu Zeiten des Kabelwerks über diesen Weg sehr gut abgewickelt werden, meint Gödde.

Die Verkaufsfläche des Baumarktes inklusive Baustoffhalle wird rund 6000 Quadratmeter betragen, das Gartencenter soll eine Größe von 3300 Quadratmeter haben. Inklusive Nebenflächen wird die Gebäudefläche insgesamt rund 10.500 Quadratmeter betragen. Was mit dem Gebäude des bisherigen Baumarktes in Zukunft geschieht, weiß Gödde nicht.

Schnelle Revitalisierung

Außerdem soll auf dem Gelände eine Grünfläche von rund 2700 Quadratmetern entstehen. Und damit nicht genug. Dort, wo bis 2012 die Kabel gelagert waren, entsteht zudem eine gewerbliche Fläche, die rund 10.300 Quadratmeter umfasst. Was dort in Zukunft ansiedeln soll, stehe allerdings noch nicht fest, erklärt Gödde. Gerüchte, dass eine Fast-Food-Kette dort bauen soll, verneint er allerdings. Der Verwaltung sei vor allem wichtig, dass auf dem Gelände neue Arbeitsplätze entstehen. „Hier fand eine sehr schnelle Revitalisierung statt“, zeigt sich Gödde zufrieden.

Ende 2012 stellte das Kabelwerk seine Produktion ein. Die Gründe: zu geringe Kapazitäten und eine zu kleine Produktpalette. 160 Angestellte landeten damals auf der Straße. Vier Jahre zuvor hatte Prysiam Berlin die Aktivitäten des deutschen Kabelherstellers Facab Lynen GmbH & Co. KG in Eschweiler übernommen. 2001 das Lynenwerk, dessen Begründer Georg Victor Lynen war, an die Firma Faber übergegangen.

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