Projekt der Jugendarbeit Eschweiler und Herzogenrath

Fortbildung : Jugendarbeit sucht weitere „Feierstarter“

Jugendliche klären über die Gefahren von Alkohol- und Drogenkonsum auf. Gemeinsames Projekt von Eschweiler und Herzogenrath.

Ein erfolgreiches Jahr liegt hinter den „Feierstartern“, da waren sich Sevil Uzungelis von der Mobilen Jugendarbeit Eschweiler und Julia Bleilevens von der Offenen Jugendarbeit Herzogenrath sicher. Gemeinsam mit der Suchtberatung arbeiten sie mit Jugendlichen im Rahmen des Projekts zusammen, die ihre Altersgenossen über die Gefahren von übermäßigem Alkohol- und Drogenkonsum aufklären wollen. Gemeinsam bieten sie bei ihren Aktionen, beispielsweise an Karneval, alkoholfreie Alternativen an. Stets ohne erhobenen Zeigefinger, sondern auf Augenhöhe mit anderen Jugendlichen, wie Uzungelis nochmals betonte.

Erfahrungen mit der Krankheit

Zum Jahresabschluss gab es einmal mehr eine Fortbildung für zwölf der 17 Teilnehmer. Joachim Dautzenberg von der ADHS-Hilfe Deutschland war zu Gast und sprach als Betroffener mit den Jugendlichen über seine Erfahrungen mit der Krankheit. Gleichzeitig mahnte er davor, dass der Konsum von Betäubungsmitteln für ADHS-Patienten besonders verlockend sei, da sie „das Chaos im Kopf kurzzeitig auflösen“.

Mehr als 50 Prozent der Suchtkranken in Deutschland leiden an ADHS, so Dautzenberg. „Eine erschreckend hohe Zahl. Deshalb ist es wichtig, dass wir die ‚Feierstarter’ dafür sensibilisieren“, betonte daher auch Julia Bleilevens. Wenn den Jugendlichen daher Betroffene auffallen, können sie so direkt an die ADHS-Gruppe in Aachen, als auch an die Online-Selbsthilfe (Online-Selbsthilfe@adhs-deutschland.de) verwiesen werden. „Es geht darum herauszufinden, wie wir damit umgehen“, beschrieb Dautzenberg die lockere Runde, in der jede Menge Fragen beantwortet werden konnten.

Sensible Daten

Im zweiten Fortbildungsblock beschäftigte sich die Gruppe dann mit dem Thema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Dabei gehe es aber weniger um die Außendarstellung, wie Uzungelis erklärte, sondern besonders darum, welche Fragen man bei Projekten vor Ort beantworten darf und wie man mit sensiblen Daten umgehe. Hiermit wolle das Team der Jugendämter auf die expliziten Nachfragen der „Feierstarter“ eingehen, die sich zu dem Thema häuften.

Doch zu einem richtigen Jahresabschluss zählte selbstverständlich ebenso die Rekapitulation des vergangenen Jahres und der Ausblick auf 2019. Dabei habe man besonders einen Fachtag an der Katholischen Hochschule Aachen im Blick bei dem neue Interessenten (siehe Info-Box) angesprochen werden sollen. Weiterhin wollen die „Feierstarter“ auf die bewährten Stände an Karneval setzen und bewusst in Schulen auftreten, wo man den direkten Kontakt zu Altersgenossen suchen könne. Doch am Samstagabend stand dann im Anschluss an die vielen Gespräche ein gemütlicher Jahresausklang auf dem Plan – und das mache mit klarem Kopf am meisten Spaß, da waren sich alle Teilnehmer sicher.

(cheb)
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