Der TÜV wiederspricht: Problem sei kleiner als Fahrlehrer sagen

Der TÜV wiederspricht : Problem sei kleiner als Fahrlehrer sagen

Ganz so schlimm soll die Situation um lange Wartezeiten auf Termine für Führerscheinprüfungen dann doch nicht sein, wie Fahrlehrer im Gespräch mit unserer Zeitung in dieser Woche beschrieben haben. So zumindest stellt es der TÜV Rheinland dar, der sich im Nachhinein auf eine Anfrage gemeldet hat.

„Seit April beziehungsweise Mai haben wir eine Terminsituation, die nicht ideal ist“, räumte Arne Böhne ein, er ist Geschäftsfeldkoordinator für Führerscheinprüfungen beim TÜV Rheinland. Die Fahrlehrer sagen, dass die Wartezeiten, bis Schüler einen Prüfungstermin haben können, bei bis zu sechs Wochen liegen – und mindestens vier. Das bestreitet der TÜV: Die Wartezeit liege „aktuell bei drei Wochen statt der üblichen zwei Wochen“.

Personalknappheit soll indes nicht, wie vermutet, dafür verantwortlich sein, dass Fahrschüler länger warten müssen, betont der TÜV. Im Gegenteil: Mit 24 Prüfstellen gebe es für den Bereich Aachen und Bonn drei Stellen mehr als 2018. Dennoch: Seit Dienstag ist eine Stellenausschreibung für Aachen öffentlich. Arne Böhne führt die längeren Wartezeiten deshalb auf die verkürzten Feiertagswochen im Frühjahr und saisonal bedingt auf viele Motorradprüfungen zurück. Bis zum Ende der Sommerferien soll der TÜV wieder zum normalen Rhythmus zurückfinden.

In Eschweiler klingt die Erklärungsfindungen anders. Fahrlehrer Daniel Tamme sagt etwa, dass in Prüferkreisen die Rede ist von hoher Belastung, hoher Krankenrate, und dass der TÜV bei den Prüfern „grundsätzlich unterbesetzt“ sei. Hinzukomme: „Problematisch ist noch die hohe Durchfallquote bei manchen Schülern. Gerade Menschen, die eine Umschreibung vornehmen, das heißt, sie haben bereits aus einem anderen nicht EU-Land eine Fahrerlaubnis, fallen ziemlich oft durch die Prüfung. Dies bringt dann zusätzliche Arbeit für den TÜV.“ Und eine neue Änderung werde die Situation mit den jetzigen Voraussetzungen wohl nicht verbessern, denn „spätestens 2021 sollen die Prüfungen für die Klasse B/Auto um zehn Minuten verlängert werden, dies würde bedeuten, es würden noch weniger Prüfungen am Tag stattfinden.“

Der TÜV macht auch die interne Kommunikation für den Unmut verantwortlich. Seit einer Umstrukturierung zum Januar mit einer Zentralisierung nach Bonn sei einiges im Argen ist, bestätigte Arne Böhne. „Die Kommunikation zwischen dem Führerscheinbüro und der Disposition funktioniert zurzeit leider nicht gut.“

(cro/akas)
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