Eschweiler: Problem für Hundehalter: Kotbeutel-Spender häufig leer

Eschweiler: Problem für Hundehalter: Kotbeutel-Spender häufig leer

Der Firmenname Robidog ist einfacher als die sperrige Bezeichnung Hundekotbeutel-Spender. Acht Robidogs stehen in Eschweiler, und viele Hundebesitzer ziehen sich dort einen Plastikbeutel, wenn sie mit ihrem Vierbeiner Gassi gehen. Da gibt es ein Problem: Die Geräte sind häufig leer.

Das Problem zeigt sich jedenfalls an den drei neuen Robidog-Standorten. Sie liegen alle an der Peter-Paul-Straße: An der „Hundewiese“ gegenüber der früheren Rheinbraun-Verwaltung, an der Grünanlage Englerthsgärten und an der Ecke Parkstraße.

Bei einer Nachprüfung am Dienstag zeigte sich: zwei der drei Geräte waren leer. Und das sei nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel, bestätigt Hundehalterin Helga Lippek, die ihren Mischling Cindy häufig an der Peter-Paul-Straße Gassi führt. Ob die Geräte aus Vandalismus geplündert werden oder ob sich Bürger dort mit kostenlosen Plastiktütchen für ihren Haushaltsbedarf eindecken, kann sie natürlich nicht sagen. „Aber wer verpackt schon seine Butterbrote in einem solchen Beutel?“

Warum sind die Spender so häufig leer? „Anfangs haben wir sie immer komplett aufgefüllt“, erläutert Michael Effenberg vom Eschweiler Ordnungsamt. „Aber trotzdem waren immer schnell keine mehr drin. Jetzt werden die mehrmals in der Woche mit einer geringeren Menge gefüllt.“ Das machen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes, und zwar nicht nur in der Peter-Paul-Straße, sondern auch an den anderen Standorten der Robidogs. Zwei stehen am Stadtgarten, drei im Weisweiler Kulturpark.

Natürlich sind die insgesamt acht Hundekotbeutel-Spender im Stadtgebiet zu wenig für die aktuell 4218 amtlich gemeldeten Hunde. Für deren Herrchen und Frauchen gilt dennoch: „Wer auf Verkehrsflächen oder in Anlagen Tiere, insbesondere Pferde und Hunde, mit sich führt, hat die durch die Tiere verursachten Verunreinigungen unverzüglich und schadlos zu beseitigen.“ So steht es in der Eschweiler Straßenverordnung von 2009.

Ausnahmen gibt es nur für Blindenhunde. Dass sich sehr viele Hundebesitzer nicht an die Satzung halten, wissen die städtischen Mitarbeiter. Es gibt Strecken in der Innenstadt, die sind das reinste Hundeklo. Beispielsweise die Baumbeete entlang der Uferstraße. Dort zu kontrollieren, ist allerdings nicht so einfach. „Man muss die Leute in flagranti erwischen“, sagt Effenberg, „und das ist schwierig, denn die Überwachungskräfte sind ja schon von weitem zu erkennen.“

Um die Menge der Hundehäufchen zu verringern, wird jetzt im Rathaus über eine Satzungsänderung nachgedacht. Hundehalter sollen verpflichtet werden, immer Hundekotbeutel bei sich zu haben, wenn sie ihre Tiere ausführen. Das Kalkül dahinter: Wenn die Leute schon Beutel bei sich haben, dann fällt es ihnen leichter, sich auch zu bücken und die Häufchen ihrer vierbeinigen Lieblinge aufzunehmen.

Ausreichend Abfallkübel, in die man die gefüllten und hoffentlich zugeknoteten Beutel werfen kann, gibt es jedenfalls in der Eschweiler Innenstadt. Bis die Satzungsänderung beraten und beschlossen ist, wird aber noch manches Hundebein an Eschweiler Bäumen gehoben werden.