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Eschweiler: Preis für ein trojanisches Müllpferd

Eschweiler : Preis für ein trojanisches Müllpferd

Ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann: Nach dem verhaltenen Echo des vergangenen Jahres wurden zum Kunstförderpreis der Stadt Eschweiler 2004 46 Gemälde und 10 Skulpturen eingereicht.

Unter der sachkundigen Leitung von Harald Kunde, dem Direktor des Aachener Ludwig Forums für internationale Kunst, hatte in der vergangenen Woche eine sechsköpfige Jury die schwere Aufgabe, unter allen Einsendungen die Preisträger zu bestimmen.

Die beiden jungen Eschweiler Talente Sabine Brendt und Stephanie Kraft räumten in der Kategorie „Malerei” mit ihrem großformatigen Werk „Weltanschauung” den ersten Preis ab, während in der Kategorie „Skulptur” das „Trojanische Müllpferd” von Jasmin Hahn am meisten überzeugte.

Den zweiten und dritten Preis in der Kategorie Malerei errangen Thomas Bürke und Timo Grau. Auf den Plätzen Zwei und Drei bei der Sparte Skulpturen landeten Irmgard Dreesen und Willi Zimmermann.

Ab Januar in der Friedenskirche

Zu sehen sind die ausgezeichneten Werke im Rahmen der Art Open in der Galerie Art Engert in der Wilhelmstraße. Alle 56 Exponate werden Mitte Januar nochmals in einer eigenen Ausstellung in der Friedenskirche präsentiert.

Manfred Lohre, Vorsitzender des Eschweiler Kunstvereins, war beeindruckt von der Vielfalt der Werke: „Der Kunstförderpreis hat förderungswürdige Talente freigelegt, die technisch bereits allerhand vorweisen können.”

Auch Direktor Harald Kunde war voll des Lobes: „Das Ergebnis hier in Eschweiler ist schon sehenswert. Der Kunstförderpreis dient ja primär als Stimulation ursprünglicher Kreativität, abseits vom Kunstgeschäft, in dem es sich oft um ganz andere Inhalte dreht.”

Rat, Tat und Kontakte

Ob es mit den Preisträgern des diesjährigen Kunstförderpreises vielleicht auch in dieser Richtung weitergeht, wird sich zeigen. Die Galerie Art Engert und Kulturmanager Max Krieger jedenfalls unterstützen die jungen Talente im nächsten Jahr jedenfalls mit Rat, Tat und wichtigen Kontakten. Für das kommende Jahr wünscht sich Krieger eine weitere Verbesserung des Konzeptes und der Inhalte des Kunstförderpreises in enger Zusammenarbeit mit dem Kulturausschuß der Stadt.

Mutigere Werke

Der diesjährige Kunstförderpreis der Stadt Eschweiler zeigt, dass der Trend eindeutig weg von klassischer Malerei und Skulptur in Richtung eigenhändiger, aber wiedererkennbarer und mutiger Werke geht, die auch provokante Themen transportieren können. Aber jeder Künstler, auch der Nachwuchs, ist nach Meinung der Jury gut beraten, sich nicht an Trends zu orientieren, sondern selbst einen solchen zu entwerfen.