Eschweiler: Porträts zeigen Geschichte(n) der alten Villa

Eschweiler : Porträts zeigen Geschichte(n) der alten Villa

Gespannt warten sie vor der Tür der alten Villa in der Marienstraße. Mitten im Herzen der Indestadt hoffen 20, 30 Senioren darauf, dass sich nun endlich die Türen öffnen. Doch Marcus Raschke, Eckhard Pelky und Gerd Boshof lassen die Eschweiler Senioren schmoren. Mehr noch: Als die Ehrengäste endlich zur Ausstellungseröffnung ins Haus dürfen, sind alle Bilder mit Blättern verhüllt.

Die Besucher der Vernissage zur neuen Präsentation mit dem Titel „Villa-Menschen“ werden aber nicht mehr lange auf die Folter gespannt. Das Künstler-Trio enthüllt die Bilderrahmen und gibt damit die Schau frei.

Denn diese Ausstellung hat nicht nur etwas mit den drei Fotografen, die unter dem Gruppennamen „Lichtwerke Eschweiler“ auftreten, zu tun, sondern vor allem mit den Menschen, die sich erst vor der Tür und dann mitten im Herzstück des städtischen Seniorenzentrums in der Stadtmitte, dem großen Raum im Hochparterre, tummeln. Für Menschen wie Hans-Josef Sewelies alias „Drehorgel-Josef“ sind die 34 Großformate schlichtweg „ihre“ Bilder. Dass sie im Seniorenzentrum zu sehen sind, hat wiederum damit zu tun, dass die Porträtierten zumindest ein paar Zeilen, wenn nicht gar ein Kapitel an der Geschichte des einst hochherrschaftlichen Hauses mitgeschrieben haben.

Dass den Senioren die Aufnahmen so gut gefallen, hat freilich auch etwas mit der Ästhetik der „Lichtwerke“-Fotografen zu tun. Denn Raschke, Pelky und Boshof inszenieren ihre Aufnahmen zwar nicht glamourös. Aber sie wissen schon, die dargestellten Menschen so ins Bild zu setzen, dass die sich mit dem Resultat der künstlerischen Bemühungen auch anfreunden können — und zwar von Herzen gern.

Dass Raschke und seine Mitstreiter in der alten Villa Faensen so etwas wie alte Bekannte sind, betonte Peter Toporowski, der als Seniorenbeauftragter der Stadt dort auch Hausherr ist: „Das ist bereits die dritte Vernissage der Lichtwerker hier.“ Nicht nur immer wieder sonntags wie im Schlager von Cindy und Bert kam bei ihm die Erinnerung: „Das war eine tolle Aktion — es wurde ständig gelacht.“ Marcus Raschke seinerseits machte sich zum Sprecher seiner Kollegen: „Das reifere Publikum — das war für uns schon eine Umstellung.“ Mit dem Resultat der künstlerischen Bemühungen war der Spreche des Trios runherum zufrieden: „Wir haben das hier recht natürlich umgesetzt.“

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