1. Lokales
  2. Eschweiler

Eschweiler: Polizei befreit verhungernde Pferde in Aue

Eschweiler : Polizei befreit verhungernde Pferde in Aue

So makaber es klingen mag: Der gewaltsame Tod eines Pferdes auf einer Weide an der Nickelstraße hat anderen Tieren das Leben gerettet. Am Freitag hatten Passanten einen 71-Jährigen beobachtet, als er das sterbende Pferd hinter seinem Auto her über die Wiese schleifte.

Die Polizei fand in der Nähe einen blutverschmierten Hammer. Am Donnerstag gab der Kreis Aachen das Ergebnis der Obduktion bekannt: Das Tier ist mit einem Hammer getötet worden. Dringend tatverdächtig: der 71-jährige Fritz B. aus Krauthausen.

Ihm ist es zu „verdanken”, dass jetzt ein weiterer, unglaublicher Fall von Tierquälerei ans Licht kam. Der Verdächtige diesmal: ein 74-Jähriger aus dem Kreisgebiet.

Am Mittwoch gegen 20.45 Uhr meldeten Mitglieder der Tierschutzgesellschaft Aachen drei verwahrloste Pferde in einer Stallung auf einem Grundstück in einem Waldgebiet in Eschweiler-Aue. Polizeibeamte fanden in den Boxen der aus Holz, Wellblech und Schrott zusammengezimmerten Stallung drei abgemagerte und offensichtlich verwahrloste Pferde vor.

Ohne Futter, ohne Wasser. Zudem stießen sie vor der Stallung in einem Erdhügel auf einen skelettierten Pferdekopf. Die Kripo nahm die Ermittlungen nach dem verantwortlichen Tierhalter auf und beschlagnahmte das betroffene Grundstück.

Auf die Spur gekommen waren die Tierschützer dem Geschehen, nachdem sie nach dem Tiermord vom Freitag rund um die Nickelstraße Anwohner nach möglichen weiteren verdächtigen Beobachtungen befragt und Visitenkarten verteilt hatten. „Kurz darauf klingelte das Telefon”, berichtet Romy Lang, Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Tierschutzgesellschaft (Aachen). „Jemand machte uns auf dieses versteckte Grundstück in Aue aufmerksam. Kinder hätten dort gespielt und die Tiere gesehen. Die Kleinen hätten daraufhin fassungslos geweint.”

Zum Heulen war auch, was Tierschützer und Polizei auf dem von der Straße her nicht einsehbaren, zugemüllten Grundstück vorfanden. „Eine der Boxen war bis unters Fenster voll mit Kot, da war kein Fisselchen Stroh mehr. Das Tier hat seinen eigenen Kot gefressen”, berichtet Romy Lang.