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Eschweiler: Plötzlich wirbelt Sibun im Publikum über die Saiten

Eschweiler : Plötzlich wirbelt Sibun im Publikum über die Saiten

Ein trotz Urlaubszeit ordentlich gefülltes Kulturzentrum Talbahnhof erlebten die vier Musiker der Innes Sibun Band am Montagabend bei einer weiteren Auflage von „Blues meets Rock”. Der Auftritt am Vorabend in einem Berliner Club muss den Gitarristen und Bandleader ziemlich mitgenommen haben.

Für seine etwas angekratzte Stimme entschuldigte er sich mehrfach in einem abenteuerlichen Mix aus Deutsch und Englisch, was dem Publikum wiederum viel Freude bereitete. Daher konzentrierte sich der ehemalige Mitstreiter der Robert Plant-Band dann vor allem auf sein Gitarrenspiel.

Den Einstieg gestaltete Innes Sibun mit einem traditionellen Blues, dem er immer wieder elegant jazzige Gestalt verleihen konnte. Abwechslungsreich folgten Funk- und Uptempo-Nummern, bis sich das Quartett bei einer Albert-King-Adaption erstmals warmgespielt und in Höchstform zeigte.

Geradezu lasziv langsam schraubten die vier Musiker die Skalen hoch. Zwischenzeitlich hörte sich das an wie eine abgedrehte Mischung aus „Shine on You Crazy Diamond” von Pink Floyd und einem der langsameren Bluesklassiker von Led Zeppelin.

Trotz aller Vergleiche: Einfach in Schubladen einsortieren ließ sich das Repertoire der Innes Sibun Band nicht. Man hörte zwar immer wieder die Einflüsse anderer Genregrößen, aber Innes Sibun verstand diese äußerst geschmackvoll und unaufdringlich in sein Spiel einzubauen.

Und Berührungsängste mit bluesuntypischen Stilen hat der Gitarrist aus dem Süden Englands auch nicht. Ob Hochgeschwindigkeits-Boogie oder Pianobar-Blues - Sibun sorgte immer wieder geschickt für Abwechslung.