1. Lokales
  2. Eschweiler

285 Jahre Wallfahrt: Pilger gehen von St. Peter und Paul bis nach Kevelaer

285 Jahre Wallfahrt : Pilger gehen von St. Peter und Paul bis nach Kevelaer

Wenn es am 18. August wieder heißt: „ Wir ziehen treulich Jahr für Jahr, zu dir Maria, nach Kevelaer“, dann machen sich über 120 Menschen auf, um diesen Gemeinschaftsweg zu gehen. Das sich Aufmachen, das Gemeinschaftsgefühl, die Natur, das Überwinden sind Momente, die eine Wallfahrt nach Kevelaer ausmachen

. Man muss bereit sein, in drei Tagen 103 Kilometer nach Kevelaer zu gehen, beim Rückweg sind in drei Tagen 105 Kilometer zu absolvieren. Gebete, Gesang, Gespräche stehen im Mittelpunkt, wobei der Humor und die Freude nicht zu kurz kommen, denn auch dies gehört zu einer Pilgerwoche.

Mit dem diesjährigen Wallfahrtsthema „Bleibt alles anders“ hat der Präses der Bruderschaft, Pfarrer Michael Datené, eine moderne Feststellung, eine dehnbare Aussage, eine kritische Hinterfragung, dafür gesorgt, dass sich viele Pilgerinnen und Pilger bereits vor der eigentlichen Wallfahrt mit diesen drei Worten beschäftigt und auseinander gesetzt haben.

Aus dem Jahr 1998 stammt ein Liedtext von Herbert Grönemeyer, der in seiner Vollständigkeit nachdenklich stimmt und den Arbeitskreis ermunterte, Formulierungen für jeden Wallfahrtstag zu finden: „Es gibt viel zu verlieren. Du kannst nur gewinnen. Genug ist zu wenig. Oder es wird so wie es war. Stillstand ist der Tod. Geh voran. Bleibt alles anders. Der erste Stein fehlt in der Mauer. Der Durchbruch ist nah.“

Diese Auszüge aus dem Lied von Herbert Grönemeyer sind Gedanken, sind nachdenkliche Sätze, sind Anregungen für die Fußwallfahrt der Kevelaer Bruderschaft. Renate Jansen, Niklas Sobotka, Monika Frings, Maria Spies, Georg Grünheidt, Alice Tullius-Hoppe, Werner Wolter und Christina Grünheidt bereiten in zwei Arbeitskreissitzungen die Wallfahrtswoche vor. So hat Monika Frings unter anderem aufgeschrieben, dass man eine Woche Zeit hat, um sich auf das wirklich Wesentliche zu besinnen, um Kraft zu tanken, um wohltuende und tiefgreifende Gespräche zu führen, die nicht in den üblichen Alltagsfloskeln verstummen. Wieder eine Formulierung aus dem Grönemeyer Lied: Genug ist zu wenig – Hoffnung als Gegengewicht. Dazu passend bricht Maria Spies eine Lanze für die Hoffnung, auf dem angefangenen Weg weiterzugehen.

Der Vorstand muss ran

Wenn sich am 18. August nach der Pilgermesse um 8 Uhr in der Pfarrkirche St. Peter und Paul die Pilgerinnen und Pilger aufmachen, um den ersten Tag bis nach Houverath zu gehen, ist die „große Organisation“ bereits abgeschlossen. Der Pilgerbus ist hergerichtet, Quartiere sind gebucht, Getränke eingekauft und ein weiteres Begleitfahrzeug mit Manni Wienands steht in den Startlöchern.

Der Schrittmacher Norbert Jerzynski kennt den richtigen Weg und die „Schrittvorgabe“, Johannes Grünheidt hat die Verantwortung über den Verkehrsdienst, Anita Hendrix mit Helferinnen ist prädestiniert für die Fußpflege und Anna und Lars Telschow betreuen in dieser Woche alle Kinder und Jugendlichen. Viele Dinge sind vor einer Wallfahrt zu regeln und zu organisieren, die für alle Pilgerinnen und Pilger „unsichtbar“ bleiben. Und dies ist auch gut so.

Zwölf neue Pilgerinnen und Pilger sind in diesem Jahr zum ersten Male dabei und warten sicherlich freudig, aber vielleicht auch mit Respekt, auf den Start. Die Gedanken – schaffe ich diesen Weg, was machen meine Füße, was muss ich alles mitnehmen – hat jeder Neupilger. Doch, so meint Präfekt Franz-Josef Dittrich in jedem Jahr: Wir gehen zusammen gesund ab und wir kommen zusammen gesund wieder nach Hause. Eine Aussage, die bisher immer richtig war.

Zwei Pilger gehen in diesem Jahr zum 25. Mal den Weg zu Maria, nach Kevelaer. Michael Cohnen und Patrick Kahnert sind die Jubilare. Für beide wird die Wallfahrt 2019 eine ganz besondere Pilgerwoche in dieser Gebetsgemeinschaft sein.