Eschweiler: Peter Finger begeistert im Talbahnhof

Eschweiler: Peter Finger begeistert im Talbahnhof

Wenn das Ohr schon hört, was das Auge kaum erfassen kann, wenn eine Melodie auf dem Weg ins Herz nicht den Umweg durch den Kopf nimmt, dann entwickelt sich etwas Einzigartiges: pure Faszination und Magie.

Den Magier der akustischen Gitarre konnte das Eschweiler Publikum am Samstag im Kulturzentrum Talbahnhof erleben, als Peter Finger über die Saiten seines Instruments fegte, dass es einem die Sprache verschlug.

Schon in den Siebzigern begeisterte der Musiker mit seinem virtuosen Gitarrenspiel. Sage und schreibe 15 Studioalben später ist nichts von gelangweilter Routine zu spüren. Ganz im Gegenteil, auf seinem aktuellen Album „Flow” und auch am Samstagabend auf der Talbahnhof-Bühne präsentierte sich Finger frischer als jemals zuvor.

Starke Rhythmen

Das mag daran liegen, dass der Sohn eines Dirigenten keine musikalischen Grenzen und Kulturen scheut, wenn er seine mitreißenden Stücke komponiert.

„Eigentlich wollte ich ein Jazz-stück schreiben, aber der starke Rhythmus dieses irischen Abends ging mir nicht mehr aus dem Kopf!” Und so gewährte Peter Finger seinem Publikum am Samstagabend einen Einblick in die Me-thodik seiner Kompositionskunst, die so aussieht, als würde sie eben keinem festen Plan folgen, sondern vielmehr Impulsgesteuert sein. So entstehen direkt aus dem musikalischen Bauch heraus wunderschöne irische Balladen wie „Hold my hands”.

Mal klassisch, mal bluesig

Vom afrikanischen Rhythmen dominierten „Crossing Roots”, dem lateinamerikanisch anmutenden „Spice of Life” bis zum Musette-Pendant „Onkel Frédéric” spannt Peter Finger den Bogen um die gesamte Weltmusik und klingt dennoch niemals aufgesetzt, immer authentisch.

„Mein erstes Instrument ist die Geige”, verriet der Ausnahmegitarrist am Samstagabend noch und brachte prompt zwei Kompositionen, darunter auch Johann Sebastian Bachs „Sonata No 2 für Violine solo”, zu Gehör - wohl gemerkt auf dem Sechs-Saiten-Instrument. „Gefällt euch das?”, die Frage Peter Fingers war wohl rhetorisch angesichts der begeisterten Reaktion seines Talbahnhof-Publikums.

Mit „Getaway” setzte der Künstler zum Schluss dem Konzert das temporeiche Sahnehäubchen auf, durchaus bluesig, auch wenn er sich niemals mit nur dieser einen, für Gitarre typischen Musikrichtung zufrieden geben würde.

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