Eschweiler-Dürwiß: Paveier in Eschweiler: Besinnliche Weihnacht und ein bisschen Karneval

Eschweiler-Dürwiß: Paveier in Eschweiler: Besinnliche Weihnacht und ein bisschen Karneval

Es war die Premiere für die Dürwisser Festhalle, nicht aber für die Paveier. Die Kölner Mundartband gehört für viele schon genauso zur Vorweihnachtszeit wie selbstgemachte Plätzchen und der Adventskranz. Bereits zum siebten Mal feierten sie am Nikolausabend in Eschweiler die „Kölsche Weihnacht — Paveier und Gäste“.

Dieses Jahr zum ersten Mal in Dürwiß. Dem Publikum scheint der neue Standort zu gefallen. „Es ist eine viel familiärere Atmosphäre, gerade mit den runden Tischen. Die Leute stehen eher auf und tanzen mit“, freut sich eine regelmäßige Besucherin des Weihnachtskonzerts.

Das viele Singen, Klatschen und Schunkeln der etwa 400 Gäste spricht aber nicht nur für die Festhalle, sondern vor allem für die Musiker auf der Bühne, die mit ihrem bewährten Konzept für wohlige Weihnachtswärme im Saal sorgten. Die sechs Musiker holten sich wieder die Unterstützung vieler Gäste in der Umgebung, angefangen beim Trompetensound „die Weisweiler“. Im Big-Band-Stil stimmten sie während des Einlasses Weihnachtslieder wie „Santa Claus is coming to town“ oder „White Christmas“ an, während sich der Glühweinduft langsam den Weg zur Bühne eroberte.

„Himmel un Ääd“

Pünktlich um 19.30 Uhr kamen zunächst die Streicher des Quartetts „Himmel un Ääd“ auf die Bühne. Sie begleiteten die Paveier durch den Abend und ergänzten mit Geigen, Bratsche und Cello den besinnlichen, „usjestöpselte“ Sound. Gleich darauf folgten die sechs Kölner unter tosendem Applaus und stimmten mit „D’r Winter es jekumme“ in den Abend ein. Nach dem Lied „Himmel un Ääd“, das die kindliche Vorfreude an Weihnachten in den Mittelpunkt stellt und die sich, wie Sänger und Gitarrist Sven Welter aufforderte, gerade Erwachsene im Weihnachtsstress zurückholen sollten, wurden vermehrt die Handys im Publikum gezückt. Es war nämlich Zeit für den Auftritt der ersten Gäste.

Der Kinder- und Jugendchor St. Severin Weisweiler sang selbstbewusst und geübt vor stolzer Verwandtschaft „Äppel, Nöss un Marzipan“ und „Ich wünsche mir vum Hillije Mann“. Als nächster Gast auf der Bühne folgte Constanze Störk. Die Sopranistin der Musikhochschule Köln begeisterte den Saal mit ihrer Darbietung von „Ave Maria“, was sich im lauten, langanhaltendem Applaus widerspiegelte.

Was wäre eine „paveiersche Weihnacht“ ohne die obligatorische Weihnachtsgeschichte? Alleine auf der Bühne, las Hans-Ludwig „Bubi“ Brühl aus dem goldenen Buch eine Weihnachtsgeschichte vor, die dem Publikum Tränen vor Lachen in die Augen trieb. Mit der Kölschen Version von „Halleluja“ endete die erste Hälfte besinnlich und ruhig und bildet damit das Gegenteil zum Anfang der zweiten Hälfte. Für „Heilig Abend auf dem Dom“ kamen die Paveier in Wintermontur und Dudelsäcken auf die Bühne, Klaus Lückerath sogar stilecht im Schottenrock. Das Publikum wechselte zwischen Applaus und nicht enden wollendem Gelächter, vor allem als die Bandkollegen das Stichwort „Die Glocken von Rom…“ fallen ließen.

In Karnevalsmanier

Die zweite Hälfte des Konzerts machte vor allem Lust auf Karneval. Dazu trug insbesondere der Gast J.P. Weber bei. Seine beiden Weihnachtslieder, die er mit der Mandoline begleitet, waren eher Nebensache. Seine Ansagen dazwischen ein Highlight des Abends. „Leck mich am Arsch ist das besinnlich hier“, stellte er fest, bevor er in Karnevalsmanier auf die Unterschiede zwischen Kölsch und Hochdeutsch zu sprechen kam, und sich anschließend bei einer Dame im Publikum nach Hause einladen wollte.

Eigentlich gäbe sie es noch nicht, denn offiziell sind sie erst ab 18, erklärten zuvor die „Alten Bekannten“, die Nachfolgeband der Wise Guys. Die haben sich ganz frisch als A-cappella-Band neu formatiert und erst ihren vierten öffentlichen Auftritt in Dürwiß erfolgreich gefeiert. Zum Ende des Konzerts wurde das Publikum noch einmal richtig gefordert. Die Paveier bekamen Unterstützung des Kerpener Gospelchors Voices und bei „Happy Day“ stand das Publikum klatschend und tanzend im Saal und wurde zum Mitsingen animiert.

Es war eine Vorübung zum großen Finale einer jeden „Kölschen Weihnacht“: Das Singen von Weihnachtsliedern. Dieses Mal im Programm: „Süßer die Glocken nie klingen“, „Leise rieselt der Schnee“ und „Alle Jahr wieder“. Letzteres Lied gilt nicht nur für das Christuskind, sondern auch für die Weihnachtskonzerte der Paveier in Eschweiler, worauf sich viele der Besucher schon jetzt zu Recht freuen.

(anne)