Eschweiler: Paten haben Eschweiler Spielplätze im Blick

Eschweiler: Paten haben Eschweiler Spielplätze im Blick

Der Schultag ist vorbei, das Wetter ist prächtig — für zahlreiche Kinder heißt das nur eines: ab auf den Spielplatz! Dort wird dann geklettert, gebolzt und gebuddelt, zahlreiche Altersklassen kommen da zusammen und jeder kann sich an die ein oder andere Freundschaft erinnern, die zwischen mitgebrachtem Orangensaft und getauschten Fußballstickern geschlossen wurde.

73 Spielplätze stehen in der Indestadt den Kindern und Jugendlichen offen und geben weitgehend ein gutes Bild ab. Dafür sind auch die 23 Spielplatzpaten verantwortlich, die regelmäßig nach dem Rechten sehen, denn nicht jeder hält sich an die alte Regel, einen Ort so zu verlassen, wie man ihn vorgefunden hat.

Die Spielplatzpaten sorgen nicht nur im Weisweiler Park für Lebensqualität für den Nachwuchs. Darüber freuen sich auch Christian Kolf und Olaf Tümmler von der Mobilen Jugendarbeit (rechts vorne). Foto: Christian Ebener

Als Dankeschön hat die Stadt den Ehrenamtlern ein Grillen spendiert, bei dem sich ausgetauscht werden konnte. „Es war Zeit, Dankeschön für die ehrenamtliche Tätigkeit zu sagen“, so Christian Kolf von der Mobilen Jugendarbeit, der zusammen mit seinem Kollegen Olaf Tümmler und Sozialdezernent Stefan Kaever vor Ort den direkten Kontakt suchte. Wo muss nachgebessert werden? Wo gibt es Probleme? Beim Thema „Spielplätze“ soll der Draht zur Stadt möglichst kurz bleiben. „Das geht ratzfatz — und man wird ernst genommen“, betonte Spielplatzpate Bernd Kanzler, der mit seinen Kindern oft am Spielplatz am Stadtwald war und sich dazu entschieden hat, mitzuhelfen, damit dort sicher gespielt werden kann.

Die Spielplatzpaten sorgen nicht nur im Weisweiler Park für Lebensqualität für den Nachwuchs. Darüber freuen sich auch Christian Kolf und Olaf Tümmler von der Mobilen Jugendarbeit (rechts vorne). Foto: Christian Ebener

„Wer mithelfen möchte, muss nicht handwerklich begabt sein“, stellte Kolf fest. Als Spielplatzpate müsse man einfach ein Auge auf die Plätze werfen, nach Müll und Problemstellen sichten. Wenn etwas im Argen liegt, genügt ein Anruf und schon nimmt die Stadt die Missstände in Angriff. Deshalb sei es sinnvoll, wenn die Spielplatzpaten in der Nähe wohnen, idealerweise sogar in Sichtweite. Auch Kanzler hat so das eine oder andere Problem vor Ort in Angriff genommen und lösen können. „Wichtig ist, dass man mit Jugendlichen das Gespräch sucht“, ergänzte Kolf. So kann auf die meisten Gruppen von älteren Jugendlichen zugegangen werden, die die Spielplätze besonders abends als Treffpunkte nutzen, wobei laute Musik, Alkohol und Zigaretten eigentlich nichts verloren haben. Im direkten Gespräch sei aber ein gewisses Maß an Verständnis schnell erkennbar, so der Jugendarbeiter.

„Vandalismus hat nachgelassen“

Der Erfolg machte sich bei der Frage in die Runde bemerkbar: Kritik an der Stadt gibt es in dem Fall kaum. Auch „Veteran“ Norbert Laufenberg, der sich spontan beworben hatte, ist von dem Konzept überzeugt. Er ist für die Spielplätze „Am Hochhaus“, an der Kurt-Schumacher-Straße, am Raiffeisenweg und am Theodor-Heuss-Ring zuständig. „Wir haben hier eine sehr starke Nutzung, aber der Vandalismus hat nachgelassen“, freute sich der Dürwisser und ergänzte: „Die Stadt Eschweiler tut genug!“ Rund 50.000 Euro stehen jedes Jahr für Neuanschaffungen zur Verfügung, wie sie beispielsweise am Spielplatz Jahnstraße im vergangenen Monat frisch installiert wurden. Darüber hinaus investiert die Stadt jedes Jahr in die Pflege.

Mit der Arbeitsgruppe, die auch die Paten betreut und organisiert, begeht man regelmäßig die Spiel- und Bolzplätze, um festzustellen, wo Handlungsbedarf besteht. Durch die Spielplatzpaten kann an den betroffenen Orten jedoch noch deutlich schneller reagiert werden. So will man sukzessive die Spielplätze in der Stadt erneuern und verbessern. Am Ringofen und in Ost befinden sich zudem auch „Mehrgenerationenspielgeräte“, die nach Einschätzung der Stadt gut genutzt werden, dabei handelt es sich zum Beispiel um Geräte für Fitnessübungen.

Seit mehr als 15 Jahren ist die Zahl der Spielplatzpaten nach und nach gewachsen. „Es ist aber noch Luft nach oben“, betonte Stefan Kaever, der sich besonders junge Menschen als Spielplatzpaten wünscht. In dem Alter ist man noch öfter auf den öffentlichen Plätzen der Stadt unterwegs und kann leichter das Gespräch mit Jugendlichen suchen. Einen Appell richtet Kaever jedoch nicht nur an den Nachwuchs: Trotz der vielen Maßnahmen und der Einzäunung von Spielplätzen wird immer wieder „rumgemüllt“ und auch mal ein Spielplatz als Hundetoilette missbraucht — ein absolutes No-Go. Problematisch seien besonders die Spielplätze in Stadtmitte, die oft deutlich höher frequentiert werden als ihre Pendants in den Stadtteilen. Gerade dort finden sich dann auch öfter Gruppen von älteren Jugendlichen. „Da muss man immer wieder appellieren, immer wieder ansprechen“, rät Kolf.

Im Großen und Ganzen, da sind sich alle Spielplatzpaten sicher, kann der indestädtische Nachwuchs weitgehend sorgenfrei toben und sich auspowern. Gegen weitere wachsame Augen hat jedoch niemand etwas einzuwenden.

Bolz- und Volleyballplatz

In ihrer Einschätzung werden die Spielplatzpaten nur wenige hundert Meter entfernt, auf dem Spielplatz am Berliner Ring, bestätigt. Lydia M. sitzt auf der Picknickbank, die sechs und acht Jahre alten Kinder schaukeln um die Wetter. Mit dem Spielplatz vor Ort ist sie besonders zufrieden. „Der Zaun schirmt einen so ein bisschen ab, vom Tisch aus habe ich die Kleinen zudem immer im Blick“, freute sich die Weisweilerin. Mit dem großen Kulturpark mit Bolz- und Volleyballplatz ist der östliche Stadtteil ohnehin in der „Premiumkategorie“ in Eschweiler. Auch in Eschweiler-Ost machten sich die Investitionen bemerkbar, wo rund um das Begegnungszentrum und die Erich-Kästner-Schule viel in neue Spielmöglichkeiten investiert wurde, zudem sorgt die Kippe weiterhin für ein großes Spielgelände für die etwas älteren Kinder.

Dürwiß hingegen hat sich besonders im Bereich der Neubaugebiete herausgeputzt und bietet dort allerlei Spielgeräte und Plätze. In Hastenrath, Kinzweiler und St. Jöris ist die Lage übersichtlich. Da müssen schonmal ein paar Minuten Zeit investiert werden, um zum Spielplatz an der Kinzweiler Festhalle oder an der Westerwaldstraße zu kommen. In St. Jöris bieten lediglich der Klosterhof und das Streetballfeld am Sportplatz Abwechslung für die Jugend.

In Röhe bleibt der Sportplatz weiterhin ein Ort, an dem noch viel möglich wäre in Sachen Spiel- und Lebensqualität. Dafür punktet der westliche Stadtteil mit dem schicken Spielplatz gegenüber der Schule, der als Höhepunkt eine der wenigen Seilbahnen in der Inde-stadt bietet. Wer am Stadtwald wohnt, hat von dem Baugebiet am Ringofen stark profitiert.

Rund um den Bahndamm finden sich nicht nur die erwähnten Mehrgenerationenspielgeräte, sondern auch zahlreiche Spielmöglichkeiten und eine große Freifläche für Sportarten. Dort werden alle Altersklassen angesprochen.

Klein aber fein geht es im Eschweiler Süden zu. In Bergrath, Nothberg und Hastenrath locken viele kleinere Spielplätze und ganz besonders natürlich das schöne, offene Fußballfeld am Sportplatz des SC Berger Preuß.

(cheb)