Eschweiler: Pampers-Inferno hält 133 Mann in Atem

Eschweiler: Pampers-Inferno hält 133 Mann in Atem

Das gemütliche Vater-Kind-Zeltwochenende an der Nordsee nahm ein jähes Ende: Männer des Technischen Hilfswerks Eschweiler mussten am Samstag in aller Eile aufbrechen und von der See an die Inde zurückkehren, wo ihr Einsatz nach dem Brand einer nun einsturzgefährdeten Lagerhalle zwischen Auerbach- und Aachener Straße dringend erforderlich war.

Um 3.18 Uhr wurde der Brand gemeldet. Als die Polizei eintraf, war das Dach bereits vollständig durchgebrannt. Lodernde Flammen und starke Rauchentwicklung drangen aus der Halle, in der unter anderem Papierwindeln für Erwachsene gelagert wurden.

Um 03.18 Uhr am Samstag hatte ein Autofahrer per Handy die Leitstelle Aachen über den Brand informiert. Als die ersten Kräfte der Eschweiler Wehr Minuten später vor Ort eintrafen, schlugen die Flammen bereits aus dem Dach der Halle, die Materialien eines Sanitätshauses beherbergte. Wehr-Einsatzleiter Axel Johnen: „Es muss da schon eine ganze Zeit gebrannt haben, ehe die Flammen schließlich die Dachinnenverkleidung und die Eternitplatten durchschlugen.“

Da nicht auszuschließen war, dass das Feuer sich durch die zu einem früheren Bauernhof gehörende Halle in Richtung Aachener Straße vorfraß und dort ein nahes Wohngebäude erfasste, gab die Wehr Gesamtalarm: 110 Einsatzkräfte gingen mit sechs C-Rohren und einem Schaumrohr von der Rück- wie auch von der Vorderseite der Halle vom Boden her sowie über zwei Drehleitern gegen die Flammen vor. Die Auerbachstraße musste zwischen Kreisverkehr und Auerbach-Center komplett für den Verkehr gesperrt werden — die Aachener Straße wurde halbseitig dichtgemacht.

Zwei Stunden nach der Alarmierung, um 5.18 Uhr, hatte die Wehr das Feuer unter Kontrolle. Beendet war der Einsatz allerdings noch lange nicht: Die enorme Hitze hatte die Dachkonstruktion aus Stahl und Holz schwer in Mitleidenschaft gezogen; die Bauaufsicht bestätigte Einsturzgefahr. Das THW, mit 22 Mann vor Ort, stützte die Konstruktion ab, ehe Männer der Wirtschaftsbetriebe mit Radladern, unterstützt von Feuerwehrkräften, sich daran machten, das Brandgut aus der Halle zu holen. Hier waren vor allem Abertausende von Windeln für Erwachsene in Flammen aufgegangen.

Rund 80 Kubikmeter der mit Löschwasser vollgesogenen und daher äußerst schweren „Pampers“ luden WBE und Wehr in Großcontainer — in den nächsten Tagen werden sie als Sondermüll in die Müllverbrennungsanlage Weisweiler gebracht.

Völlig unklar war am Sonntag noch die Ursache des Feuers, das einen Schaden „oberhalb 100.000 Euro“ verursachte, wie Axel Johnen und die Polizei vorsichtig schätzen. Die genaue Schadenshöhe dürfte erst in einigen Tagen bekannt werden, wenn feststeht, inwieweit zum Beispiel auch Dutzende von Rollstühlen, die in der Halle lagerten, und die angrenzenden Büroräume durch Rauch und Ruß beschädigt wurden. Die Kriminalpolizei hat den Brandort inzwischen beschlagnahmt und versiegelt.

Erst gegen 19 Uhr am Samstagabend konnte die Wehr abrücken. Einige der THW-Leute waren da schon ein knappe halbe Stunde lang unterwegs: zu Zelten und Sprösslingen an der Nordsee.