1. Lokales
  2. Eschweiler

Dieselben Chancen für alle: Ohne Sozialarbeiter wäre mancher aufgeschmissen

Dieselben Chancen für alle : Ohne Sozialarbeiter wäre mancher aufgeschmissen

Sie sollen für Chancengleichheit sorgen, sollen dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche im „System Schule“ besser zurechtkommen, sollen Beeinträchtigungen und Benachteiligungen rechtzeitig erkennen und auch mit den Eltern frühzeitig in Kontakt kommen, um Hilfen zu vermitteln: Schulsozialarbeiter. Funktioniert das?

Die Stadtverwaltung sagt ja. Am Mittwoch stellt sie dem Jugendhilfeauschuss des Rates  einen aktuellen Erfahrungsbericht vor.

Rund zwei Dutzend Sozialarbeiter stehen den Kindern und Jugendlichen an allen Eschweiler Schulen zur Seite. An Schulen, in denen junge Leute vor dem Hintergrund der Ganztagsschulentwicklung immer mehr Zeit verbringen. „Schule gehört zur Lebenswelt für Kinder und Jugendliche, und es wird zunehmend deutlich, dass Schule dem Erziehungs- und Bildungsauftrag allein nicht nachkommen kann“, betont die Verwaltung. Haben Schüler Schwierigkeiten, so arbeiten die Fachkräfte für Schulsozialarbeit mit Lehrkräften und Schulleitung – an den Grundschulen auch mit den Mitarbeitern des Offenen Ganztags – zusammen, um die Probleme zu lösen. Im Bedarfsfall stellen sie den Kontakt zu weiteren Institutionen  der Jugendhilfe, zu verschiedenen Beratungsstellen oder Freizeiteinrichtungen her.

Schulsozialarbeit, so bilanziert die Stadt, „bietet wichtige Unterstützung. Sie dient dem Ausgleich sozialer Benachteilgungen, trägt zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen bei und stellt sozialpädagogische Hilfen zur Verfügung, die präventiv und niederschwellig sind.“

Bildungserfolge, darin sind sich alle Beteiligten einig, sollen unabhängig von Herkunft und Lebenslagen möglich sein. Aber immer mehr Kinder und Jugendliche haben „risikobehaftete“ Biografien, kommen aus benachteiligten Verhältnissen. „Schulsozialarbeit ist bei der Bewältigung dieser Herausforderungen an vielen Eschweiler Schulen zu einer unverzichtbaren Unterstützung geworden.“

Die Aufgabenpalette der Schulsozialarbeit, aufgelistet im 2016 beschlossenen kommunalen Rahmenkonzept, ist breit gefächert: Beratung, insbesondere in schwierigen Lebenslagen, soziales Lernen, Konfliktbewältigung und Prävention, Umgang mit Schulverweigerern, Unterstützung bei Lernschwierigkeiten, Mitgestaltung von Übergängen an wesentlichen Schnittstellen, verschiedene Bildungsangebote und Freizeitgelegenheiten, Partizipation lernen und fördern und Netzwerke spinnen und Kooperationen auf den Weg bringen.

Das geschieht durch Beratung, durch Einzelfallhilfe, durch sozialpädagogische Gruppenarbeit, offene Angebote, Vermittlung in Konfliktsituationen, Vernetzung und Gemeinwesenarbeit.

Unterstützung bekommen Eschweilers Schulsozialarbeiter inzwischen durch drei Mitarbeiter des „Landesdienstes für multiprofessionelle Teams zur Integration durch Bildung für neu zugewanderte Schülerinnen an den weiterführenden Schulen“ in Eschweiler.

„Für die Schulsozialarbeit ist die Integration zugezogener Schüler zwar keine neue Aufgabe, aber durch den großen Flüchtlingszustrom und die hohe Anzahl haben sich dennoch besondere Herausforderungen ergeben. Das kommunale Rahmenkonzept bietet aber auch für die Schulsozialarbeit mit dieser Zielgruppe eine gute Grundlage“, heißt es im Rathaus.

Die Sitzung des Jugendhilfeausschusses beginnt um 17.30 Uhr im Ratssaal.

(rpm)